„Preisspiegel Rohstoffe“ vom BME
Die Stahlpreise in Mitteleuropa sanken im 1. Quartal 2009 gegenüber dem 4. Quartal 2008 durchschnittlich um 15 Prozent. Dies belegt die aktuelle Auswertung „Preisspiegel Rohstoffe“ des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt am Main.
Die Kontraktpreise fielen um 50 bis 100 Euro pro Tonne. „Die Verhandlungsposition der Einkaufsabteilungen gegenüber den Stahlproduzenten hat sich durch die Finanzkrise erheblich gebessert“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Optimierungspotenzial bestehe jedoch insbesondere für mittelständische Unternehmen. Viele kleine und mittlere Unternehmen erzielten in Preisverhandlungen mit Stahlhändlern und -produzenten keine optimalen Ergebnisse. Die Preisdifferenzen zwischen einzelnen Firmen betragen bei vergleichbaren Mengen laut Hildebrandt bis zu 25 Prozent.
Daher gelte es für Unternehmen aller Branchen und Sektoren, verstärkt Benchmarks als Analysetool einzusetzen. „Was nicht gemessen wird, findet auch keine Berücksichtigung im Entscheidungsfindungsprozess“, so Hildebrandt.
Der BME kooperiert bei der Erstellung des Preisspiegels mit Rohstoffexperten und erstellt Preisindizes und Prognosen für ausgewählte Rohstoffe und Energien. Die Commodities sind aufgeteilt in:
- Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Stahlschrott, Nickel, Zinn, Zink, Molybdän)
- Edelmetalle (Gold, Platin, Palladium, Silber)
- Energie und Frachten (Rohöl, Kohle, Kohlenstoff, Strom, Bulk-Frachten)
- Kunststoffe (Polyethylen, Polypropylen)
- Währungen (Euro zu US-Dollar, Yen, Yuan, Real)
Beim Auswertungsverfahren wird pro Produkt ein Chart mit der Preisentwicklung für das aktuelle Quartal und einer Prognose für das nachfolgende Quartal sowie einem erklärenden Kommentar erstellt. Die Aussagen basieren auf Expertisen von Spezialisten aus dem Rohstoffbereich (Rohstoffeinkäufer, Händler, Banker und Broker). Zudem fließen Daten aus den BME-Preisbenchmarks und dem Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ein. Der Preisspiegel erscheint vierteljährlich.
Der Preisspiegel Rohstoffe kostet einzeln 490 Euro. Mitglieder des BME können ihn für 340 Euro beziehe (jeweils zzgl. MwSt.). Das Jahresabonnement liegt bei 1.280 Euro; BME-Mitglieder zahlen 980 Euro netto.
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