Gefälschte Maschinen

16. Mai 2008 · Märkte ·  

Die Welt liebt deutsche Maschinen. Und das wird nach der Prognose des VDMA auch 2008 so bleiben. Plus fünf Prozent Wachstum erwarten die Unternehmen für dieses Jahr. Viele Hersteller sind auf Monate hinaus, zum Teil sogar bis ins kommende Jahr hinein ausgebucht. „Die Stimmung auf der Hannover Messe 2008 war bei den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern optimistisch und zukunftsgerichtet – fast wie in alten Zeiten“, sagt Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer

des VDMA. Rund um die Messe und die Branche gibt es so viele positive Nachrichten, dass ein Thema, das den Unternehmen seit Jahren Probleme macht, leicht in den Hintergrund gerät. Produkt- und Markenpiraterie in der Investitionsgüterindustrie ist so aktuell wie schon in den zurückliegenden Jahren. Zwei Drittel der Unternehmen

sind von unzulässigen Nachbauten betroffen. Der VDMA hat dazu im März 2008 erneut seine Mitglieder

befragt. Die Ergebnisse dieser Studie sind alarmierend. Die Herstellung und der Vertrieb von Plagiaten spiegelt sich in massiven Umsatzverlusten wider. Insgesamt summiert sich der Schaden im deutschen Maschinenbau auf circa sieben

Milliarden Euro für das Jahr 2007. 68 Prozent der Unternehmen gaben an, von Produktpiraterie betroffen zu sein. Die Branchen mit den meisten „Treffern“: Armaturen, Antriebstechnik, Textilmaschinen und Werkzeugmaschinen. In 52

Prozent aller Fälle wurden ganze Maschinen nachgebaut. An zweiter Stelle mit 50 Prozent nannten Unternehmen

Komponenten, gefolgt von Ersatzteilen mit 32 Prozent. 35 Prozent der betroffenen Unternehmen gaben an, dass das Design kopiert wurde. Bei den Herstellungsländern der Plagiate wurde China von 71 Prozent der Befragten als Ursprungsland der Nachbauten genannt. Andere asiatische Länder sind Taiwan mit zwölf Prozent, Indien mit elf Prozent und Südkorea mit zehn Prozent. Das Partnerland der Hannover Messe 2008, Japan, wurde nur von zwei Prozent der Unternehmen benannt. 19 Prozent gaben Deutschland als Herkunftsland von Plagiaten an, 14 Prozent Italien, gefolgt von der Türkei mit acht Prozent. Als Herstellungsländer wurden 37 Länder oder Regionen genannt. Bei den Verbreitungsländern waren es sogar 57 verschiedene Absatzmärkte. In den vergangenen drei Jahren hat das Problem nach Einschätzung von 64 Prozent der Befragten zugenommen. Laut der Studie entdeckt über die Hälfte der Firmen auf Messen illegale Nach bauten ihrer Produkte. Gefordert wird vom VDMA eine Plagiats-Klausel, die die Messen in ihre AGBs aufnehmen sollen. Ihr Inhalt: Plagiate sind vom Messestand zu entfernen. Plagiatoren müssen damit rechnen, künftig von Veranstaltungen

ausgeschlossen zu werden.

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