Industrieservices in Deutschland
Die Bedeutung von Industrieservices bei der Optimierung von Produktionsprozessen nimmt nach einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants weiter zu.
Für die Studie „Industrieservices in Deutschland – Status Quo und zukünftige Entwicklung“ hat Roland Berger Strategy Consultants Entscheider aus Unternehmen, die Industrie- services nachfragen, interviewt, ein Marktmodell simuliert und die Erkenntnisse mit Anbietern von Industriedienstleistungen gespiegelt. Zwar bleibt das Gesamtvolumen des Markts bei rund 29 Millionen Euro zukünftig stabil, aber der Trend geht in Richtung Outsourcing. Die befragten Unternehmen wenden heute je nach Branche zwischen drei und sieben Prozent ihrer Wertschöpfung für Industrieservices auf. Der Anteil der durch externe Dienstleister erbrachten Industrieservices liegt bei knapp einem Drittel (32 Prozent) des Gesamtmarkts, mit steigender Tendenz. Gleichzeitig ist die Anbieterlandschaft für Industrieservices von Konsolidierung geprägt – durch Akquisitionen, Joint Ventures, Kooperationen und Gründungen.
„Bei Industriemontagen und technischer Reinigung übernehmen bereits heute externe Dienstleister fast die Hälfte des Auftragsvolumens in Deutschland“, sagt Roland Berger Partner Dr. Kai-Stefan Schober. Bei der Instandhaltung, die mehr als die Hälfte des Marktvolumens für Industrieservices ausmacht, liegt der Anteil externer Auftragnehmer heute bei rund einem Drittel, bei Produktionsunterstützung und interner Logistik zwischen zwölf und 20 Prozent. Die Tendenz ist in all diesen Gewerken steigend: „Getrieben vom Trend, solche Services nicht mehr inhouse zu erledigen, sondern einzukaufen, wird der Markt für externe Industriedienstleistungen um etwa vier Prozent pro Jahr wachsen“, sagt Schober. Parallel dazu zeigt sich ein Trend zur Konsolidierung: „Wir beobachten bei den Anbietern in den vergangenen Jahren eine Zunahme strategischer Aktivitäten, um sich im Markt besser zu positionieren, etwa durch Zukauf von Unternehmen oder Gründung von Joint Ventures mit dem Ziel, sich funktional und regional zu verstärken.“
Qualität und Reaktionszeit entscheidend bei Dienstleisterwahl
Als wichtige Kriterien bei der Entscheidung, welche Industrieservices sie von extern einkaufen, nennen die befragten Unternehmen vor allem eine leichte Abgrenzbarkeit, eine gewisse Distanz zum Kerngeschäft sowie eine gut messbare Qualität der zu erbringenden Leistungen. Bei der Auswahl der Dienstleister sind deren Qualität und Reaktionszeit den Unternehmen wichtiger als Kriterien wie Preis, Know-how oder Pünktlichkeit. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Gründen für einen Wechsel des Anbieters: „Obwohl die Qualität als kritischer Erfolgsfaktor wahrgenommen wird, steigert ein im Vergleich zum Wettbewerb höherer Preis die Wechselbereitschaft deutlich“, sagt Roland Berger Principal Peter Greppmair. „Dagegen wird ein Dienstleister, dessen Leistung vom Soll abweicht, nur selten mit dem Entzug von Aufträgen bestraft.“ Gründe gegen einen Anbieterwechsel nennt die Studie auch: An erster Stelle steht hier das Bewusstsein, dass sich Abläufe eingespielt haben, gefolgt von der Furcht vor Know-how und Vertrauen.
Die Effizienz des gesamten Industrieservices-Prozesses hängt davon ab, wie sich die anfallenden Kosten für Industrieservices im Vergleich zum Produktionsoutput entwickeln. Ein aktives Industrieservice-Management kann dabei helfen, die Kosten zu senken und so eine höhere Effizienz erreichen. Die meisten Unternehmen nutzen hierfür Soll-Ist-Vergleiche, daneben kommen Instrumente wie Benchmarks, Kostenvergleiche, Ausschreibungen oder Kaizen zum Einsatz.
Eine 30-seitige Zusammenfassung der Studienergebnisse steht zum pdf-Download in deutscher Version zur Verfügung: Industrieservices in Deutschland
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