Indien: Exporte von IT-Services und Software wachsen
Wenn der Kartenverkauf für die nächste Fußball-WM optimal läuft, dann hat die FIFA bei Satyam Computer Services aus Hyderabad in Indien gut eingekauft. Satyam entwickelt für mehrere Millionen Dollar ein Event-Managementsystem und baut in den kommenden zwölf Monaten ein Extranet und Intranet für den Weltfußballverband auf. Ob Software-Support, Internet-Programmierung oder Finanz- und Rechnungswesen: Unternehmen in Indien sind spezialisiert darauf, IT-unterstützte Services für ausländische Kunden zu liefern oder ganze Geschäftsprozesse zu übernehmen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um einfache Tätigkeiten wie Dateneingabe, Softwarepflege oder Call-Center. Immer häufiger werden auch Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und andere höherwertige Geschäftsprozesse aus Unternehmen ausgelagert und zugekauft. mehr…
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Für die SAP AG, Walldorf, wird Indien als Wachstumsmarkt und Standort für die Softwareentwicklung und den weltweiten Kunden-Support immer wichtiger. Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP AG, will bis zum Jahr 2010 rund eine Milliarde US-Dollar in Indien investieren. Das Unternehmen erweitert die Kooperation mit dem Software-Support-Giganten Wipro und verstärkt die Entwicklungsaktivitäten in Indien. “Die SAP Labs in Indien sind heute das größte Forschungs- und Support-Zentrum außerhalb Deutschlands”, sagt Kagermann. “Während Bangalore weiterhin eine zentrale Rolle in unserer globalen Infrastruktur spielen wird, sehen wir für Gurgaon großes Potenzial, um unsere ambitionierten Ziele in Indien zu unterstützen.” Bis zum Jahr 2010 will SAP den Kundenstamm auf 100.000 Firmen ausbauen. Dabei spielt auch das Wachstum in Indien eine wichtige Rolle. Seit August 2006 konnte der Softwarehersteller die Zahl seiner indischen Kunden von rund 1.000 auf 2.000 steigern. Henning Kagermann betont die dynamische Entwicklung des Landes: “Märkte wie Indien sind an einem Wendepunkt. Immer mehr Unternehmen jeder Branche und Größe investieren in den Einsatz neuer Technologien. Wir haben in Indien neun Jahre gebraucht, um die 1.000-Kunden-Marke zu knacken aber nur weitere zwölf Monate, um diese Zahl zu verdoppeln.” Die deutsche SAP hat mit dem drittgrößten Software-Dienstleister Indiens, Wipro Technologies, am 28. August 2007 eine weitreichende Partnerschaft geschlossen. Wipro wird Global Services Partner der SAP und eröffnet in diesem Zusammenhang ein Softwarelabor (Solution Lab) in Bangalore. Die Branchen- und Implementierungsexpertise von Wipro und das Software-portfolio der SAP sollen die Basis der Kooperation bilden. Diese sollen in gemeinsame Vertriebsprogramme für spezifische Branchen und regionale Märkte einfließen. Wipro plant weitere Investitionen in Marketing und strategische Planung, um Dienstleistungen auf globaler Ebene anbieten zu können. Gemeinsam mit SAP will Wipro am Standort Electronic City in Bangalore ein modernes Anwendungslabor schaffen. Bereits im Jahr 2006 hatte SAP Indien als strategischen Hub definiert, und seit 1998 ist die Firma mit einem Entwicklungs- und Support-Standort in Bangalore vertreten. 2006 wurde eine zweite Niederlassung in Gurgaon eröffnet. Schon 4.200 Entwickler arbeiten für SAP in Bangalore. Zum Vergleich: 11.000 sind am Firmensitz in Walldorf tätig und 7.000 im Silicon Valley, USA.
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