Einkaufs-Allianz

18. April 2008 · Länder, Technologie, Unternehmen ·  

Durch die gemeinsame Beschaffung von Automobilteilen wollen die Hersteller Renault und Nissan Motor ihre Kosten deutlich senken. Vom 1. April 2008 an soll die Renault-Nissan Purchasing Organization (RNPO) 90 Prozent des Bedarfs an Autoteilen und Zubehör der Nissan Motor Co. Ltd. und der Renault SA im Geschäftsjahr 2008 /09 decken. RNPO ist ab sofort zu hundert Prozent für die Beschaffung von Teilen für die beiden Autohersteller
zuständig.

Die Allianz der Unternehmen jährt sich in diesem April zum siebten Mal. Schon in den vergangenen Jahren habe Nissan unter anderem auch durch die Zusammenarbeit beim Einkauf die Beschaffungskosten um 130 Milliarden bis 230 Milliarden japanische Yen pro Jahr senken können, heißt es aus Tokio. Die Einsparungen würden damit 15 bis 30 Prozent des jährlichen operativen Ergebnisses in diesem Abschnitt ausmachen. Nissan und Renault schätzen, dass die Käufe durch RNPO im laufenden Geschäftsjahr auf 60 Milliarden Euro ansteigen werden. Im Vorjahr lag der Betrag bei 58 Milliarden Euro. Zur Kosteneinsparung sollen ab diesem Jahr auch verstärkt Teile und Materialien in Emerging-Markets geordert werden. „Nikkei Business Daily“ meldete Anfang April, dass Nissan in Osteuropa, China, Ägypten, Mexiko und Südasien einkaufen wolle. Ab 2009 sollen Einkäufe auch in Indien und Russland getätigt werden. Dort werden derzeit Produktionsstätten errichtet. Akzente setzen die beiden Partner beim Thema emissionsfreier Fahrzeuge. Ab Mitte 2011 sollen in Dänemark serienmäßig produzierte Modelle mit reinem Elektroantrieb erhältlich sein. Die abgasfreien Fahrzeuge beziehen ihre Energie aus modernen Lithium-Ionen-Batterien. Diese werden zusammen mit dem Allianzpartner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC Group entwickelt. Dem Projekt in Dänemark liegt ein Abkommen zwischen der Renault-Nissan-Allianz und dem US-amerikanischen Unternehmen Project Better Place zugrunde. Renault liefert die Elektrofahrzeuge. Die dänische Regierung unterstützt das Pilotprojekt, in dem sie Steuervergünstigungen für Käufer in Aussicht stellt. Im Januar 2008 wurde ein ähnliches Projekt für Israel von Renault und Nissan angekündigt. Dort sollen ab Mitte 2011 rund 500.000 Ladestationen über das Land verteilt betriebsbereit sein. Die Fahrleistungen der Elektroautos soll ähnlich sein wie bei vergleichbaren Wagen mit 1,6 Liter- Benzinmotor. Als Stadtauto will Nissan bereits 2010 das erste Elektroauto auf den Markt bringen. Das „Denki Cube Concept“ fährt mit Lithium-Ionen-Batterien und ist bis zu 120 Stundenkilometer schnell. Die Reichweite liegt bei bis zu 160 Kilometern.

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