Rasanter Maschinenmarkt
Die Mailänder leben, um zu arbeiten, die Römer arbeiten, um zu leben, die Süditaliener leben, ohne zu arbeiten.“ Dieses bissige Sprichwort ist in den Industriemetropolen Mailand, Turin und Genua geläufig. Es weist auf krasse regionale Unterschiede hin. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) beschreibt das norditalienische Piemont als das eigentliche Preußen Italiens. Hier werde nicht nur viel gearbeitet, sondern auch die Wertvorstellungen von Zuverlässigkeit und Perfektion, von Pflichtbewusstsein und Pünktlichkeit ähnelten jenen Deutschlands. Mailand ist die wirtschaftliche Hauptstadt Italiens. Je weiter man nach Süden vordringt, desto weiter liegen offenbar die Vorstellungen zwischen den beteiligten Wirtschaftspartnern auseinander. In den Regionen Basilikata, Kampanien, Sizilien oder Apulien müssen Termine und Zeitangaben meist als Annäherungswerte betrachtet werden. “Zahlungsverzögerungen sind hier Usus“, heißt es in einer Analyse der Bfai. Allerdings muss auch der Süden differenziert betrachtet werden. So ist die Region Apulien (Bari) als die arbeitsamste Region des Südens bekannt. Dort konzentriert sich auch ein Großteil deutscher Investitionen. Für ausländische Investoren ist das Land allerdings in den vergangenen Jahren weniger attraktiv geworden. Es wurde weniger investiert und es haben sich mehrere ausländische, darunter auch deutsche, Unternehmen von Italien als Produktionsstandort zurückgezogen oder ihr Engagement
eingeschränkt. Als Gründe für den Rückzug multinationaler Konzerne verweist die Bfai zum
einen auf den wachsenden Wettbewerb durch die neuen Staaten der Europäischen Union, zum anderen sind die aufwendige Bürokratie, die leistungsschwache Infrastruktur, ein starrer Arbeitsmarkt und die starke Stellung der Gewerkschaften mitverantwortlich für den Exodus der ausländischen Unternehmen. Auf der Rangliste der weltweit größten Exporteure steht Italien auf Platz acht. Als Schwachstelle der Exportindustrie gilt die Vielzahl von kleinen Unternehmen. Sie sind dem internationalen Wettbewerb teilweise nicht mehr gewachsen, da die Mittel für Investitionen in Forschung & Entwicklung und für Marketing nicht ausreichen. Die Hauptausfuhrgüter Italiens sind Maschinenbauerzeugnisse, Metalle und Metallbauerzeugnisse, Transportmittel, Chemieerzeugnisse, Elektronik- und Präzisionsapparate, Nahrungsmittelprodukte und Textilien/Bekleidung. Deutschland, Frankreich, USA, Großbritannien und Spanien sind die wichtigsten Handelspartner des Landes. Maschinen, Fahrzeuge und Transportmittel sowie elektrische Geräte sind die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Deutschland. mehr…




