Siemens erhöht Einkaufsanteil in Schwellenländern

29. April 2009 · Lieferanten, Unternehmen ·  

Die Siemens AG will die Zusammenarbeit mit den Lieferanten effizienter gestalten und hat dazu eine Einkaufsinitiative gestartet.

„Wir haben den Wandel bei Siemens mit Nachdruck vorangetrieben, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Diese Maßnahmen zahlen sich bereits für unsere Kunden aus. Nun wollen wir das Zusammenspiel mit unseren Lieferanten nachhaltig verbessern“, sagte Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands von Siemens, am 29. April. Barbara Kux, Leiterin Supply Chain Management und Mitglied im Siemens-Vorstand, erklärte: „Wir haben uns intern mit unserer Einkaufsinitiative ehrgeizige Ziele gesetzt. Dabei gehen wir einen anderen Weg als unsere Wettbewerber. An den Einsparzielen sollen sich unsere Einkäufer messen lassen – das muss nicht öffentlich erfolgen. Beim Preispoker lässt sich niemand gerne von Mitspielern in die Karten schauen.“

Vorrangiges Ziel der Siemens-Einkaufsinitiative sei die Ergebnissicherung. Der Konzern wolle den Einkauf künftig stärker bündeln und konzentrieren, um über Mengenvorteile bessere Preise zu erzielen. Bis 2010 sollen die rund 4.000 Einkäufer von Siemens Konditionen für Produkte und Dienstleistungen im Volumen von etwa 19 Milliarden Euro Sektor übergreifend aushandeln. Dieses Zielvolumen entspreche im Vergleich zu 2008 einer Steigerung um 60 Prozent. Mittelfristig will Siemens zudem die Anzahl der Zulieferer um 20 Prozent reduzieren und mit Schlüssellieferanten enger zusammenarbeiten.

„Wir wollen mit den besten Spielern auf dem Markt am Tisch sitzen. Die besten Lieferanten haben auch die besten Zulieferer. Auf ein solches internationales Netzwerk kommt es an“, so Barbara Kux. Dazu will Siemens die Waren in Zukunft verstärkt in den Zielmärkten beziehen, die besonders stark wachsen und in denen Siemens bereits über ein hohes Fertigungs-Know-how verfügt. Es sollen lokale Wertschöpfungsketten mit Einkauf, Entwicklung, Fertigung und Service aufgebaut werden. Zudem soll der Einkaufsanteil in den Schwellenländern mittelfristig von derzeit rund 20 Prozent auf über 25 Prozent gesteigert werden, um eine bessere Balance von Umsatzvolumen und Einkaufsvolumen zu erreichen. Bislang habe Siemens mehr als 1.000 Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferketten identifiziert. Diese sollen bis 2010 umgesetzt werden, heißt es aus München.

Das Einkaufsvolumen von Siemens lag im Geschäftsjahr 2008 bei rund 40 Milliarden Euro. Etwa 21,2 Milliarden Euro davon entfielen auf Fertigungsmaterial, das von den drei Siemens-Sektoren Energy, Industry und Healthcare dezentral eingekauft wurde. Rund 6,8 Milliarden Euro bezogen sich auf Fertigungsmaterial, das Sektor übergreifend verhandelt und beschafft wurde. Dazu zählen zum Beispiel Stahl oder Stahlkomponenten. Weitere rund zwölf Milliarden Euro entfielen auf Materialien und Dienstleistungen, die nur indirekt mit der Fertigung zu tun haben. Zum indirekten Volumen gehören beispielsweise Büromaterialien, Energie, Reisemittel, PCs und Software.

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Kommentare

Eine Antwort zu “Siemens erhöht Einkaufsanteil in Schwellenländern”

  1. Klaus Koehler am 15. Mai 2009

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