Importpreise noch nie so stark gefallen

26. November 2008 · Märkte ·  

containerschiff_xin_mei_zhou.jpgDer Index der Einfuhrpreise ist gegenüber September 2008 um 3,6% gefallen. Bisher wurde ein Preisrückgang gegenüber dem Vormonat in dieser Höhe noch nie beobachtet. Die Ursaches sind niedrigere Preise im Energiesektor (-15,8% zum Vormonat) und bei den Rohstoffen (-13,0% gegenüber September 2008).

Der Index der Einfuhrpreise lag im Oktober 2008 um 2,9% über dem Vorjahresstand. Dies war die niedrigste Jahresteuerungsrate seit Oktober 2007 (+2,3%). Im September 2008 hatte die Jahresveränderungsrate +7,6% und im August +9,3% betragen.

Gegenüber September 2008 verbilligten sich Erdöl- und Mineralölimporte um 24,8% beziehungsweise 20,8%, was zu Jahresveränderungsraten bei rohem Erdöl von -6,0% und bei Mineralölerzeugnissen von -3,0% führte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken auch die Preise für Steinkohle gegenüber dem Vormonat (-3,3%). Gegenüber dem Vorjahresmonat war ein Anstieg von 76,4% zu verzeichnen. Nur Erdgas wurde auf dem Energiesektor auch im Vormonatsvergleich teurer (+4,5%). Gegenüber dem Vorjahresmonat kostete es 60,0% mehr. Die Jahresveränderungsrate für den gesamten Energiebereich betrug +10,3%. Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lag im Oktober 2008 um 4,1% über dem Stand von Oktober 2007 (gegenüber September 2008: -0,2%).

Bei den Rohstoffen waren insbesondere Nicht-Eisen-Metallerze gegenüber September 2008 billiger (-12,1%), im Vergleich zu Oktober 2007 sanken die Preise hier um 13,6%. Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug verbilligten sich um 8,7% gegenüber dem Vormonat und um 19,7% gegenüber dem Vorjahr. Preisreduzierungen im Vergleich zu September 2008 gab es insbesondere für Rohkupfer (-22,9%, Veränderung zu Oktober 2007: -33,5%) und Rohnickel (-20,6%, Veränderung zu Oktober 2007: -53,2%). Auch Blei, Zink und Zinn konnten günstiger importiert werden (-7,5%, Veränderung zu Oktober 2007: -39,4%).

Im Gegensatz zu den Nicht-Eisen-Metallerzen verteuerte sich importiertes Eisenerz im Oktober 2008 gegenüber dem Vormonat um 9,4%, gegenüber dem Vorjahresmonat um 82,3%. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen verbilligten sich gegenüber September 2008 (-4,1%), der Index lag aber um 12,1% über dem Stand des Vorjahresmonats.

Im Nahrungsmittelsektor fielen die Preise für Getreide gegenüber dem Vormonat (-7,8% wie gegenüber dem Vorjahresmonat (-26,5%). Rohkaffee war im Vormonatsvergleich um 4,7% billiger und wurde damit um 0,2% günstiger importiert als noch ein Jahr zuvor. Auch die Preise für Rohkakao sanken im Vergleich zu September 2008 (-7,0%), wiesen aber gegenüber dem Vorjahr noch ein Plus von 24,2% auf. Schweine- und Rindfleisch waren seit dem letzten Monat ebenfalls günstiger zu haben (-1,8% beziehungsweise -1,5%), gegenüber Oktober 2007 verteuerten sie sich aber um 14,9% (Schweinefleisch) und 13,0% (Rindfleisch).

Der Index der Ausfuhrpreise lag im Oktober 2008 um 2,0% höher als im Vorjahr. Im September 2008 hatte die Jahresteuerungsrate 2,8% und im August 2,9% betragen. Gegenüber September 2008 sank der Ausfuhrpreisindex um 0,7% und damit gegenüber dem Vormonat so stark wie seit Januar 1968 nicht mehr (-0,9%).

Bild: Die Xin Mei Zhou fährt in den Hamburger Hafen ein (Foto: Hafen Hamburg / D. Hasenpusch)

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