Appell an die Partner

16. Mai 2008 · Märkte ·  

Brutale Sparprogramme der Fahrzeugindustrie bei gleichzeitig steigenden Rohstoff- und Energiekosten setzen die deutsche Zulieferindustrie unter Druck. Die Unternehmen, die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) zusammengeschlossen sind, haben im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von 215 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist ein Zuwachs von 8,6 Prozent im Vergleich zu 2006. Der direkte Auslandsanteil der Branchen stieg auf knapp 40 Prozent und zeigt die starke Position der deutschen Zulieferindustrie im internationalen Wettbewerb. 

60 Prozent der gelieferten Waren verbleiben in der Eurozone. Derzeit ist nach Einschätzung der ArGeZ nicht erkennbar, dass sich die bekannten Konjunkturrisiken bereits auf die Geschäftsentwicklung der Branche auswirken. Neben dem hohen Auftragsbestand spricht auch die Beschäftigtenentwicklung für ein weiteres Wachstum im laufenden Jahr. Die mittelständisch geprägten Unternehmen der ArGeZ haben im Jahr 2007 – ohne Berücksichtigung der ebenfalls gestiegenen Leiharbeit – 30.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Damit zählt die Branche inzwischen rund eine Million Beschäftigte. Angesichts der aktuellen Auftragslage ist im Jahr 2008 eine Umsatzsausweitung um nochmals vier Prozent möglich.

Geschäftsklima Zulieferindustrie
Der Optimismus über die konjunkturellen Aussichten wird jedoch getrübt durch steigende Kosten bei Vormaterialien wie Stahl und Erdöl, Energie sowie Personal. Zusätzlich belastet der hohe Preisdruck seitens der Kunden die Ergebnisse der Unternehmen. Preis- und Kostendruck wirken mitunter erheblich und relativieren die positiven Wachstums-kennzahlen. Das kommt auch im Geschäftsklimaindex der ArGeZ zum Ausdruck: Die Bewertung der aktuellen Lage fiel um 0,3 Punkte gedämpfter aus. Die ArGeZ appelliert an die Partner auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen, das heißt konkret an die Vormateriallieferanten wie an die Großindustrie, die Schraube nicht zu überdrehen und den Mittelstand nicht ungewollt zu zerdrücken. Ihr Leistungsspektrum zeigen viele Zulieferer auf den Frühjahrsmessen. Insbesondere die InterPart in Karlsruhe bietet der Zulieferbranche eine Plattform. Die Genthner GmbH aus Birkenfeld (www.genthner-gmbh.de) präsentiert sich auf der InterPart als Systemlieferant für Baugruppen und Komplettgeräte nach Muster, Zeichnung oder Stückliste. Genthner liefert Prototypen und Serien bis zu mittlerer Größe. Zur Verfügung stehen u.a. drei 5-Achs-Fräszentren, vier Dreh-Fräszentren, sechs CNC-Drehmaschinen, acht CNC-Fräsmaschinen sowie zwei Horizontal-Bearbeitungszentren.

Kombinierte Bearbeitung
Eine Wasserstrahl-Schneidmaschine ergänzt die Fertigungsmöglichkeiten. „Die kombinierte Bearbeitung durch Wasserstrahlschneiden und Zerspanung ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung von Teilen Just-in-Time“, so Genthner. Die Bearbeitung von Mittel- bis Großserienteilen nach Kundenzeichnung ist das Spezialgebiet der E. Zimmermann GmbH aus Öhringen (www.e-zimmermann.de). Die zur Fertigung benötigten Werkzeuge, Spannvorrichtungen und Sondermaschinen stellt E. Zimmermann im eigenen Werkzeugbau her. Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist die Trockenbearbeitung von Kurbelwellenlagerdeckeln, die im 30-Sekunden-Takt auf einer Sondermaschine ohne Einsatz von Kühlschmierstoffen gefräst und gebohrt werden. Auf eine umweltbelastende Teilereinigung kann somit verzichtet werden. Das Fertigungs-spektrum umfasst zum Beispiel auch die Bearbeitung von  Ausgleichsgetriebegehäusen, Abgaskrümmern, Schaltgabeln, Fahrwerksteilen wie Radträger und Schwenklager, Motorenteilen wie Zylinderkopfhauben, Ölwannen, Wellen und Räder für den Getriebebau sowie Lagerschalen. Zimmermann ist seit dem Jahr 2000 nach ISO/TS16949 zertifiziert. Erstmals auf der InterPart zu sehen ist der Rundumschutz Poly-Net (www.polynet.de). Auf Paletten, in Gitterboxen oder Lager- und Transportkästen verhindern Poly-Net Netze und Gitter zuverlässig das Verkratzen und Beschädigen von Werkstücken. Poly-Net Zwischenlagegitter werden als Rollenware oder fertige Zuschnitte für Paletten oder Kleinladungsträger (KLT) geliefert.

Link-Tipp

www.argez.de
Der ArGeZ-Geschäftsklimaindex für die deutsche Zulieferindustrie wird regelmäßig zum Monatswechsel von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) veröffentlicht. Dieser Frühindikator wurde vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. exklusiv für die ArGeZ entwickelt.

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