Konsolidierungswelle im Autohandel
Nach einer Studie von Deloitte werden von 30.000 Autohäusern in Deutschland in den kommenden zwei Jahren nur noch maximal 25.000 im Markt bestehen können.„Der Wettbewerb ist in vollem Gange – immer mehr sogenannte Megadealer etablieren sich als Konkurrenz zu den klassischen Hersteller-Niederlassungen, was zu einem höheren Verdrängungswettbewerb bei kleineren und mittleren Autohäusern führt“, sagt Dr. Martin Hölz, Partner und Industry Leader für die Automobilindustrie bei Deloitte. „Diese Entwicklung in Deutschland gleicht der angelsächsischen Situation, die bereits einen stark ausgeprägten Mehr-Markenhandel nach sich gezogen hat.“ Die Wirtschaftsprüfer und Berater von Deloitte stellen in ihrer neuen Studie „Automobilhandel im Premiumsegment“ fest, dass sich die Markt- und Wettbewerbssituation der deutschen Autohändler in den kommenden Jahren stark zuspitzen wird. Die Konsolidierungen zu „Megadealern“ und zunehmende Mehrmarkenvertriebe verlangen eine Neuausrichtung seitens der Automobilindustrie, so Deloitte.
Marktsituation des Autohandels
Es gibt aktuell knapp 30.000 Autohäuser beziehungsweise -händler in Deutschland. Diese Zahl wird sich nach den Ergebnissen der Studie bis 2010 auf unter 25.000 reduzieren. Dies betrifft überwiegend mittelständische Automobilhäuser, deren Marktanteil von über 45 auf knapp 29 Prozent sinken wird. Neben vielen Insolvenzen werden einige in Kooperationen oder Netzwerken aufgehen, denn der Einmarkenvertrieb wird um fast 14 Punkte auf rund 56 Prozent fallen. Neben den Volumenherstellern wie VW, Renault und Peugeot werden dabei auch die Premiummarken Audi, BMW und Mercedes ihre aktuell je etwa 1.100 Autohäuser auf unter 900 reduzieren, so Deloitte.
Sowohl der Margendruck der OEMs als auch der Preisdruck des Marktes bedrängen den Handel. „Das führt zu einer Marktbereinigung sowie zu Zusammenschlüssen und Kooperationen – die Anzahl der unabhängigen Kfz-Betriebe ging in den letzten zehn Jahren schon um gut 18 Prozent zurück. Ein stetiger Beschäftigungsabbau und steigende Spezialisierungs- und Qualifizierungsanforderungen an Mitarbeiter sind die Folge“, sagt Florian Hojak, Senior Consultant Automobilindustrie bei Deloitte.
Die Veränderungen im Marktumfeld zeigen in Kombination mit der chronischen Ertrags- und Eigenkapitalschwäche des deutschen Autohandels ihre Spuren: „25 Prozent der Autohäuser befinden sich bereits heute in einer Krisensituation. Bis 2015 wird ein Rückgang der Vertragshändler um neun Prozent erwartet. Verpassen die kleineren bis mittleren Betriebe in den nächsten Jahren das strategische Zeitfenster, wird es schwer, sich im Markt behaupten zu können“, resümiert Florian Hojak.
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These: Be bigger, be different or get out:
Bekommen wir amerikanische Verhältnisse?
Die Marktsituation in England spiegelt heute schon zwar zeitversetzt aber sehr deutliche die US Amerikanische automobile Handelssituation wider.
Eindeutig zu erkennen ist auch, dass erfolgreiche amerikanische Gruppen England, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Sprache als “Pilotmarkt” für Europa nutzen und bereits erfolgreich besetzt haben.
Auch in Festlandeuropa haben die Internationalen in starkem Wettbewerb zu den großen Europäern bereits strategische Teststandorte besetzt.
Aus unseren Erhebungen ergibt sich, dass mehr als zwei Drittel aller Autohausunternehmer derzeit vor der Aufgabenstellung stehen nach der Regel: “be bigger, be different or get out”.
Die aktuelle Marktsituation in Deutschland, die auf Druck generierten zukünftigen „Altlasten“ wie Kurzzulassungen, abgemeldete Vorführwagen, überzahlte Gebrauchtwagen, Leasingrückläufer…und nicht zuletzt die zu erwartenden Folgen durch die Nichterreichung der Zielvereinbarungen und damit verbunden Gefährdung von Verkaufshilfen und Boni, erlauben vielen Unternehmen derzeit kein strategisch ausgerichtetes Denken.
Dies deckt sich auch mit allen Studien unseren Kollegen, wonach innerhalb der nächsten zwei Jahre ca. 5000 Händler den Markt verlassen werden.
Verständlicherweise handeln viele Autohausunternehmer nach dem Motto: „Augen zu und durch“. Die Aufgabenstellung wird oft als persönliche Herausforderung gesehen und Liquiditätsdefizite aus der Privatschatulle (wenn noch vorhanden) geschlossen.
Aus meiner Sicht ist es aber nur bedingt auf den Unternehmer als Person zurückzuführen und kann von diesem auch rein sachlich betrachtet nicht gelöst werden:
Da bleibt selbst für die aus unserer Sicht einzige Alternative für das einzelne Autohaus, das „anders sein“, nur wenig kreativer Freiraum.
Dabei muss genau das der Anspruch sein: „Best Business in Town“, um ausreichend Erträge und damit die Zukunft zu sichern.
Einige in dieser Situation befindlichen Unternehmer haben sich bereits sehr erfolgreich in große Gruppen eingegliedert und sich damit selbst wieder einen machbaren Handlungsrahmen gesetzt.
Warum wachsen die Megadealer so stark und warum sind die privat geführten Autohausgruppen betriebswirtschaftlich erfolgreicher als Herstellerniederlassungen.
Dieser Frage sind wir in den vergangen Wochen sehr intensiv nachgegangen und sind hier zu Ergebnissen und Erfolgsfaktoren gekommen, die uns alle in ihre Einfachheit überrascht:
Es ist das System Autohaus. Nachrangig Bedeutung hat hier „Hardware“; wie Gebäude, Showroom Einrichtung, DMS..: .
Es ist die „Software“ des Systems Autohaus: Die stringente, und allen Standorten durchgängige gleichermaßen emotionelle wie strukturell geprägte Umsetzung von Kundengewinnung und Begegnungsqualität.
Angereichert wird dies durch den lokalen Standortleiter der regionalen zusatznutzen generiert.
Vor diesem Hintergrund sind wir etwas tiefer in die kausalen Zusammenhänge zwischen Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit und betriebswirtschaftlichem Erfolg eingestiegen.
Erfolgreich kann dies in unternehmergeführten Autohäusern vom Chef persönlich und individuell umgesetzt werden.
Für uns waren natürlich wichtig zu erfahren, was sind die Erfolgsfaktoren zur erfolgreichen Multiplizierbarkeit und nachhaltigen Implementierung und Sicherstellungen an verschieden Standorten unterschiedlichen Marken und Märkten:
Es ist die wertschöpfende Kombination des generellen Basiskonzeptes der Händlergruppe und die Multiplikation mit der Persönlichkeit des entsprechenden Standortleiters.
Unter diesen Vorraussetzungen werden zunehmend Megadealer lokale Standorte mit markanten Wettbewerbsvorteilen hin zum besten am Ort besetzen.
Gebündelt mit Synergien aus Fixkostendegression und steigender Einkaufsmacht wird sich Markstellung der gut aufgestellten Großen auch in Deutschland deutlich erhöhen.
Steffen Karl
Director Dealer Development
Senior Account Executive DealerGroups
MSX International GmbH
The Smart Alternative >>>
Stolberger Strasse 309 – 311
50933 Köln
E-Mail: skarl@msxi-euro.com
Mobile +49 (0)171 – 932 3176
Tel. +49 (0)221 – 947 00 100
Fax +49 (0)221 – 947 00 134
http://www.msxi-euro.de
Eine Studie mehr die Aufzeigt das “amerikanische Verhältnisse”, also der Trend zu Megastores mit Multimarkenhändlern zu uns rüber schwappen wird. Dem aufmerksamen Betrachter des deutschen Marktes zeigt sich jedoch das auch die vermeintlich grossen Multimarken Händler bereits jetzt vor Probleme gestellt sind. So erscheint es auf den ersten Blick nur ein kleines Problem zu sein die einzelnen Marken sinnvoll von einander abzugrenzen. Stichworte wie Markenidentität und Abgrenzung vom Wettbewerb im eigenen Haus sind hier zu beachten. Darüber hinaus können oftmals nur die Standorte überzeugen, die mit “alter” Belegschaft in einen Megadealer integriert wurden. Know-How und die Begeisterung für das Produkt geht so nicht verloren.
Die jüngste Entwicklung zeigt das selbst der grösste Händler der USA, AutoNation, mit Absatzproblemen zu kämpfen hat. Sicherlich auch eine Folge der sich mit negativ Meldungen überschlagenden Finanzmarktsitutation in den USA. Aber zeigt sich hier nicht eine weitere Schwäche der Megastores auf ? Die schiere Unmöglichkeit zur Reaktion. Sei es auf Marktveränderungen oder auf Kundenwünsche.
Oder ist es einfach nur die Unmöglichkeit eines der wichtigsten Attribute zu transportieren – Emotionen. Bei allen Studien und Zahlenwerk wird viel zu sehr vergessen das der Kunde in Erlebniswelten abtauchen möchte. Hier sind mit Sicherheit Megastores eher in der Lage Erlebnisswelten und Mehrwerte zu schaffen. Nicht zu Unrecht spricht man von des Deutschen liebsten Kind – dem Automobil.
Dies sind alles natürlich rein subjektive Anmerkungen eines langjährigen Markteilnehmers und können gerne zur weiteren Diskussion anregen.