Standortwahl fordert Logistiker heraus


Die Logistikbranche in Deutschland boomt. Keinem anderen Wirtschaftszweig prognostizieren Fachleute solch positive Zukunftsaussichten. Dabei wird es für Logistikunternehmen immer schwieriger, geeignete Orte für ihren Warenumschlag zu finden. Wichtige Aspekte im Zusammenhang mit der Standortwahl liefert unser Expertentipp von Peter Bassen, geschäfts-führender Gesellschafter der Bassen Logistic GmbH.

„Große Konkurrenz in der Branche und die Platzknappheit rund um die Ballungszentren wie etwa Hamburg, München oder das Rhein-Main-Gebiet erschweren die Standortfindung. Trotz dieser Hindernisse gibt es einige grundlegende Faktoren, die eine erste Bewertung der möglichen Niederlassung erleichtern. Selbsterklärend ist dabei die Wichtigkeit von geografischer Lage, Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Je nach transportiertem Gut bleibt die Nähe zu Häfen, Autobahnen, Bahnhöfen oder Flughäfen unverzichtbar. Gleichzeitig sollte die Distanz zu Stamm- und Großkunden stimmen, damit Zeit und Kosten gering ausfallen und die Lieferqualität konstant bleibt.

Ein idealer Standort ermöglicht es Unternehmen, flexibel auf die sich schnell ändernden Marktbedingungen und Kundenwünsche zu reagieren und gleichzeitig langfristig, konstant und verlässlich zu planen. Denn die Kundenwünsche werden individueller, während gleichzeitig die Anforderungen an Logistiker, beispielsweise in Sachen Nachhaltigkeit, steigen. Es stellt sich außerdem die Frage nach geeignetem Fachkräftepotenzial in der Region. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten eignen sich als Indikatoren für dieses Kriterium. Bundesländer und Kommunen in Deutschland bemühen sich in der Regel um neue Ansiedlungen und stellen Interessierten oft entsprechende Leitfäden zur Verfügung.

Wer sich auf das internationale Parkett wagt, auf den kommen weit größere Unsicherheiten und unvorhersehbare Entwicklungen zu. Lohn- und Steuerniveau, politische und ökonomische Länderrisiken, gesetzliche Auflagen: Die Reihe von Kriterien lässt sich unendlich fortführen. Unzählig sind ebenso die Methoden und Verfahren, die Logistikunternehmen zur Anpassung der Standortwahl an die eigenen Bedürfnisse von Wissenschaftlern und erfahrenen Praktikern angeboten werden. Ein weltweites und bewährtes Partnernetzwerk stellt dabei je nach Projekt möglicherweise eine bessere Alternative dar. Einzige Gemeinsamkeit allen Suchens: Den perfekten Standort gibt es wohl für kein Projekt, auf Abstriche sollten Logistiker damit grundsätzlich gefasst sein.“

Bild: Peter Bassen, geschäftsführender Gesellschafter der Bassen Logistic GmbH; Foto: Bassen Logistic GmbH

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