ifo Geschäftsklima verbessert
Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai weiter gestiegen. Auch der Weltwirtschaftsklimaindikator zeigt nach oben.
Die derzeitige Geschäftslage schätzen die Unternehmen allerdings wieder ungünstiger ein als im Vormonat. Ihre Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate bewerten sie aber erneut merklich weniger schlecht. Damit zeichnet sich laut Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Institut für Wirtschaftsforschung, eine allmähliche Stabilisierung der Wirtschaftsleistung auf niedrigem Niveau ab.
Im verarbeitenden Gewerbe ist das Geschäftsklima unverändert. Die Industriefirmen berichten wieder von einer deutlich schlechteren Geschäftslage als im April. Sie erwarten jedoch einen nicht mehr ganz so ungünstigen Geschäftsverlauf im kommenden halben Jahr. Ihre Exportchancen stufen sie weniger negativ ein als zuletzt. Die Beschäftigung wollen sie weniger stark reduzieren als bisher geplant.
Im Großhandel und im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Einzelhändler sind mit ihrer Geschäftslage nicht mehr so unzufrieden. Sie rechnen darüber hinaus auch mit einem weniger schlechten Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten. Die Großhändler beurteilen sowohl ihre derzeitige Situation als auch ihre Geschäftsperspektiven etwas günstiger als im Vormonat.
Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftklima erneut eingetrübt. Die Bauunternehmen sind unzufriedener mit ihrer augenblicklichen Geschäftssituation. Auch die weitere Geschäftsentwicklung schätzen sie kritischer ein als im Vormonat. Im gewerblichen Bau hat sich das Geschäftsklima markant abgekühlt.
Der ifo Weltwirtschaftsklimaindikator ist im zweiten Quartal 2009 erstmals seit Herbst 2007 gestiegen. Der Anstieg des Indikators resultiert aus den günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate; die Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage hat sich demgegenüber erneut verschlechtert und fiel auf einen neuen historischen Tiefstand.
Die Wirtschaftserwartungen haben sich in allen großen Regionen verbessert, insbesondere in Nordamerika und in Asien. Aber auch in West-, Mittel- und Osteuropa, Russland und Lateinamerika wurden die Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach oben korrigiert. Die aktuelle Wirtschaftslage wird dagegen in allen großen Regionen weiterhin als ausgesprochen ungünstig bewertet, am schlechtesten in Nordamerika und Westeuropa.
Die Inflationserwartungen für 2009 sind im Weltdurchschnitt deutlich niedriger als die Inflationseinschätzungen für das Vorjahr (2,7 Prozent gegenüber 5,4 Prozent). Zudem wird der Preisanstieg im Verlauf der nächsten sechs Monate nach Ansicht der WES-Experten weiter nachlassen. Der Inflationsrückgang ist besonders ausgeprägt in Westeuropa und Nordamerika.
Angesichts der Rezession und der spürbaren Verlangsamung des Preisanstiegs wird nahezu überall, wo noch ein Spielraum vorhanden ist, mit einem weiteren Rückgang der Leitzinsen gerechnet. Die langfristigen Zinsen dürften sich dagegen nach Ansicht der WES-Experten in den nächsten sechs Monaten stabilisieren.
Nach der in den vergangenen Monaten erfolgten kräftigen Wertsteigerung des japanischen Yen wird dieser von den WES-Experten nunmehr als angemessen bewertet gesehen. Das britische Pfund gilt nach der mittlerweile eingetretenen deutlichen Abschwächung nunmehr als leicht unterbewertet. Auf der anderen Seite wird der US-Dollar erstmals seit Anfang 2007 als etwas überbewertet angesehen.
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