Rohstahlproduktion steigt zwei Monate in Folge
Gegenüber Mai 2009 nahm die Produktion im Juni 2009 bei Roheisen um 22,1 Prozent und bei Rohstahl um 13,7 Prozent zu. Bei der Rohstahlproduktion ergab sich kalender- und saisonbereinigt eine Zunahme um 1,9 Prozent. Damit scheint sich laut Statistischem Bundesamt die schon in den letzten beiden Monaten beobachtete leichte Erholungstendenz fortzusetzen.
Die deutschen Hüttenwerke haben im Juni 2009 1,44 Millionen Tonnen Roheisen und 2,47 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Sie produzierten damit 44,8 Prozent weniger Roheisen und 41,0 Prozent weniger Rohstahl als im Juni 2008. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 wurden bundesweit 8,15 Millionen Tonnen Roheisen und 13,79 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahres- zeitraum ist die Roheisenproduktion somit um 46,7 Prozent und die von Rohstahl um 43,5 Prozent zurückgegangen.
Der Stahlmarkt in Europa scheint sich ersten Anzeichen zufolge langsam zu stabilisieren, so Dr. Thomas Ludwig, Chef von Klöckner. Nicht nur für Stahlhersteller, sondern auch für Händler und Distributeure nähere sich das Ende der gegenwärtigen Konjunkturkrise. Auch der europäische Stahlverband Eurofer sieht Licht am Ende des Tunnels.
Wie die Neue Rhein Zeitung meldet, wird ThyssenKrupp Steel die Kurzarbeit im Juli nach ersten Rückgängen im Juni um weitere zehn bis 15 Prozent zurückfahren. Bei der Flachstahlproduktion liege die Auslastung wieder bei rund 80 Prozent, so dass für August mit einer weiteren Reduktion der Kurzarbeit zu rechnen sei.
Wolfgang Leese, Chef der Salzgitter AG, äußerte sich gegenüber der FAZ sehr zuversicht- lich und sieht den Stahlmarkt bereits aus der Talsohle herausgekommen. Da die Stahl- industrie ihre Kapazitäten stark reduziert habe, könnte es nach seiner Einschätzung bei einer Nachfragebelebung Wochen dauern, bis die Kapazitäten wieder zur Verfügung stehen. Der Stahlmarkt könne daher schnell wieder ein Verkäufermarkt werden. Bei bestimmten Stahlqualitäten gäbe es jetzt schon Lieferschwierigkeiten. Der Stahlkonzern erwarte eine achtzigprozentige Kapazitätsauslastung für 2010 und hofft auf mehr.
Für das Stahlwerk Unna kommt die Belebung zu spät. Laut Neuer Ruhr Zeitung hat das Amtsgericht Hagen am 6. Juli das Insolvenzverfahren über die Stahlwerk Unna GmbH & Co. KG eröffnet.
(Foto: Gesenkgeschmiedete Rohrverbindungsstücke (Flansche) von SMS Eumuco GmbH, Leverkusen, Quelle: Stahl-Zentrum)
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