Nachhaltigkeit in der Edelstahlproduktion



Outokumpu hat sich öffentlich dazu bekannt, Effizienz in der Produktion zu fördern und innovative Ansätze für unternehmensweit gültige Minderungsziele von Treibhausgas-emissionen zu entwickeln. Weltweit suchen Regierungen nach geeigneten Strategien, wie sie auf den Klimawandel reagieren sollen. Diese Dynamik ist auch in der Privatwirtschaft zu spüren. Was können Unternehmen tun, um die Erderwärmung einzudämmen?

Um die Industrie stärker einzubinden, hat der UN Global Compact (UNGC) in Zusammen-arbeit mit dem Carbon Disclosure Project (CDP), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wildlife Fund (WWF) die Initiative Science Based Targets ins Leben gerufen. Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen werden als wissenschaftlich fundiert betrachtet, wenn die Temperatur auf höchstens 2 Grad Celsius im Vergleich zum Temperaturniveau vor der Industrialisierung steigt.

Verpflichtung und Kontinuität
Outokumpu ist eins von 262 engagierten Unternehmen, die sich dazu verpflichten, ihren eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren. „Seit 2010 haben wir zwei sehr anspruchsvolle langfristige Indikatoren (KPIs) im Zusammenhang mit dem Klima identifiziert: Das CO2-Emissionsziel und das Energieeffizienzziel. Wir werten diese vierteljährlich aus und haben dabei festgestellt, dass Outokumpu hinsichtlich des CO2-Profils der Vorreiter der Branche ist“, sagt Juha Ylimaunu, Leiter Umwelt & Nachhaltigkeit bei Outokumpu. „Das Jahr 2020 rückt näher und das Pariser Abkommen mit dem 2°C-Szenario für 2050 ist bereits in Kraft getreten. Deshalb haben wir uns Anfang 2017 in unserem internen Netzwerken für Umwelt und Emissionshandel dazu entschieden, unser Klimaziel im Hinblick auf die Science Based Target initiative zu erneuern.“

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen hat Outokumpu in diesem Bereich bereits viel erreicht. Zum Beispiel hat sich der CO2-Profil im Jahr 2016 um 13,3 Prozent gegenüber der Basisperiode verringert. Die CO2-Emissionen pro produzierter Tonne Edelstahl sind ebenfalls gesunken. Ylimaunu sagt, dass Outokumpu sich verpflichtet sehe, seinen Teil zum Klima-schutz beizutragen.

Laut Verena Schulz-Klemp, Direktor Nachhaltigkeit und Umwelt bei Outokumpu, konzen-trieren sich die Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf Ressourceneffizienz. Das Unternehmen hat im Jahr 2016 eine Verbesserung im Recyclinganteil pro Tonne Edelstahl von 87 Prozent und bei der Energieeffizienz im Energieverbrauch pro Tonne Edelstahl auf 9,8 GJ/t verzeichnet, was einer Energieeinsparung von 4,7 Millionen GJ im Vergleich zum Ausgangswert entspricht.

Auch wenn global gesehen die Recyclingquote rückläufig war, hat Outokumpu es geschafft, seinen Anteil an recycelten Materialien zu erhöhen. Obwohl viele zu verschrottende Materialien zur Verfügung stehen, liegt die Herausforderung in der Suche nach der richtigen Materialzusammensetzung für die Weiterverwertung in der Produktion.

Innerhalb des letzten Jahres verwendete Outokumpu über 2,4 Millionen Tonnen recycelten Stahls – Edelstahl sowie Kohlenstoffstahl. Zur Veranschaulichung: Diese Menge entspricht dem Stahlanteil in 2,9 Millionen mittelgroßen Autos. Ende der 1990er Jahre lag die Recyclingquote bei etwa 70 Prozent, darauf folgend konnte Outokumpu seinen Anteil an Recyclingmaterialien in der Produktion kontinuierlich steigern.

„Im Jahr 2016 lag unser Ziel bei einer Steigerung der Recyclingquote auf 88% in der Produktion. Obwohl wir leicht hinter diesem Ziel blieben, ist die Zahl im weltweiten Vergleich immer noch bemerkenswert. Im Jahr 2016 lag der Anteil an Recyclingmaterialien bei 87,1%”, so Camilla Kaplin, Senior Manager Environment bei Outokumpu.

Der Anteil an recyceltem Material umfasst den Stahlschrott, der nicht aus dem Schmelz-prozess selbst stammt. Hinzu kommen Abfallströme aus verschiedenen Prozessen, die aufbereitet und recycelt wurden. Bis 2020 möchte Outokumpu seinen Anteil an recycelten Materialien auf 90% erhöhen.

Ein ehrgeiziges Ziel
Weltweit ist die Verwendung von wiedergewonnenem Stahl rückläufig. In China, dem größten Edelstahlproduzenten der Welt, basiert der Großteil des rostfreien Stahls derzeit auf primären Rohstoffen. Outokumpu weiß insbesondere im globalen Kontext, wie herausfordernd das Ziel zum recycelten Anteil ist: „Wir wissen, dass unser Ziel sehr hoch gesteckt ist, wenn man bedenkt, dass die weltweite Recyclingrate bei 50-60% liegt. Sogar in Europa, wo das Thema Recycling auch aufgrund der Verfügbarkeit von Stahlschrott einen vergleichsweise hohen Stellenwert hat, sind 90% schon eine Hausnummer“, sagt Kaplin.“

Outokumpu hat es geschafft, seinen Anteil an Recyclingmaterial so weit zu erhöhen, indem alle Produktionsabläufe auf die Nutzung von Recyclingmaterial eingestellt wurden. Recyceltes Material wird soweit verwendet, solange es wirtschaftlich rentabel ist. Als am Outokumpu-Standort Tornio in Finnland die Produktion erhöht wurde, hat man die neue Produktionslinie entsprechend optimiert, um so viel recycelten Stahl wie möglich verwenden zu können.

Die Qualitätssicherung verbessern
Auf der anderen Seite erkennt Outokumpu auch, dass sich die Anteile an recyceltem Material bereits auf dem höchsten Niveau befinden könnten abhängig von zukünftiger Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Das Hauptziel in den kommenden Jahren wird viel mehr sein, die Vorteile bei der Nutzung recycelter Inhalte zu maximieren, zum Beispiel durch eine gründliche Qualitätssicherung. „Grundsätzlich ist das Recycling von Edelstahl die kostengünstigste Option, und die Endkunden von Outokumpu wissen auch, dass das Material am Ende wieder recycelt werden kann“, sagt Teijo Södervall, Vice President bei Outokumpu im Stahlwerks Tornio.

Södervall erklärt, dass die Verfügbarkeit von wiederverwertbaren Materialien in einer typischen Stahlqualität ausreicht, die Qualitätsanforderung aber variiert. Die Lieferkette für recycelten Edelstahl ist folgendermaßen aufgebaut: Der Schrott wird vom Lieferanten gekauft, der ihn aus verschiedenen Materialströmen gesammelt und zusammengeführt hat. Dabei besteht die Herausforderung darin, den weiterverwertbaren Schrott zu identifizieren und ihn vom nicht nutzbaren Material zu trennen.

„Jede Charge enthält unterschiedliche Zusammensetzungen, so dass die Qualitätssicherung wesentlich ist, um Endprodukte mit hoher Qualität zu erzeugen. Aus diesem Grund ist es unser Ziel, die Qualitätssicherung in Zukunft noch weiter zu verbessern. “

Ziele erreichen
Outokumpu überarbeitete sein Klimaziel nach dem sogenannten Sectoral Decarbonization Approach (SDA) für die Stahlindustrie. Der SDA zielt darauf ab, Unternehmen wie Outokumpu einen geeigneten und auf Erkenntnisse aufbauenden Weg aufzuzeigen, um Emissionsziele zu setzen. Um alle Kriterien zu erfüllen, damit die Ziele von Outokumpu erreicht werden, sagt Schulz-Klemp, wird hauptsächlich die Effizienz der Umstrukturierung des Unternehmens wichtig sein. „Dies erfordert die Konzentration von Standorten und die Optimierung der Produktion, um effizienter in Kapazitätsauslastung und Ausbringung zu werden.“
Ylimaunu fügt hinzu: „Das ist etwas, das wir in all unseren Prozessschritten von der Ferrochrom-Produktion über das Stahlschmelzen sowie Warm- und Kaltwalzen bis hin zur Konfektionierung für unsere Kunden verfolgen. Die Entwicklung erfordert hohen Personal-einsatz, Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie optimale Prozesse.“

Das Festlegen von ehrgeizigen Emissionszielen ist eine Sache, diese zu erreichen ist eine andere. Indem sie sich auf wissenschaftlich fundierte Ziele, Daten und Fakten verlassen, tragen die Unternehmen der Weltwirtschaft wie Outokumpu nunmehr dazu bei, die CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln und den Weg für eine kohlenstoffarme Zukunft zu ebnen.

Bild: Das Unternehmen Outokumpu hat im Jahr 2016 eine Verbesserung im Recyclinganteil pro Tonne Edelstahl von 87 Prozent verzeichnet und es geschafft, seinen Anteil an Recyclingmaterial so weit zu erhöhen, indem alle Produktionsabläufe auf die Nutzung von Recyclingmaterial eingestellt wurden; Foto: Outokumpu

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