Outsourcing am Beispiel der Kontraktlogistik

Im Zuge der Industrie 4.0 werden die Anforderungen der Verlader an die Dienstleister weiter steigen. Die Transparenz der Prozesse und die Datengenauigkeit der Dienstleister sind immens wichtig, damit die Steuerung der weltweiten Lieferketten durch KPIs und Softwarelandschaften sichergestellt werden kann. Die Digitalisierung ist somit auch als Chance zu sehen, welche die Dienstleister nutzen sollten um nachhaltig auf dem Markt Mehrwert-Dienstleistungen anbieten zu können, welche sich von den Wettbewerbern unterscheiden.

Der Markt für die Kontraktlogistik lässt sich anhand der Konsumgüter-Kontraktlogistik (28%) und industrielle Kontraktlogistik (72%) differenzieren. Unter Konsumgüter-Kontraktlogistik werden Leistungen zusammengefasst, welche sich eher im Bereich „Business to Consumer“ wiederfinden. Als Beispiel hierfür lassen sich Produkte aus den Bereichen: Bücher, Lebensmittel, Bekleidung etc. aufführen. Dementsprechend fokussiert sich die industrielle Kontraktlogistik auf den Bereich „Business to Business“. Dabei werden alle Dienstleistungen zusammengefasst, welche sich für die Belieferung und Bereitstellung industrieller Ware (bspw. für die Produktion) eignen. Der Outsourcing-Anteil innerhalb der Kontraktlogistik beläuft sich auf 28%.

Vor allem kleinere und mittlere Logistik-Anbieter können durch das Angebot von verschiedenen Mehrwertleistungen weitere Potenziale ausschöpfen und durch eine starke Kundenbindung innerhalb der Kontraktlogistik höhere Umsatzrenditen erwarten als es bei den Basisleistungen (TUL) möglich wäre. Jedoch ist die Komplexität des Outsourcings logistischer Leistungen aus Sicht der Verlader eine Hemmschwelle.

In welchen Branchen wird Outsourcing besonders nachgefragt?
In einer Studie wurde festgestellt, dass vor allem im Maschinenbau sowie im Fahrzeugbau gefolgt von Betrieben der Metallerzeugung und –Bearbeitung die größte Nachfrage in Richtung Outsourcing zu verzeichnen ist.

Grafik: In welchen Branchen wird Outsourcing besonders nachgefragt?; Quelle: BR Consulting Logistikberatung

Welche Bereiche wurden im Rahmen des Outsourcings übernommen?
Dabei wurden von den Teilnehmern der Studie folgende Bereiche/Leistungen als häufigste outgesourcte Themen genannt: gewerbl. Versandabwicklung gefolgt von Verpackung und gewerbl. Verladung und kfm. Versandabwicklung

Grafik: Welche Bereiche wurden im Rahmen des Outsourcings übernommen?; Quelle: BR Consulting Logistikberatung

Im besonderen Fokus der Studie stehen die Kontraktlogistik Outsourcing-Projekte mit den Blickwinkeln der Verlader, Dienstleister sowie Berater.

Welche Anforderungen und Herausforderungen haben die einzelnen Parteien innerhalb eines Outsourcing-Projektes?
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele Erwartungen seitens der Akteure (haupt-sächliche Verlader) teilweise nicht eingetroffen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden durch die Studie beleuchtet. Aufwendige Lagerprozesse, keine Kostenbewertung auf Prozessebene sowie schlecht formulierte Anforderungen sind nur wenige Beispiele, die die Komplexität eines Outsourcing-Projektes widerspiegeln. Die Gründe für das Outsourcing liegen auf der Hand und haben sich nicht verändert. Die Kostenreduktion, Erhöhung der Flexibilität sowie eine Qualitätssteigerung der Prozesse spielen weiterhin die Hauptrolle.
Die Aufgaben des Managements innerhalb des Projektes seitens der Verlader und Dienstleister sind nicht zu unterschätzen und haben eine herausragende Bdeutung bei der Gesamtbeurteilung eines Projekterfolges. Weiterhin wird eine bewährte Kostenbewertungs-methode vorgestellt mit deren Hilfe die Ausschreibungsunterlagen sowie die Erstellung der Service Levels vereinfacht werden kann. Der Aufwand für die Anwendung dieser Methode ist zwar relativ hoch, jedoch lohnt es sich diesen zu betreiben.

von Bernhard Rieger (GF) und Vitus Fitz (Junior Consultant)

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