Keine Talfahrt bei Bergbaumaschinen
Die Finanzkrise hat die deutschen Bergbaumaschinenhersteller bisher nicht nennenswert getroffen. Für das kommende Jahr gehen sie von einer Erhöhung ihres Gesamtumsatzes um zehn Prozent auf 3,3 Milliarden Euro aus.Das sagte Peter Jochums, Vorsitzender des Fachverbandes Bergbaumaschinen im VDMA, anlässlich der Jahrespressekonferenz auf der Zeche Zollverein am 20. November in Essen.
Auftragsbücher für 2009 gut gefüllt
Es habe zwar in jüngster Zeit einige Auftragsstornierungen, insbesondere aus dem osteuropäischen Raum gegeben, aber von teilweise massiven Einbrüchen – wie in anderen Wirtschaftszweigen – seien die Hersteller nicht betroffen. „Unsere Auftragsbücher sind, zumindest was das kommende Jahr anbelangt, gut gefüllt“, betonte Jochums. Mit einer „vorübergehenden Delle” als Folge der Finanzkrise rechnet er jedoch für das Jahr 2010. Ob das so kommen werde, könne man jedoch zur Zeit nicht sagen. Belastbare Aussagen, wie sich die Krise auf die Branche auswirke, seien nicht möglich.
Für 2008 rechnen die Hersteller mit einer Verminderung ihres Gesamtumsatzes um zehn Prozent auf 3 Milliarden Euro. In den beiden vorangegangenen Jahren hatten sie jeweils noch kräftig um 18 Prozent zugelegt. Den Rückgang, so Jochums, könne man daher verkraften. Im Inland nehme die Unsicherheit wegen dem im Jahr 2018 drohenden Ausstieg aus der Steinkohlenproduktion zu, was sich auch in den Zahlen niederschlage. Für das laufende Jahr rechnet er deshalb mit einer Umsatzeinbuße im Inland von 17 Prozent auf 390 Millionen Euro. 2009 sollen es dann noch einmal fünf Prozent weniger werden. Dennoch sei Deutschland immer noch der größte und ein wichtiger Absatzmarkt.
Etwa 2,6 Milliarden Euro werden die Bergbaumaschinenhersteller in diesem Jahr im Ausland umsetzen. Das sind elf Prozent weniger als 2007. Aufgrund der hohen Steigerungsraten in den Vorjahren könne man mit der Situation, wie Jochums weiter mitteilte, „jedoch gut umgehen”. Zumal die Industrie trotz Finanzkrise im kommenden Jahr mit einer Erhöhung ihres Auslandsumsatzes um elf Prozent auf 2,92 Milliarden Euro rechne. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt.
Russland größter Auslandsmarkt
Größter ausländischer Absatzmarkt ist, wie im vergangenen Jahr, wieder Russland. Die Ausfuhren konnten um 20 Millionen Euro auf 280 Millionen Euro gesteigert werden. Für 2009 rechnet Jochums infolge der Finanzkrise mit Einbußen von etwa zehn Prozent. Vereinzelt seien Aufträge bereits gestreckt oder storniert worden. Um dem zu begegnen, versuchten die deutschen Hersteller, verstärkt Hermes-Instrumente oder Finanzierungen über deutsche Banken zu nutzen.
In China, dem zweitwichtigsten Markt, werden die deutschen Bergbaumaschinenhersteller ihre Umsätze in diesem Jahr voraussichtlich nur um 1 Million Euro auf 210 Millionen Euro erhöhen.
Nicht zuletzt wegen der staatlichen Unterstützung, die viele Firmen erhielten, hätten sich die Chinesen, so Jochums, zu ernst zu nehmenden Konkurrenten auf den Weltmärkten entwickelt. Allein zwischen 2005 und 2007 seien die Exporte der chinesischen Bergbaumaschinenhersteller von 871 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro gestiegen und hätten sich damit mehr als verdoppelt. Die Ausfuhren in die USA haben sich in der gleichen Zeit vervierfacht. Die nach Russland sogar verzehnfacht. Trotz dieses Hintergrundes geht Jochums für das kommende Jahr von gleich bleibenden Umsätzen aus.
Die Ausfuhren in die USA werden in diesem Jahr voraussichtlich von 252 auf etwa 200 Millionen Euro sinken. Als Ursachen nannte Jochums Unsicherheiten infolge der Finanzkrise, rückläufige Rohstoffpreise und damit verbunden geringere Investitionen großer Bergbaugesellschaften. Wegen der weitgehend guten Stimmung bei den US-amerikanischen wie auch kanadischen Bergbaubetreibern gehe man jedoch davon aus, im kommenden Jahr den Umsatz von 2008 halten zu können. Großes Potential, vor allem für die Zukunft, sieht Jochums in Indien, Indonesien und auf den Philippinen.
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