Allensbach-Umfrage zu „Grüner Beschaffung“
67 Prozent der gewerblichen Einkäufer erwarten von Lieferanten eine Auditierung hinsichtlich Umwelt-, Klima- und Sozialverträglichkeit. 60 Prozent der Firmen arbeiten bereits mit interner Qualitätssicherung zur Vermeidung von Schadstoffbelastungen.
In den Einkaufsabteilungen der Unternehmen spielt die nachhaltige Beschaffung eine immer größere Rolle. Wie das Wirtschaftsmagazin impulse in seiner Januar-Ausgabe berichtet, sehen heute 80 Prozent der vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) befragten 202 Einkaufsverantwortlichen des verarbeitenden Gewerbes den Einsatz unbelasteter Produkte für ihre Kunden als „sehr wichtig“ (53 Prozent) oder „wichtig“ (27Prozent) an. Nur fünf Prozent halten dies für ihre Kunden für unwichtig.
Die aktuelle Studie zum Thema „Grüne Beschaffung“, die impulse exklusiv vorliegt, zeigt weiter, dass viele Unternehmen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Beschaffung eingeführt haben. An der Spitze steht mit 67 Prozent die Auditierung direkter Lieferanten nach Umwelt-, Klima- und Sozialverträglichkeit ihrer Produktion. In 55 Prozent der Betriebe gibt es Leitlinien zur nachhaltigen Beschaffung, in 49 Prozent ist bereits eine Zertifizierung der eigenen Produkte erfolgt.
Für den Nachhaltigkeitsexperten Jens Hornstein der Düsseldorfer Kerkhoff Consulting, die die Studie in Auftrag gegeben hat, wird sich der Druck auf die Unternehmen noch verstärken, da die Sensibilisierung der Bevölkerung wächst. „Und das hat Rückwirkungen auf die Einkaufspolitik der Unternehmen“, sagte Hornstein gegenüber impulse. Wie die Studie zeigt, waren für 69 Prozent der Befragten veränderte Kundenwünsche der Grund für die Einhaltung ökologischer Standards, gleich nach der Einhaltung neuer gesetzlicher Regelungen (76 Prozent).
Diese Änderung der Einkaufspolitik hat Konsequenzen für die Unternehmen. So ist durch die grüne Beschaffung in 36 Prozent der Unternehmen ein Mehraufwand in der Einkaufs- abteilung entstanden und 32 Prozent mussten höhere Einkaufspreise zahlen. Zur Vermeidung von Schadstoffbelastungen führten 60 Prozent eine interne Qualitätssicherung ein, 53 Prozent schrieben die Standards in ihren vertraglichen Regelungen mit den Lieferanten fest. Und 39 Prozent führen seitdem regelmäßige Auditierungen vor Ort durch, 33 Prozent vertraut auf unabhängige Prüfungen mithilfe Dritter.
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