Positive Impulse aus Asien für BASF

2. November 2009 · Märkte ·  

Hambrecht_BASF.jpgNach Einschätzung der BASF scheint der Lagerabbau bei ihren Kunden weltweit vorerst beendet zu sein. Das hat die Mengennachfrage partiell belebt. Allerdings erfolgen Bestellungen aus den Abnehmerbranchen immer kurzfristiger und in kleineren Mengen, insbesondere zum Jahresende.

Für das 3. Quartal 2009 meldet BASF 2 Prozent mehr Umsatz als im dem Vorquartal, lag damit aber um 19 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen ist 9 Prozent höher als im Vorquartal, liegt aber 20 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Alle Unternehmensbereiche erzielten ein positives Ergebnis. Mit ihrem hohen Cashflow stärkt die BASF ihre Finanzkraft und baut Schulden ab, heißt es weiter aus Ludwigshafen.

Bei der Präsentation der Ergebnisse des 3. Quartals 2009 sagte der BASF-Vorstands- vorsitzende Dr. Jürgen Hambrecht (Foto): „Mit striktem Krisenmanagement, Kapazitätsan- passungen, Anlagenschließungen und flexiblen Arbeitszeitmodellen haben wir in der Jahrhundert-Krise Handlungsstärke bewiesen. In den vergangenen Monaten hat sich unser Geschäft auf niedrigem Niveau stabilisiert. Positive Impulse kommen aus Asien, insbesondere aus China, und Teilen Südamerikas. Weiterhin schwach bleiben Europa und Nordamerika.“

Hambrecht: „Insgesamt spricht einiges dafür, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Nach einer rasanten Abwärtsfahrt steigen wir jetzt mühsam aus dem Rezessionstal. Die Erholung wird langsam und unstetig verlaufen.“

Weltweit will die BASF ihre Preisstrategie „Wert vor Menge“ genau so konsequent fortsetzen wie die Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Effizienzverbesserung. Investitionen in Sachanlagen sollen den veränderten Marktgegebenheiten angepasst werden, zugleich nutze das Unter­nehmen weltweit seine Chancen in Wachstumsmärkten. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen auf dem hohen Niveau der Vorjahre gehalten werden.

Ciba-Integration kommt schneller voran als geplant

Die Ciba-Integration kommt zügig voran, teilweise sogar schneller als geplant. Bis Jahresende sollen bereits 33 der geplanten 56 nicht produktionsrelevanten Ciba-Standorte geschlossen werden. Drei der sieben Devestitionsauflagen, die von den Wettbewerbs- behörden gemacht wurden, seien erfüllt. Die noch ausstehenden Devestitionen sollen bis Dezember 2009 abgeschlossen sein.

Die schnellere Integration bedeutet laut BASF, dass ein größerer Teil der Kosten bereits 2009 anfallen werde. Für das Gesamtjahr rechnet die BASF daher mit einer Ergebnis- belastung aus der Ciba-Integration von mehr als 800 Millionen Euro, von denen rund 150 Millionen Euro zahlungswirksam werden. Von den 800 Millionen Euro werden voraus- sichtlich circa 700 Millionen Euro als Sondereinflüsse verbucht. Insgesamt werden im Rahmen der Integration 3.800 Positionen abgebaut, der weitaus überwiegende Teil davon bis Ende 2010.

Trotz einer Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfeldes im 3. Quartal erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2009 einen starken Umsatz- und Ergebnisrückgang. Dabei wird das EBIT vor Sondereinflüssen des 4. Quartals voraussichtlich über dem schwachen Ergebnis des Vorjahresquartals aber unter dem Ergebnis des 3. Quartals 2009 liegen.

Hambrecht: „Höhere Kosten für die Ciba-Integration belasten das Ergebnis zusätzlich. Wir werden deshalb unser Ziel, 2009 die Kapitalkosten zu verdienen, voraussichtlich nicht erreichen.“

Plastics und Performance Products verbessern Ergebnis

Bei Chemicals sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal in allen Unterneh- mensbereichen aufgrund stark fallender Preise und rückläufiger Mengen um 34 Prozent. Das Ergebnis erreichte dagegen nahezu das Vorjahresniveau; verglichen mit dem 2. Quartal 2009 verbesserte sich das Ergebnis. Bei Petrochemicals und Intermediates steigerte die BASF das Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal.

Auch im Segment Plastics ging der Umsatz absatz- und preisbedingt um 20 Prozent zurück. Gegenüber dem 2. Quartal 2009 hat sich die Nachfrage nach Kunststoff-Produkten aber erhöht, vor allem in Asien. Trotz des Umsatzrückgangs stieg das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal, maßgeblich hierfür war eine Margenverbesserung bei Performance Polymers, die aus Restrukturierungs- und Kostenspar­maßnahmen resultierte.

Durch die Einbeziehung der Ciba-Geschäfte verzeichneten Performance Products bei schwächerer Nachfrage einen um 25 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahresquartal. In allen Bereichen konnte darüber hinaus das Ergebnis verbessert werden. Hierzu trugen strikte Preisdisziplin sowie Kostensenkungen bei.

Bei Functional Solutions führten ein geringerer Absatz und niedrigere Edelmetallpreise zu einem Umsatzrückgang von 24 Prozent. Dank erfolgreicher Kostensenkungsmaßnahmen sowie höherer Margen bei Construction Chemicals verminderte sich das Ergebnis nur leicht. Gegenüber dem 2. Quartal 2009 konnten Umsatz und Ergebnis in allen Bereichen gesteigert werden.

Wegen einer geringeren Anwendung von Fungiziden und Herbiziden lag der Umsatz bei Agricultural Solutions mit minus 2 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Der schwächere Absatz sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belasteten das Ergebnis, das etwas geringer ausfiel als im 3. Quartal 2008. In Südamerika startete das Geschäft erfolgreich in die neue Anbausaison. Für das Gesamtjahr 2009 wird eine EBITDA-Marge von über 25 Prozent erwartet.

Im Segment Oil & Gas war der starke Preisrückgang für Rohöl Hauptgrund für den um 25 Prozent gesunkenen Umsatz. Bei Exploration & Production konnte die Erdgasproduktion deutlich ausgeweitet werden, da das Erdgasfeld Juschno Russkoje die Plateau-Produktionshöhe erreicht hat. Bei Natural Gas Trading stieg der Gasabsatz. Das Ergebnis lag auf Grund des Umsatzrückgangs bei Exploration & Production insgesamt weit unter dem hohen Wert des 3. Quartals 2008.

Durch die geringere Nachfrage und sinkende Preise bei Styrenics verminderte sich der Umsatz bei Sonstige um 31 Prozent. Dabei stieg das Ergebnis im Bereich Styrenics durch gesenkte Fixkosten und insgesamt verbesserte Margen.

(Bild: Dr. Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Vorstands, Foto: BASF)

Kommentare

Ihre Meinung zur Meldung




  • Wirtschaftszeitung für Beschaffung
  • Sourcing-News per RSS-Feed News per RSS     English English

     

  •  

  •  

     

Letzte Meldungen

 

Aus dem Anbieter-Verzeichnis