Logistik-Master in vier Semestern

6. Januar 2010 · Fortbildung, Logistik ·  

In überschaubaren vier Semestern können Fernstudierende an der Fachhochschule Gießen-Friedberg ohne Jobunterbrechung einen international anerkannten Master-Titel in Facility Management, Logistik und Wirtschaftsingenieurwesen erwerben. mehr…

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Neue Bewerberprofile – Goodbye Dipl.-Ing.

22. November 2007 · Länder, Menschen ·  

Bis zum Jahr 2010 sollen die Diplomstudiengänge an allen deutschen Universitäten auslaufen. Damit wird es schon in absehbarer Zeit keine Diplom-Ingenieure und keine Diplom-Kaufleute mehr unter den Bewerbern für eine Position im Einkauf geben. Die neuen Abschlüsse der Universitäten heißen Bachelor und Master. Sie ersetzen die traditionellen Diplom- und Magister-Studiengänge. Die Bundesländer streben eine Umstellung auf das gestufte System mit Bachelor- und Masterstudiengängen bis zum Jahr 2010 an. Als Bologna-Prozess wird die Phase der Entwicklung und Umsetzung dieser vereinheitlichten europäischen Abschlüsse bezeichnet. Ziel des Bologna-Prozesses ist die Schaffung eines Europäischen Hochschulraums. Der Name ist abgeleitet von der Bologna-Deklaration, die 1999 von den Bildungsministern aus 29 europäischen Staaten unterzeichnet wurde. Inzwischen beteiligen sich 46 Länder an dem Bologna-Prozess. Im Jahr 2002 hat Deutschland die Rechtsgrundlagen für Bachelor- und Masterstudiengänge als Regel-angebote der Hochschulen geschaffen. Der neue „Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse“ wurde im April 2005 beschlossen. In Deutschland gibt es 124 Universitäten und gleichgestellte Hochschulen (u.a. Technische Hochschulen) sowie 202 Fachhochschulen. Im Sommersemester 2007 wurden in Deutschland 3.377 Bachelor- und 2.283 Masterstudiengänge angeboten. Das entspricht bei einer Gesamtzahl von 11.803 Studienmöglichkeiten 48 Prozent des Studienangebotes an deutschen Hochschulen. Bei den Fachhochschulen sind bereits 74 Prozent aller Studiengänge auf das neue System umgestellt. Mit 192.000 Studierenden und 26.000 Absolventen jährlich sind die Fach-hochschulen die stärkste Säule bei der Ausbildung von Ingenieuren.

Bachelor nach drei Jahren
Die Regelstudienzeiten betragen mindestens drei und höchstens vier Jahre für die Bachelorstudiengänge und mindestens ein und höchstens zwei Jahre für den Masterstudiengang. Der Vorteil für die Studierenden ist, dass die universitäre Ausbildung zukünftig innerhalb Europas vereinheitlicht wird. Die europäischen Abschlüsse Bachelor und Master sind international anerkannt. Bei dem gestuften Graduiertensystem können Studierende jetzt schon nach drei Jahren mit dem Bachelor-Abschluss ins Berufsleben starten. Im Vergleich dazu wurde mit dem Vordiplom bisher nur ein inneruniversitäres Zertifikat vergeben. Der Master-Abschluss ist am ehesten mit dem Diplom zu vergleichen. Er setzt eine Studiendauer von mindestens vier Jahren voraus. Der Bachelor-Abschluss ist eine Voraussetzung für die Aufnahme eines Masterstudiums. Weitere Voraussetzungen werden von den Universitäten selbst festgelegt und beziehen sich auf die fachlichinhaltliche Qualifikation.

Was kann ein Bachelor?
„Die Akzeptanz der Master- und Bachelorabschlüsse in Wirtschaft und Gesellschaft nimmt zwar zu, ist aber noch nicht ausreichend“, so das Bundesbildungsministerium. Viele mittelständische und kleine Unternehmen wissen noch nicht, was dieser Abschluss über die Qualifikation eines Bewerbers aussagt. Bei den offiziellen Anforderungen bleibt auch vieles offen: Bei den Bachelorstudiengängen, die zu berufsqualifizierenden Abschlüssen führen, sollen wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeld-bezogene Qualifikationen vermittelt werden. Kompetenzen und Lernziele sollen mit Blick auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes definiert werden. Daneben soll der Erwerb von Schlüsselqualifikationen obligatorisch sein. Schwerpunkte liegen in der Vermittlung von Sozialkompetenz, Präsentationskompetenz und bereichsunspezifischen Sach-kompetenzen, insbesondere von Fremdsprachenkompetenz. Nach einem Bericht der Kultusministerkonferenz der Länder und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung positionieren sich Bachelorabsolventen überwiegend in traditionellen Einstiegsbereichen von Hochschulabsolventen als wissenschaftlich qualifizierte Angestellte ohne Leitungsfunktion. Damit wird deutlich, dass der Bachelor nicht vergleichbar ist mit einem der heutigen Studienabschlüsse.

Bachelor nicht professionell
Der Verbund führender deutscher technologischer Forschungsuniversitäten TU9 betont, dass der Bachelor in der Ingenieursausbildung an Technischen Universitäten lediglich als ein „Türöffner zum Masterstudium in gleichen und angrenzenden Fächern an deutschen oder internationalen Universitäten“ anzusehen ist. Er konkurriert laut TU9 damit nicht mit dem Fachhochschulingenieur. Der universitäre Bachelor sei relevant für den Arbeitsmarkt. „Employable but not professional“ seien die Absolventen. Im Hinblick auf seine Kenntnisse und Fähigkeiten könne der Bachelor kein professioneller Abschluss sein. Seine Bedeutung für den Arbeitsmarkt werde davon abhängen, ob die Wirtschaft die notwendige Weiter-qualifizierung der Hochschulabsolventen leisten könne und wolle. „Der universitäre Professionsabschluss ist der Master“, heißt es. Die derzeitige Konfusion bei der Titel-bezeichnung muss beseitigt werden, so der Verbund TU9. Erforderlich sei eine eindeutige Zertifizierung, die das Ausbildungsprofil erkennen lässt und der internationalen Bezeichnung von Ingenieursgraden entspricht. Die TU9 Universitäten fordern, dass sie zu den von ihnen verliehenen akademischen Graden den Zusatz TU hinzufügen können, und sie wollen für ihren Mastergrad die Äquivalenz zum Dipl.-Ing. TU bescheinigen.

Hochschulort entscheidend
Nicht nur Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH Aachen, macht auch auf die Nachteile des Verlustes des Titels Diplom-Ingenieur aufmerksam. Immerhin hatte dieser in Deutschland vergebene Abschluss über viele Jahrzehnte in der ganzen Welt einen guten Klang. Einen Master dagegen könne man vermutlich auch in Papua Neuguinea machen, sagt Rauhut. Für die Personalauswahl wird es künftig sehr viel wichtiger, die Hochschule mit zu berücksichtigen, an der der Abschluss erworben wurde. Wer zum Beispiel einen Master von der privaten englischsprachigen Jacobs University mitbringt, der hat auf jeden Fall umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet interkullturelle Kompetenz gesammelt, da gerade dieser Bereich als Schlüsselqualifikation mit im Vordergrund bei der kleinen internationalen Campus-Universität steht. In diesem Herbst starteten 255 Bachelor-Studierende und 104 „Freshmen“ in den Graduiertenprogrammen in das neue akademische Jahr. Die 1.100 Studierenden kommen aus 91 Nationen. Internationalität ist damit nicht nur durch die englische Sprache garantiert, in der gelehrt wird. Noch sehen die Graduiertenfeiern an deutschen Hochschulen auch nicht so international aus wie an der Bremer Eliteuniversität. Doch der Wettbewerb unter den Universitäten verschärft sich mit den neuen Abschlüssen. In einer global ausgerichteten Wirtschaft heißt jetzt auch in Deutschland der klassische Abschluss eines Studiums „Master of Science“.

Link-Tipps

www.tu9.de
Informationen zur Ingenieursausbildung von den neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands

www.vdi.de/monitor-ing
Die aktuellsten Daten über die Entwicklung der Ingenieursausbildung und des Arbeitsmarktes vom Verein Deutscher Ingenieure e.V.

www.hrk-bologna.de
Detailinformationen und Links zum Bologna-Prozess von der Hochschulrektorenkonferenz

 

Notenskala mit den neuen ECTS-Grades*

ECTS-Grades      Deutsche Note      ECTS-Definition     Deutsche Übersetzung
A                             1,0–1,5                     Excellent                  Hervorragend
B                              1,6–2,0                    Very good                Sehr gut
C                              2,1–3,0                    Good                           Gut
D                              3,1–3,5                     Satisfactory             Befriedigend
E                              3,6–4,0                    Sufficient                   Ausreichend
FX/F                      4,1–5,0                     Fail                              Nicht bestanden

*ETCS: European Credit Transfer System

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