Unternehmen im Preiskrieg
Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben in einem Preiskrieg und hat die Preise in der Krise massiv reduziert. 95 Prozent machen dafür die Konkurrenz verantwortlich.
Diese Daten hat das Beratungsunternehmen Simon-Kucher & Partners gemeinsam mit europäischen Business Schools in einer Studie ermittelt. Dazu wurden 1.220 Führungs- kräfte aus acht Ländern befragt. Die Unternehmen gaben Auskunft über ihre Preispolitik in der Krise. Obwohl mehr als zwei Drittel der Befragten schätzt, dass Preissenkungen nicht im gleichen Maß den Absatz steigern, reduzierten knapp 40 Prozent dieser Firmen ihre Preise während der ersten Krisenmonate.
Die Neigung zu Preiskriegen ist von Land zu Land unterschiedlich stark ausgeprägt: In Spanien etwa sind mehr Unternehmen davon betroffen, als in jedem anderen untersuchten Land (63 Prozent). In Deutschland sehen sich 51 Prozent der Befragten in einem Preiskrieg, in England nur knapp ein Drittel.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch je nach Branchenzugehörigkeit. Knapp zwei Drittel der Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Telekommunikation und Engineering kämpfen die Preisschlacht. Bei den Konsumgütern, Medien, Pharma und IT-Dienstleistun- gen sind es im Schnitt nur 40 Prozent. Vielleicht steckt zum Beispiel den IT-Dienstleistern noch die letzte Krise nach dem Platzen der Dotcom-Blase in den Knochen und sie haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, vermutet Simon-Kucher & Partners.
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