Jeder dritte Container aus China
Der von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hart getroffene Hambur- ger Hafen meldet für das erste Quartal 2010 mit einem Gesamtumschlag von 28,6 Millio- nen Tonnen einen Zuwachs von 4,6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahres- ergebnis.
Auf der Importseite ermittelte Hafen Hamburg Marketing e.V., die Marketingorganisation des Hamburger Hafens, ein Umschlagergebnis von 16,7 Millionen Tonnen (+6,0 Prozent). Der Export via Hamburg entwickelte sich mit 11,9 Millionen Tonnen (+2,7 Prozent) ebenfalls positiv im Vergleich zum ersten Quartal 2009. Der in Hamburg dominierende Stückgut- umschlag zeigt mit einem Umschlagergebnis von 18,6 Millionen Tonnen wieder einen Zuwachs von 1,1 Prozent. Der Massengutumschlag sorgte mit einem Umschlagergebnis von 9,9 Millionen Tonnen (+11,9 Prozent) in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hauptsächlich für den Zuwachs im Gesamtumschlag.
Der Containerumschlag im Hamburger Hafen lag im ersten Quartal mit 1,8 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) noch 4,0 Prozent unter dem Vorjahresergebnis des ersten Quartals 2009. Die Entwicklung im Umschlag beladener Container (TEU) zeigt aber auch für die ersten drei Monate mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent eine Aufwärtstendenz. Erst die Umschlagzahlen im März, in dem in Hamburg 642.000 TEU abgefertigt wurden, liegen mit einem Plus von 10,9 Prozent wieder deutlich über dem Vorjahresergebnis. Im Seehafen-Hinterlandverkehr auf der Schiene meldet die Hamburger Hafenbahn mit 448.238 transpor-tierten TEU sogar ein Plus von 16 Prozent für das erste Quartal 2010.
Einige der während der Finanz- und Wirtschaftskrise eingestellten China- und Asiendienste kommen seit April wieder nach und nach in Fahrt und werden dadurch für einen Zuwachs der Containerumschlagmengen in Hamburg sorgen. Im ersten Quartal 2010 blieb der Containerumschlag mit den Regionen Asiens mit insgesamt 1,1 Millionen TEU knapp unter dem Vorjahresergebnis (-2,1 Prozent). Die Containerverkehre von und nach Amerika erreichten ein Ergebnis von 182.000 TEU (+9,2 Prozent), das Containerfahrtgebiet Afrika kam auf ein Ergebnis von 47.000 TEU (+7,4 Prozent) und die für Hamburg wichtigen europäischen Verteilerverkehre kamen auf 470.000 TEU (-12,9 Prozent).
Im Containerumschlag ist Asien, mit China an der Spitze, der mit Abstand bedeutendste Marktpartner des Hamburger Hafens. Jeder dritte Container, der in Hamburg umgeschlagen wird, kommt aus China oder geht dorthin. Derzeit sind positive Auswirkungen der in China gestarteten Konjunkturprogramme noch nicht im Umschlagergebnis des Hamburger Hafens erkennbar. Als führender Chinahafen in Europa werden über die Drehscheibe Hamburg bedeutende Mengen der Chinaladung als so genannte Transhipment-Ladung im Feederverkehr in die europäischen Nachbarländer mit Schwerpunkt Ostseeraum abfertigt. Aber auch Deutschlands Exporte werden von einer Erholung des Welthandels profitieren, dessen Wachstum 2010 von der Weltbank mit etwa 4,3 Prozent prognostiziert wird. Gegenüber 2009 wird von der OECD mit einem Anstieg der deutschen Ausfuhren um 7,2 Prozent gerechnet. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) erwartet für 2010 ein Außenhandelswachstum in Deutschland von bis zu 10 Prozent.
Hafen Hamburg Marketing Vorstand Claudia Roller wies bei der Interpretation der Container-Umschlagdaten darauf hin, dass die ausgewerteten Ergebnisse der ersten drei Monaten noch nicht die Auswirkungen der seit April wieder eingesetzten zusätzlichen Fernostdienste zeigen. Hier dürfte dann mit dem zweiten Quartal bei der Auswertung der Halbjahreszahlen die Aufwärtsentwicklung deutlich erkennbar werden. „Das Umschlag- ergebnis des ersten Quartals 2010 gibt mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent ein positives Signal für die Hamburger Hafenwirtschaft. Wir können feststellen, dass der Universalhafen Hamburg im ersten Quartal 2010 besonders von der erfreulichen Entwicklung beim Umschlag von Greifergut profitieren konnte. Der von der Krise im vergangenen Jahr besonders stark betroffene Umschlag von Eisenerz und anderem Greifergut kletterte auf 4,7 Millionen Tonnen und erreichte einen Zuwachs von 49,7 Prozent. Der Sauggutbereich verfehlte knapp das sehr gute Vorjahresergebnis und erreichte 1,6 Millionen Tonnen (-4,8 Prozent). Der Umschlag von Flüssigladung kam auf insgesamt 3,6 Millionen Tonnen (-10,8 Prozent).“
Bild: Container im Hamburger Hafen (Bild: HHM)
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