Volle Auftragsbücher

16. Mai 2008 · Märkte, Messen ·  

Der Verpackungsverbrauch der Deutschen pendelt seit Jahren relativ konstant zwischen 15 und 16 Millionen Tonnen pro Jahr. Auf Platz 1 der gefragtesten Verpackungsmaterialien liegt Papier (6,75 Millionen Tonnen), gefolgt von Glas (2,86 Millionen Tonnen) und Kunststoff (2,6 Millionen Tonnen). Weißblech liegt auf Platz 5 mit 525.800 Tonnen. Feinblech und Stahl folgen auf Platz 6 mit 281.700 Tonnen. Vor allem für Konserven- und Getränkedosen kommt Weißblech zum Einsatz. Mehr als die Hälfte des in Deutschland hergestellten und verarbeiteten Weißblechs wird von der Lebensmittelindustrie dafür verwendet. Verschlüsse und Verpackungen für die chemisch-technische Industrie machen zwei weitere große Bereiche aus. Der restliche Teil des Weißblechs kommt in der Herstellung von Aerosoldosen zum Einsatz. Aluminium wird in der Verpackungsindustrie seit einigen Jahren verstärkt verwendet.

Exzellente Branchenstimmung
Mit Rekordbeteiligung von 223 Ausstellern und mehr als 7.000 Besuchern ist am 26. April die wichtigste Messe der Metallverpackungsindustrie, die Metpack in Essen, zu Ende gegangen. Die ausstellenden Unternehmen berichteten von sehr guten Geschäfts-abschlüssen. Jeder vierte Besucher unterzeichnete auf der Metpack einen Kaufvertrag – zum Teil über Maschinen im Wert von mehreren Millionen Euro. Lans Herbert und Wolfgang Niemsch, die beiden Vorsitzenden des Metpack-Komitees, sehen die Fachmesse als Spiegelbild der Branchenstimmung: „Metall-verpackungen sind weltweit gefragt. Die Unternehmen verzeichnen Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich.“ 85
Prozent der Metpack-Besucher sind maßgeblich an Beschaffungsentscheidungen ihres Unternehmens beteiligt. Die Stimmung in der Metallverpackungsbranche ist ausgezeichnet. Mehr als jeder zweite Besucher schätzt die zukünftige Konjunkturentwicklung als steigend ein. Daher werden jetzt Investitionen getätigt. 24 Prozent der Besucher orderten direkt auf der Messe; 64 Prozent der Gäste planen, im Anschluss an die Metpack aufgrund der dort erhaltenen Informationen Maschinen zu kaufen. Ein kostenloser Shuttlebus transportierte die Besucher der Metpack an den drei Tagen, an denen sich die Termine überschnitten, zur interpack in Düsseldorf. Am 30. April reisten die 2.744 Aussteller der interpack Processes and Packaging 2008 mit prall gefüllten Auftragsbüchern wieder nach Hause. „In ihrer fünfzigjährigen Geschichte war die Stimmung in den Hallen selten so positiv, die Kontakte der Unternehmen so ergiebig und das generierte Auftragsvolumen so hoch“, heißt es aus Düsseldorf. Rund 179.000 Besucher informierten sich über Innovationen aus den Bereichen Maschinen zur Produktion von Verpackungen und Süß- und Backwaren sowie Packmittel aller Materialklassen. „Die Aussteller der bisher größten interpack sind in nahezu euphorischer Stimmung und berichten von sehr guten Abschlüssen, die weit über den schon optimistischen Erwartungen im Vorfeld lagen, sowie vielversprechenden Kontakten, die ein lukratives Nachmessegeschäft erwarten lassen. Daher gaben 97 Prozent der Unternehmen schon jetzt an, an der nächsten interpack in drei Jahren wieder teilnehmen zu wollen“, teilt die Messe Düsseldorf mit. – Die Hersteller von Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke erwarteten von der interpack zusätzliche Wachstums-impulse. Das Jahr 2007 habe mit einem Absatzplus von 2,8 Prozent auf 9,5 Millionen Tonnen abgeschlossen und der mengenmäßige Trend zeige weiter nach oben erklärte der
Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP), Klaus Windhagen. Im Gegensatz zu den Vorjahren werde das Wachstum fast ausschließlich vom Inlandsabsatz getragen, der 2007 um 7 Prozent zulegte. Laut Windhagen weisen vor allem die beiden mit Abstand größten Sorten, Faltschachtelkarton und Wellpappen-rohpapiere, ein kräftiges Wachstum auf. Generell verzeichnet die Papierindustrie eine schwierige Ertragssituation. So stehen die Hersteller von Verpackungspapieren unter hohem Kostendruck vor allem bei Rohstoffen und Energie. Weitere Preisanpassungen sind daher nach Aussage von Unternehmensvertretern nicht auszuschließen, so Windhagen. Auch die deutschen Maschinenbauer und Packmittelproduzenten haben erfreuliche Zahlen vorzuweisen. Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) konnte das Produktionsvolumen von Verpackungsmaschinen mit 4,99 Milliarden Euro um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Dabei spielt der Export die tragende Rolle. Erstmals wurden bezogen auf den Produktionswert mehr Maschinen und Anlagen exportiert (5,1 Mrd. Euro) als im Inland hergestellt. Dies ist durch die Integration von ausländischen Maschinen in Verpackungslinien deutscher Hersteller möglich, wenn diese die komplette Linie dann ausführen. Ähnlich gut haben sich die Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Süß- und Backwaren entwickelt. Allein die Exportquote deutscher Unternehmen für Süßwaren, Kakao oder Schokolade konnte 2007 um 44 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006 gesteigert werden.

Packmittel-Produktion steigt
Der Bereich der Packmittel wartet ebenfalls mit guten Zahlen über alle Materialklassen auf. Laut GADV (Gemeinschaftsausschuss der deutschen Verpackungshersteller) liegt der Produktionswert der in Deutschland hergestellten Packmittel aus allen Werkstoffen, also inklusive Kunststoff, Papier/Karton/Pappe, Metall, Glas und sonstigen, bei 30,3 Milliarden Euro – ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2006. Im gleichen Zeitraum legte die Produktionsmenge um gut fünf Prozent auf 18,5 Millionen Tonnen zu. Alle Verpackungs-werkstoffe haben sowohl in Bezug auf den Produktionswert als auch bei den Produktions-mengen gewonnen. Ihnen ist allerdings auch gemein, dass die Produzenten unter den gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Transportkosten zu leiden haben. Als Verbraucher-trends zeichnen sich immer stärker Convenience-Verpackungen ab, die sich durch sehr einfache und praktische Handhabung mit leichter Dosierung, Wiederverschließbarkeit und Entnahmemöglichkeit auszeichnen. Dabei spielt das Thema altersgerechte Verpackungen eine zunehmende Rolle. Solche Verpackungen können mit geringem Kraftaufwand geöffnet werden und haben gut lesbare Beschriftungen.

Link-Tipps

www.verpackungskongress.de
Im Mittelpunkt des Deutschen Verpackungskongresses 2008 stehen am 12. Juni in Berlin ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeitsdiskussion. Weiteres Schwerpunktthema ist die Bedeutung von „Time to Market“ in der Verpackungsindustrie.

www.verpackungspreis.de
Bereits zum 31. Mal zeichnet der renommierte Deutsche Verpackungspreis innovative Verpackungsideen und richtungsweisendes Verpackungsdesign aus. Die internationale Ausschreibung läuft. Anmeldeschluss ist der 1. August 2008.

http://tinyurl.com/4xs8ss
Das Sonderheft „Packung ist Marke“ der Zeitschrift Markenartikel kann kostenfrei auf der Webseite von Pro Carton bestellt werden. Pro Carton ist die Vereinigung der  Kartonproduzenten und Hersteller von Faltschachteln beziehungsweise Verkaufsverpackungen aus Karton.

 

Hervorragende Messe-Ergebnisse

Das Team der interpack ist rundum zufrieden: Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer
der Messe Düsseldorf GmbH, Erhard Rustler, Präsident der interpack 2008, und Bernd Jablonowski, Director interpack. „Wir haben durchgehend nur Positives von den Unternehmen gehört. Die Geschäftsabschlüsse sind mehr als erfreulich“, sagt Erhard
Rustler. Die nächste interpack findet vom 12. bis 18. Mai 2011 in Düsseldorf statt.

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