Projektmanagement: Tools of the Time
Wer ein Team führt und Projekte leitet weiß, dass zwei Faktoren über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Die Informationen müssen frei fließen und der Leader muss dazu in der Lage sein, die Termine so zu steuern, dass flexibel auf Änderungen reagiert werden kann. Im Verlaufe eines Projektes findet immer eine Entwicklung statt, die auf die Daten zurückwirkt, die am Beginn vorliegen. Planungen müssen immer wieder angepasst werden. Ein starres Vorgehen ist kontraproduktiv. Moderne Software-Werkzeuge unter-stützen die Zusammenarbeit in Teams und das Projektmanagement. Dabei geht der Trend zu schlanken Tools, die von jedem Rechner aus erreichbar sind. Einzige Voraussetzung ist der Anschluss ans Internet. Die Anwendungen werden nicht auf einzelnen Rechnern installiert, sondern sie befinden sich auf einem Gastrechner (Host-Rechner). Nur für Großunternehmen oder in besonderen sicherheitskritischen Fällen kann es notwendig sein, die Software für diese Web-gestützten Produkte auf einem Unternehmens-eigenen Computer zu speichern.
Client-Server-Lösungen
In der Regel werden sie jedoch auf einem Computer „gehostet“, das heißt sie liegen auf einem gemieteten Platz, den spezialisierte „Hoster“ zur Verfügung stellen. Der Preis dafür ist in den vergangenen Jahren dramatisch gefallen, so dass es sich meist nicht mehr auszahlt, eigene Rechenzentren zu betreiben. Ob ein Hostrechner in Texas, Tokio oder Berlin steht, ist nicht relevant. Die Programme sind über Internet-Browser wie Firefox oder Microsoft Internet Explorer erreichbar. Die Software wird von einem Internet-Server wie Apache oder Microsoft IIS bereitgestellt. Ein Server ist ein Programm, das mit einem anderen Programm (Client) kommuniziert, um ihm Zugang zu speziellen Dienstleistungen (Services) zu verschaffen. Der Internet-Browser auf dem Arbeitsplatzrechner im Büro, auf dem Laptop oder auf einem fremden Hotel-PC ist der Client (Kunde), der sich über die Internetverbindung am Server anmeldet und dort die Anwendung startet. Auf diese Weise funktionieren moderne Team-Tools wie Basecamp und das erst wenige Wochen alte Google Site. Dabei ist Basecamp das Paradebeispiel für einen Trend, der von den USA aus in den vergangenen fünf Jahren die Entwicklung von Anwendungssoftware generell stark prägt. Basecamp wurde als Web-Applikation für das Projektmanagement von der Firma 37 Signals in Chicago entwickelt. Die Designer und Programmierer haben das Gewicht nicht darauf gelegt, mehr Funktionen zu bieten. Im Vordergrund stand vielmehr die Usability, also die klare und einfache Nutzung des Systems. Abspecken hieß die Devise. Basecamp ist eine leichtgewichtige Software, für die kein Handbuch notwendig ist. Aus der Arbeit für Basecamp ging auch das Web-Framework Ruby on Rails hervor, auf dem ein Teil des Hypes rund um das Web 2.0 basiert. Nicht vergleichbar ist ein Tool wie Basecamp mit der mächtigen Software Microsoft Project. Bei diesem geht es um ganz andere Dimensionen. Ein Blick auf das grafische Benutzer-Interface genügt, um zu erkennen, dass hier Einarbeitungszeit eingeplant werden muss. Es gibt drei Ausgaben des Programms. „Office Project Standard 2007 ist für Vorgesetzte bestimmt, die nicht mit anderen zusammen-arbeiten müssen, um ihre Projekte zu erstellen oder Ressourcen auszuwählen“, heißt es bei Microsoft. Dabei kommt man ein wenig ins Schmunzeln. Soll man diesen fiktiven Vorgesetzten beneiden oder bedauern, wenn er mit niemandem zusammenarbeiten muss? Project Standard ist mit anderen Worten die Einzelplatzversion. Office Project Professional 2007 ist für Projektleiter und Personalchefs bestimmt, die mit anderen im Unternehmen zusammenarbeiten, um Zeitpläne und Ressourcen durch Verbindung mit Office Project Server 2007 gemeinsam zu nutzen. Das ist die Netzwerkversion, die im Sprachgebrauch von Microsoft für einen professionellen „Enterprise Project Management“ (EPM)-Einsatz ausgelegt ist. Office Project Web Access 2007 ist laut Microsoft für Personen bestimmt, die nicht alle Funktionen des Desk topclients benötigen. Dazu gehören zum Beispiel Management, Teammitglieder und Administratoren. Microsoft Project ist Bestandteil der Office-Familie und lässt sich mit Software von Drittanbietern in andere IT-Systeme integrieren, zum Beispiel in ERP-Software (Enterprise Resource Planning) wie SAP PS oder Groupware wie Microsoft Outlook und Lotus Notes. Während die Einzelplatzlizenz für Project ab circa 1.000 Euro erhältlich ist, sind andere leistungs-fähige Projektmanagement-Anwendungen wie Trac, Planner, GanttProject und dotProject kostenlos. Es lohnt sich daher, auch einen Blick auf diese Lösungen zu richten.
Intranet mit Google Site
Als Newcomer ist mit Google Site ein weiteres Produkt in der Familie der frei zugänglichen Google-Anwendungen (Google Apps) seit dem 28. Februar 2008 erhältlich. Es ist kein klassisches Projektverwaltungs-Tool, sondern eine reinrassige Weblösung, mit der beispielsweise eine eigene, online erreichbare Projekt-Site in kürzester Zeit gestartet werden kann. Alles läuft über den Browser. Unter http://sites.google.com kann sich jeder für die Nutzung anmelden. Voraussetzung ist ein Google-Apps-Account. In der Version Standard ist dieser kostenlos. Die Variante „Professional“ kostet 40 US-Dollar pro Nutzerkonto im Jahr. Derzeit läuft eine Testaktion, bei der die Profi-Funktionen auch 30 Tage kostenfrei ausprobiert werden können. Unter http://tinyurl.com/ 2buth5 finden Sie die Beschreibung von Google Apps. Mit dem Account stehen Ihnen die Tools von Google Site zur Verfügung. Eine Beschreibung steht im Web unter http://tinyurl.com/3xelwy. Für Team-Projekte bietet sich die Möglichkeit eines Intranets, das mit wenigen Mausklicks eingerichtet werden kann. Ihre Team-Mitglieder können online auf die Inhalte einer Google Site-Anwendung zugreifen und diese – je nach Zugriffs-berechtigung – lesen, bearbeiten oder ergänzen. Diese Kollaborations-Lösung von Google steht bisher nur in Englisch zur Verfügung.
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