Trend zum Remanufacturing

18. Mai 2010 · Unternehmen, Zuliefermarkt ·  

Immer mehr Werkstätten setzen auf wiederaufbereitete Produkte, um eine zeitwertgerechte Reparatur zu ermöglichen. Dieses so genannte Remanufacturing wird bei Bosch mittler- weile auf rund 9.000 Fahrzeugteile aus 27 Produktgruppen angewandt.

Bosch ist nach eigenen Angaben der führende Anbieter von industriell aufbereiteten Produkten wie Starter, Generatoren, Klimakompressoren, Bremssättel, Zündverteiler, Dieseleinspritzpumpen und vielen anderen Komponenten mehr. Die Wiederaufbereitung der Fahrzeugteile ist nicht nur eine günstige Alternative für den Endkunden – sie schont auch die Umwelt. Es wird weniger Rohstoff verbraucht und weniger CO2 ausgestoßen als es bei der Neuproduktion der Fall wäre.

Immer mehr aufbereitete Teile im Markt

Die Nachfrage nach hochwertigen Remanufacturing-Teilen für die Kfz-Reparatur ist laut Bosch in den vergangenen Jahren weltweit gestiegen. In den USA hat der Tauschmarkt heute bereits einen Anteil von fast 90 Prozent. Auch in Europa wächst das Marktsegment kontinuierlich und mit deutlich höheren Zuwachsraten als der weitgehend stagnierende gesamte Teilemarkt. Bosch erwartet, dass der Remanufacturing-Markt in Europa bis 2015 auf 30 Millionen Erzeugnisse pro Jahr wächst. Das Austauschteile-Programm von Bosch unterstützt diesen Trend.

Bei der Reparatur eines Fahrzeugs kann die Werkstatt ein defektes Teil durch ein neues ersetzen oder aber ein wiederaufbereitetes Teil verwenden. Insbesondere für Besitzer älterer Autos lohnen sich neue Komponenten oft kaum.

Das Austausch-Programm funktioniert als geschlossener Kreislauf. Dank effizienter Logistik stehen die Produkte dem Kunden ohne Zeitverzug zur Verfügung. Sobald die Werkstatt ein defektes Teil identifiziert hat, wird ein baugleiches und wieder aufbereitetes Teil bestellt und eingebaut. Die defekte Komponente geht in der Originalpackung zur industriellen Aufbereitung an Bosch zurück. Dort zerlegen Fachleute das Produkt in seine Bestandteile, reinigen es, tauschen stark beanspruchte und sicherheitsrelevante Komponenten aus und setzen es wieder zusammen. Nach strenger Prüfung und Qualitätskontrolle von Bosch wird das wieder aufbereite Teil in den Kreislauf aufgenommen und steht den Kunden erneut zur Verfügung.

Im Remanufacturing legt Bosch dieselben hohen Qualitätsstandards an, die für die Herstellung neuer Produkte gelten. Daher wird auch auf die wiederaufbereiteten Teile die gleiche zweijährige Garantie gegeben. Zudem ist das Produkt für den Endkunden um rund 30 bis 40 Prozent günstiger als ein Neuteil. Zunehmend finden sich auch Komponenten für komplexe moderne Benzin- und Diesel-Einspritzsysteme in der umfangreichen Produktpalette. Auf ihre spätere Wiederaufarbeitungsfähigkeit wird bereits bei der Entwicklung geachtet.

Neben der Wirtschaftlichkeit sprechen auch der Umweltschutz und die Schonung der Ressourcen für den Einsatz von Remanufacturing-Teilen in der zeitwertgerechten Kfz-Reparatur. Zum Beispiel bei den Austausch-Klassikern Starter und Generatoren: Seit 1965 bereits werden diese im Bosch-Werk Göttingen aufbereitet. Im Vergleich zu einer Neuproduktion kommt die Aufbereitung der Teile mit weniger Energie aus. In 2009 hat Bosch 2,5 Millionen Teile wiederaufbereitet und damit 23 000 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen als bei der Produktion von Neuprodukten anfallen würden. Berechnungen haben ergeben, dass ein Hektar durchschnittlicher Wald 13 Tonnen CO2 jährlich absorbiert. Die Einsparung von 23 000 Tonnen CO2 durch Bosch ist somit mit einer Waldfläche von 1 923 Hektar vergleichbar.

Weltweites Angebot mit regionalen Strukturen

Für das Geschäft mit Austauschteilen ist immer ein Warenfluss in zwei Richtungen nötig, was die Abwicklung komplizierter macht. Denn es muss nicht nur das passende Austauschteil möglichst schnell beim Kfz-Teilehändler oder der Werkstatt zur Verfügung stehen. Auch das Altteil muss rasch und sicher zur Aufbereitung an den Hersteller geschickt werden. Für die reibungslose Abwicklung sind daher regionale Strukturen erforderlich. So bereitet Bosch die Austauschteile innerhalb eines weltweiten Netzwerkes auf. Damit ist der Marktführer in der Lage, dem Teilehandel und den Kfz-Werkstätten weltweit als verlässlicher Partner ein umfassendes Programm an Kfz-Austauschteilen vor Ort zur Verfügung zu stellen.

Rückgabe in Originalverpackung des Tauschteils

Zur unproblematischen Abwicklung dient das von Bosch eingeführte Rücknahmesystem mit Pfandvergütung. Mit klaren Rücknahmebedingungen und dem „Back-in-Box“ genannten Verfahren – der Rückgabe des ersetzten Altteils in der Bosch-Original-Verpackung des gelieferten Austauschproduktes – ist laut Bosch eine schnelle und sichere Abwicklung gewährleistet. Auch müssen die Verpackungen nicht entsorgt werden, sondern kommen erneut zum Einsatz. Die Rückgabe des ersetzten Altteils in der Original-Verpackung schützt zudem die Teile beim Transport. Kataloge in mehreren Sprachen über das gesamte Programm und eine detaillierte Rücknahmeliste ermöglichen den Kunden eine problemlose Identifizierung des gewünschten Ersatzteils.

Bild: Auf die wiederaufbereiteten Teile gibt Bosch zwei Jahre Garantie (Foto: Bosch)

Ihren XING-Kontakten zeigen

Kommentare

Ihre Meinung zur Meldung




  • Wirtschaftszeitung für Beschaffung
  • Sourcing-News per RSS-Feed News per RSS     English English

     

  •  

  •  

     

Letzte Meldungen

 

Aus dem Anbieter-Verzeichnis