Umbruch in der Fertigungsbranche

18. April 2017 · Lieferanten, Märkte, Messen, Unternehmen, Zuliefermarkt ·  

Mit der Hannover Messe steht die weltweit größte Industriemesse vor der Tür. Vom 24. bis 28. April dreht sich alles um die neuesten Technologien, die gewöhnliche Fabriken in Smart Factories verwandeln und damit Industrie 4.0 Realität werden lassen. 2016 konnten wir beobachten, dass die Relevanz des Internets der Dinge (IoT) als Treiber von Industrie 4.0 stark zugenommen hat. Fertigungsbetriebe stehen nun vor der Herausforderung, einen grundlegenden Wandel der Branche nicht nur zu überleben, sondern gestärkt aus diesem hervorzugehen. Diese fünf Industrie 4.0-Trends werden die Fertigungsindustrie umwälzen und Geschäftsmodelle langfristig verändern:

1. Service-Transformation: Unternehmen führen immer mehr Servicekomponenten ein, um ihr Portfolio aufzurüsten und langfristige Kundenbindung zu fördern. Sie entwickeln neue Dienste zu bestehenden Produkten, um ein ganzes Dienstleistungsökosystem aufzubauen, das statt Einmalkontakten dauerhafte Kundenbeziehungen schafft.

2. Everything-as-a-Service: Software-as-a-Service war nur der Anfang. Branchenüber-greifend wechseln Unternehmen von Geschäftsmodellen, die auf Produktbesitz basieren, zu nutzungsbasierten Modellen. Fertigungsbetriebe verkaufen also zunehmend Ergebnisse und Services anstelle von Produkten – etwa Mobilität statt Autos. Kunden zahlen dann nur so lange für einen Service, wie sie ihn benötigen, wodurch Lagerungs- und Wartungskosten auf den Hersteller übertragen werden. Diese kundenspezifisch flexiblen Dienstleistungen sind eng verknüpft mit:

3. Individualisierung: Heute verlangen Kunden auf ihre spezifischen Anforderungen zuge-schnittene Produkte und Services. Das macht Massenproduktion obsolet und veranlasst Hersteller dazu, ihr Geschäftsmodell vom Prinzip „wir verkaufen, was wir produzieren“ auf „wir produzieren, was wir verkaufen“ umzustellen. Doch die Kombinationsmöglichkeiten hunderter oder gar tausender Optionen und Eigenschaften für individualisierte Produkte führen zu enormer Komplexität in der Fertigung, die leistungsstarke und zuverlässige Systeme erfordert, um die massive Datenflut korrekt und effizient verarbeiten zu können.

4. Hyperwettbewerb: In der Fertigungsbranche geht massiv steigender Konkurrenzdruck mit einem zunehmendem „War for Talents“ einher. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung übersteigt das Angebot an Ausbildungsplätzen seit Jahren die Nachfrage1. Und viele Industrie-Unternehmen können aufgrund eines Mangels an geeigneten Bewerbern nicht alle Ausbildungsstellen besetzen2. Wenn Talente schwierig zu finden sind, konkurrieren Unternehmen folglich nicht nur um Kunden und Marktanteile, sondern auch um qualifizierte Mitarbeiter, die ihre Zukunft in einer digitalisierten Welt sichern.

5. Digitale Konvergenz: Die Produktions- und Lieferkette verlagert sich immer mehr auf die digitale Ebene. Die aus verschiedensten Technologien resultierenden diversen Daten werden zusammengeführt und schließlich für eine Vielzahl von Geräten und Anwendungen nutzbar gemacht. So werden die physische und die digitale Welt durch das IoT zunehmend mitein-ander vernetzt. Gartner erwartet bis Ende 2017 8,4 Milliarden vernetzte Dinge im Consumer- und Businessumfeld. Bis 2020 rechnet das Analystenhaus sogar mit mehr als 20 Milliarden. Branchen-spezifische IoT-Anwendungen werden laut Gartner die Nutzung von IoT auch in der Fertigungsin-dustrie weiter vorantreiben.

Das IoT vernetzt Hersteller mit Lieferanten, Kunden, ihren eigenen Mitarbeitern sowie Maschinen und Gütern entlang der gesamten Produktionskette und bietet so Echtzeit-Trans-parenz über alle Betriebsprozesse. Das ermöglicht Unternehmen, schneller auf Anfragen oder Probleme – Stichwort: vorausschauende Wartung – zu reagieren. Daher werden Unter-nehmen, die schon jetzt das IoT nutzen, von den Trends „Service-Transformation“ und „Everything-as-a-Service“ sogar profitieren. Zudem existieren bereits leistungsstarke IoT-Plattformen, die die nötige Infrastruktur bieten, um riesige Datenmengen zu verarbeiten und die Komplexität zu reduzieren, die etwa aus der Massen-Individualisierung von Produkten resultiert. So verändert das IoT Geschäftsmodelle nicht nur, es macht sie auch widerstands-fähiger und ist somit ein unverzichtbares Werkzeug für Fertigungsbetriebe, um in einem immer schwierigeren Wettbewerbsumfeld zu bestehen und die Herausforderungen der Industrie 4.0 erfolgreich zu meistern.

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