REACH: Versorgungsrisiko im Einkauf vermeiden


Ab dem 1. Juni 2018 wird sich die Welt der Beschaffung in der EU verändern. Ab diesem Datum müssen alle Chemikalien, welche in Mengen über einer Tonne pro Jahr produziert oder importiert werden, registriert worden sein. Die Chemikalien, die bis 31.5.2018 nicht REACH-registriert sind, dürfen dann dann in der EU nicht mehr produziert oder importiert werden.

Produkte über 1000 t/a wurden bereits bis zum 30.11.2010 registriert und bei Produkten über 100 t/a war dies bis zum 31.5.2013 möglich. Laut REACH – dem Chemikaliengesetz, das in der EU am 1.6.2007 in Kraft getreten ist – müssen Produkte in der Produktion- bzw. Einfuhrmenge in EU in Höhe von 1-100t/a (sog. „kleine Produkte“) offiziell bis spätestens 31.5.2018 REACH-registriert werden.

Experten gehen davon aus, dass tausende „kleine“ Produkte in der EU verschwinden werden. Diese stehen für die Weiterverwendung dann nicht mehr zur Verfügung! Betroffen sind u.a. folgende Branchen: Kunststoffe, Klebstoffe, Lacke & Farben, Schmierstoffe sowie Hilfsmittel für Papier, Leder, Textil. Diese wiederum umfassen viele Bereiche des modernen Lebens: Landwirtschaft, Ernährung, Pharma, Kosmetik, Möbel, PKWs, Handys …“kleine Produkte – große Auswirkungen“.

Gemäß der REACH-Regulierung müssen die aktuell betroffenen Rohstoffe (1-100t/a) durch Lieferanten bis zum 31. Mai 2017 zunächst vorregistriert werden, was meist kostenlos und unproblematisch abläuft, aber noch keine Registrierung bedeutet. Ein sehr großer Teil der o.g. „kleinen“ Produkte wird nur noch in China und/oder in Indien produziert. Diese Hersteller außerhalb der EU können oder wollen ihre Produkte jedoch nicht registrieren.

Falls der Abnehmer in der EU die für seine Produkte wichtigen „kleinen“ Vorprodukte dann nicht selbst registriert hat oder sich an den Kosten beteiligt, werden diese Rohstoffe nach dem 31. Mai 2018 in der EU nicht mehr verfügbar sein.

In vielen Unternehmen herrscht die Meinung, „wer an uns verkaufen will, soll gefälligst registrieren“ und die meisten Einkäufer verweisen beim Thema REACH gern an ihre REACH-Experten. Es muss den verantwortlichen Einkäufern allerdings bewusst sein, dass „kleine“ Produkte, die unabdingbare Bestandteile für die Produktion sind, ab Mai 2018 plötzlich wegfallen könnten. Die Einkäufer tragen die Verantwortung für die Lieferantenauswahl. Es gibt keine Ausreden.

Außerdem besteht die große Gefahr, dass eine ganze Reihe chemischer Rohstoffe in der EU nur noch bis zum 31. Mai 2018 verkauft werden. Wie bereits oben erwähnt besteht bis zum 31. Mai 2017 noch die Möglichkeit einer „Late Pre-Registration“. Dadurch gewinnen Unternehmen ein Jahr um ggf. eine neue Lieferquelle aufzubauen oder nach Alternativen zu suchen. Einkäufer sollten kein Versorgungsrisiko auf sich zukommen lassen und pro-aktiv handeln.

Unterstützung bei der Suche nach REACH-konformen Lieferanten oder alternativen Rohstoffen finden Unternehmen bei REACH-erfahrenen Unternehmensberatungen wie z.B. VeresConsulting oder SP-Chemicals.

von Antonia Kuksova, Gründerin von VeresConsulting und Dr. Charles Schommer, Gründer von SP-Chemicals GmbH

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