Neue Anbieter fordern etablierte Dienstleister


Der deutsche Industrieservice-Markt hat sich in den vergangenen Jahren uneinheitlich entwickelt. In 2016 wuchsen die kleineren Anbieter stärker als die zehn führenden Anbieter der Lünendonk-Liste, die im Durchschnitt einen Umsatzrückgang von 2,6 Prozent verzeichneten. Ungeachtet dessen ist das Servicegeschäft attraktiv. Neben den etablierten Industrieservice-Unternehmen drängen unter anderem Anlagenbauer und Einzelgewerke-anbieter stärker in den Markt. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Lünendonk-Studie „Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“.

Markt mit Potenzial: Servicegeschäft ist attraktiv für OEM und Private Equity
Die Stimmung im deutschen Industrieservice-Markt ist gut. Kein Teilnehmer der Lünendonk-Studie gab an, pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Mehrheitlich erwarten die Dienstleister, dass Auftraggeber zunehmend bisher intern erbrachte Leistungen an externe Dienstleister vergeben. Zudem sehen die Studienteilnehmer eine steigende Bereitschaft zur gebündelten Vergabe von Instandhaltungsdienstleistungen inklusive Service-Management.

Weitere Indizien für die positive Perspektive des Industrieservice in Deutschland ist das zunehmende Investment von Private-Equity-Gesellschaften in Dienstleister, das stärkere Engagement der Industrieparkbetreiber am externen Service-Markt, der Zusammenschluss von mehreren Einzelgewerkeanbietern zu Service-Netzwerken sowie ein zunehmender Aufbau des Servicegeschäfts durch Anlagenhersteller (Original Equipment Hersteller, OEM).

Die zunehmend steigende Zahl der Service-Anbieter wirkt sich auf das bestehende Verhältnis der unterschiedlich positionierten Dienstleister aus: Noch in 2015 gaben 38 Prozent der Industrieservice-Unternehmen an, OEM als Partner wahrzunehmen. Dieser Wert ist binnen zwei Jahren auf 21 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Dienstleister, der OEM als Wettbewerber wahrnimmt, ist im gleichen Zeitraum von vier auf 13 Prozent angestiegen.

Partnerschaft anstelle von Konkurrenz: Besonderheiten des Industrieservice
Im Industrieservice-Markt legen Auftraggeber traditionell großen Wert auf Standortnähe ihrer Dienstleistungspartner. Im Störfall ist die Möglichkeit ausschlaggebend, kurzfristig durch qualifizierte Techniker die Anlagen wieder instand zu setzen. Verlängerte Stillstände können hohe wirtschaftliche Schäden durch Produktionsausfälle zur Folge haben. Der Aufbau eines flächendeckenden Service-Netzes ist indes gerade für kleinere OEM eine große Heraus-forderung, der zudem mit einem wirtschaftlichen Risiko verbunden ist.

„Der Industrieservice in Deutschland wandelt sich und es drängen neue Anbieter in den Markt. Das ist eine gute Nachricht für den Markt. Auf der anderen Seite erwarten die Studienteilnehmer in Zukunft eine zunehmende gebündelte Leistungsvergabe an wenige Dienstleister“, kommentiert Studienautor Thomas Ball. „Ausschlaggebend werden die Kunden sein, die sich die Frage stellen müssen, ob die Vergabe von Einzelleistungen nach Bedarf oder mehrjährige Dienstleistungsverträge den größeren Mehrwert für ihr Unternehmen darstellen.“

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