Regionale Beschaffung gewinnt an Bedeutung

27. Oktober 2009 · Länder, Lieferanten ·  

Die Logistik-Kosten werden steigen. Eine neue Studie von PwC zeigt: Branchenexperten erwarten eine dauerhafte Belastung durch Emissionsabgaben und steigende Ölpreise.

Der Klimawandel und wachsende Energiekosten stellen den Transport- und Logistiksektor vor große Herausforderungen. Nur gut die Hälfte der befragten Entscheider aus Industrie, Politik und Wissenschaft (52 Prozent) halten es für wahrscheinlich, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix in einzelnen Ländern bis zum Jahr 2030 maximal 80 Prozent ausmachen wird und so das Klimaproblem unter Kontrolle zu bringen ist. Die Mehrheit der befragten Branchenexperten rechnet damit, dass die Reduzierung von CO2-Emissionen und anderen Klimagasen eine Kernaufgabe wird und auf absehbare Zeit auch bleibt. Knapp 70 Prozent von ihnen erwarten, dass im Jahr 2030 Emissionen in jedem Glied der Lieferkette gemessen, einem Verursacher zugeordnet und auf den Produktpreis aufgeschlagen werden, wie aus einer global durchgeführten Delphi-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht.

„Die Unternehmen der Branche – vom Kurierdienst bis zur Fluggesellschaft – würde diese Entwicklung vor mehr als nur technische Probleme bei der Erfassung, Berechnung und Dokumentation aller Emissionen stellen. Die Veränderungen der Transportpreise und eine zunehmende Sensibilisierung der Verbraucher für Nachhaltigkeit werden das Konsumentenverhalten und damit auch die globalen Liefer- und Transportketten beeinflussen“, sagt Klaus-Dieter Ruske, Partner bei PwC und Global Industry Leader Transportation & Logistics.

Die Mehrheit der Experten (60 Prozent) ist der Ansicht, dass Konsumenten im Jahr 2030 regionalen Produkten den Vorzug geben. Auch auf den Alltag der Verbraucher werden die steigenden Transportpreise erhebliche Auswirkungen haben. Rund 58 Prozent der Befragten glauben, dass Arbeits-, Wohn- und Freizeitstätten näher aneinander rücken, um Fahrtstrecken zu minimieren, und 46 Prozent prognostizieren eine generell geringere individuelle Mobilität als heute. 

Globalisierung wird sich nicht umkehren

Möglichst geringe Transportkosten werden in 20 Jahren ein wesentliches Kriterium bei Standortentscheidungen sein, glauben 59 Prozent der Befragten. Trotz eines Trends zur Regionalisierung wird auch 2030 die globale Beschaffung nicht zum Ausnahmefall. So sind 71 Prozent davon überzeugt, dass sich Transportkosten und Ressourcenverbrauch durch eine Steuerung der Warenströme in Echtzeit verringern lassen und die (globale) Beschaffung insgesamt effizienter machen.

Die Experten gehen davon aus, dass Transportkapazitäten in Zukunft flexibler und effizienter genutzt werden. So erwartet die Mehrheit, dass intelligente Verkehrsleitsysteme und eine Automatisierung der Transportmittel den Gütertransport bis 2030 revolutionieren. 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass eine Konzentration der Transportkapazitäten – beispielsweise durch den Einsatz von Lkw mit mehr als 60 Tonnen Nutzlast („mega trucks“) oder gigantischen Containerschiffen – den steigenden Kosten entgegen wirkt. Dennoch gehen immerhin 50 Prozent der Befragten von einem weiter steigenden Anteil der Straßentransporte am gesamten Güterverkehr aus.

Für die Studie „Transportation & Logistics 2030 – How will supply chains evolve in an energy-constrained, low-carbon world?“ befragte PwC zusammen mit dem Supply Chain Management Institute der European Business School Experten aus 20 Ländern aller Kontinente nach einer Echtzeit-Delphi-Methode. Sie diskutierten und bewerteten in einem mehrstufigen Verfahren 18 Thesen von Branchenexperten hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Bedeutung für den Transport- und Logistiksektor.

Die Studie kann bei PwC kostenfrei bezogen werden: Transportation & Logistics 2030

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Kommentare

2 Antworten zu “Regionale Beschaffung gewinnt an Bedeutung”

  1. Kunkel am 27. Oktober 2009

    Interessante Studie. Gruß, Evelyn

  2. karl scheck am 28. Oktober 2009

    Guten Tag!
    Das Ergebnis der Studie bestätigt mich in meiner Beschaffungsweise, in der Form, dass ich schon seit Jahren danach verfahre. Bei der Auswahl meiner Partner/Lieferanten gehört ganz vorne mit “die Standortnähe” dazu! In der Nähe liegt der
    Erfolg.
    Gruß Karl Scheck

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