Sensibler Schatz
Warum sind die graumellierten Business Angels für junge Firmen so wertvoll? Sie haben neben viel Lebens- und Geschäftserfahrung ein echtes Business-Netzwerk. Allein die Tatsache, dass sie über ein belastbares Netzwerk verfügen, zeichnet sie aus. Denn auch wenn man hunderte an Visitenkarten besitzt, hat man noch kein Netzwerk. Echte Netzwerke aufzubauen, braucht eigenes Know-how, soziale Kompetenz und eine Menge Zeit. Denn innerhalb eines Netzwerkes kennen sich die Personen so gut, dass sie sich verläßlich einschätzen können. Die Flops in der Zusammenarbeit sind extrem selten. Gerade für Einkäufer ist diese Verläßlichkeit von Geschäftspartnern extrem wichtig. Business-Netzwerke müssen sich entwickeln und bewähren. Aus der Zeit des New-Economy-Booms stammen die Wurzeln der heutigen Networking-Plattfomen im Internet. Es sollte alles schneller und einfacher gehen. Viele altbewährte Geschäftsgrundsätze wurden im allgemeinen Hype über Bord geworfen. Aber die Zäsur kam und alle Geschäftsmodelle, die das Medium Internet nutzen, werden heute besonders kritisch beäugt. Das Marketing der Social-Networking-Plattformen wie Xing, LinkedIn oder viadeo versprechen einem schon durch die alleinige Mitgliedschaft ein eigenes Business-Netzwerk. Jedoch auch in der Online-Welt, in der vieles deutlich schneller abläuft als im realen Leben, ist ein Kontakt noch nicht mehr, als eine Visitenkarte. Visitenkartensammlungen sind aber noch lange keine Netzwerke. Auch hier braucht das Networking Geduld und Know-how, um mehr als nur eine Ansammlung von Kontakten zu ergeben. Jeder Business Angel weiß wieviel eigenes Engagement und Investment in einem belastbaren Netzwerk steckt. Das ist online nicht anders als offline. Aktivität in regionalen oder thematischen Gruppen, Verläßlichkeit bei Absprachen und natürlich die Ansprache im richtigen Ton sind auch in den Networking-Plattformen gefragt. Zuerst stellt sich die Frage, welche Plattform für Einkäufer die richtige ist. Hier gibt es die großen, Millionen Mitglieder zählenden Vertreter Xing, LinkedIn und viadeo, die jeweils im deutsch/spanisch-, englisch- und französischsprachigen Raum Marktführer sind. Sofern die eigene Tätigkeit sehr global ausgerichtet ist, kann es auch sinnvoll sein, mehrere Plattformen zu nutzen. In jedem Fall sollte die kostenpflichtige Variante gewählt werden, da die Basismitgliedschaft keine aktive Kontaktaufnahme ermöglicht. Obwohl die Verwaltung der Kontakte beispielsweise bei Xing hervorragend funktioniert, werden nie alle Geschäftskontakte in einer Networking-Plattform zu finden sein – der Individualität sei Dank. Wie sensibel insbesonders zahlende Xing-User auf die Einführung von Werbung inmitten ihrer Profilseiten reagieren, zeigte sich kürzlich. Nach heftigen Protesten der User kam der Rückzieher von Xing. Richtig interessant wird es jedoch erst, wenn auch die thematische Ausrichtung der potentiellen Kontakte den eigenen Bedürfnissen entspricht. In Untergruppen von Xing oder LinkedIn findet man Einkäufer- und Sourcingthemen oder man sucht den Kontakt in vertikalen also themenspezifischen Netzangeboten wie Brainguide oder All about Sourcing.
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