Städte machen Ernst

18. April 2008 · Märkte ·  

Seit Februar 2008 gilt in ganz London die so genannte LEZ: Low Emmission Zone. Sie ist bisher die größte Umweltzone, in der bestimmte Kraftfahrzeuge nicht mehr fahren dürfen. Mit Ausnahme einiger Autobahnabschnitte wurde das Londoner Stadtgebiet zur Umweltzone für dieselbetriebene Nutzfahrzeuge deklariert. Schrittweise führt die Stadt ab diesem Jahr eine Umweltzone ein. Damit soll die Luftqualität besser werden. Alle Fahrzeuge über zwölf Tonnen sind heute schon von den Regelungen betroffen. Ab dem 7. Juli 2008 greifen sie auch für Lkw über 3,5 Tonnen und Busse. 200 Pfund pro Tag kostet es, wenn Fahrzeuge, die die geforderte Abgasnorm nicht erfüllen, in die Umweltzone einfahren. Wer die Strafgebühr nicht bis zum nächsten Werktag nach der Fahrt bezahlt, muss sogar mit einer Strafe von bis zu 1.000 Pfund rechnen. Auch in Deutschland kann eine bestehende Fahrzeugflotte nicht mehr überall ohne Bedenken zum Einsatz kommen. Beim Neukauf eines Transportfahrzeuges ist es wichtig, auf die Erfüllung der Abgasnorm zu achten. Nach Einrichtung der Umweltzonen in Berlin, Köln und Hannover zum 1. Januar 2008 dürfen Fahrzeuge ohne eine rote, gelbe oder grüne Plakette nicht mehr in die betroffenen Innenstädte fahren – es sei denn, die Halter verfügen über eine Ausnahmegenehmigung. In der lediglich 300 Meter langen Dortmunder Umweltzone, die seit dem 23. Januar besteht, dürfen Fahrzeuge sogar nur mit gelber und grüner Plakette einfahren. Im März sind acht weitere Städte in Baden-Württemberg nachgezogen, darunter Stuttgart, Mannheim und Tübingen. Neu-Ulm, Augsburg, und München folgen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2008. In Hessen wird es lediglich in Frankfurt am Main zur Ausweisung einer ausgedehnten Sperrzone in diesem Sommer kommen, die möglicherweise weit über die Grenzen der Innenstadt hinausgehen wird. In Thüringen wurde für Erfurt und Weimar in umfassenden Untersuchungen festgestellt, dass Umweltzonen vorerst nicht in Betracht kommen. Für Gera und Jena wird die Wirksamkeit derzeit geprüft. Generell sind bundesweit Motorräder, dreirädrige Fahrzeuge, Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Militärund Krankenwagen, Fahrzeuge für bestimmte Behindertentransporte, Arbeitsmaschinen und Müllwagen von den Fahrverboten befreit und dürfen auch ohne Plakette in die Umweltzone hinein. Fahrverbote treffen alle Kfz ohne Plakette, unabhängig davon, wo sie zugelassen sind. Ob ein Auto künftig in einer der geplanten Umweltzonen fahren darf oder nicht, können die Fahrzeughalter bequem unter www.adac.de/plaketten herausfinden. Hier bietet der ADAC allen Autobesitzern die Möglichkeit, über die Eingabe der Schadstoffschlüsselnummer aus den Fahrzeugpapieren die Zugehörigkeit zur jeweiligen Schadstoffgruppe zu ermitteln. Diese entscheidet über die Vergabe der Plaketten und damit über die Fahrerlaubnis. „Für 58 Prozent der Berliner Handwerksunternehmen gehört die Nutzung eines Transporters oder LKW zum Tagesgeschäft. Bereits nach der Einführung der ersten Stufe der Umweltzone sind etwa 43 Prozent dieser Betriebe vom Fahrverbot betroffen“, rechnete der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Thomas Dohmen, bereits bei der Ankündigung der neuen Maßnahmen im vergangenen Jahr vor. „Im Klartext heißt das, dass für rund 14.500 Fahrzeuge die Räder still stehen. Weitere 52 Prozent der Betriebe dürften nach der Einführung der zweiten Stufe im Jahr 2010 die Innenstadt nicht mehr befahren.“

http://www.adac.de/plaketten

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