Rohstoffeinkauf ist wie Wellenreiten

Die Rohstoffexperten von Inverto raten dazu, jetzt die Abhängigkeit von Preisschwankungen durch aktives Management der Rohstoffkosten zu mindern und Erträge zu sichern.

Gerade noch blickten Einkäufer schockiert auf steigende Preise für Stahl oder Energie, jetzt haben Rezessionserwartungen sowie die Finanzkrise und gute Ernten für Agrarrohstoffe zu sinkenden Preisen bei Rohstoffen geführt. Doch der Schein trügt, sagt die Inverto AG. „Die aktuelle Preisbewegung ist kein Grund, sich beruhigt zurückzulehnen. Schon gar nicht in einer zunehmend schwierigeren Wirtschaftslage“, meint das Beratungsunternehmen aus Köln. Inverto unterstützt seine Kunden beim strategischen Einkauf und Supply Management.

Entscheidend sei der optimale Zeitpunkt der Einkaufsentscheidung sowie die Vertragslaufzeit bei der Beschaffung. Dies könnten Unternehmen aber nur durch systematische Beobachtung der Rohstoffmärkte erkennen.

Nach Einschätzung von Inversto hat die langfristige Rohstoff Hausse ihr Ende noch nicht erreicht und wird die Unternehmen daher noch einige Jahre beschäftigen. Die Experten erwarten aktuell aufgrund ihrer Markt- und Projektexpertise bei den Durchschnittspreisen 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 teils eine erheblich Veränderungsspanne je Rohstoff: Zum Beispiel bei Stahl von minus 15 bis plus 5 Prozent unter anderem durch weiter fallende Stahlschrott- und Eisenerzpreise und bei Kunststoffgranulaten von minus 11 bis plus 5 Prozent. Bei Weizen sanken die Preise aufgrund der guten Ernte 2008 bereits um mehr als 20 Prozent. Nun gelte es für die Unternehmen, sich diese niedrigen Preise längerfristig zu sichern.

Markus Bergauer, Vorstand der Inverto-AG, sagt: „Tatsache ist, dass der Preis von Industrie- und Agrarrohstoffen das Unternehmensergebnis unmittelbar beeinflusst. Nach Erfahrung der Einkaufsberater sind Unternehmen oft aber nur ungenügend auf stark schwankende Beschaffungskosten vorbereitet. „Rohstoffeinkauf ist wie Wellenreiten. Jetzt ist der richtige Moment, um ein schlagkräftiges Rohstoffmanagement aufzubauen“, so Inverto-Vorstand Frank Wierlemann. Es zähle das perfekte Timing, um den Einkaufszeitpunkt und die Dauer eines Vertrags festzulegen. Die Unternehmen sollten sich in eine gute Verhandlungsposition für das nächste Jahr bringen.

Inverto rät davon ab, jetzt isoliert auf eine einzige Lösung zu setzen wie etwa Hedging oder Global Sourcing, da die Stellhebel für strategisches Management von Rohstoffkosten nach Branche und Unternehmen unterschiedlich sind. „Die Verpackungsmittelindustrie etwa mit einem hohen Rohstoffkostenanteil von häufig mehr als einem Drittel an den Gesamtkosten kennt die Kerninformationen ihrer Rohstoffmärkte genau“, sagt Sebastian Mayer, Leiter des Inverto Excellence Centers Industrierohstoffe. Oft setzen Unternehmen die Maßnahmen aber anschließend nicht konsequent um, die ihnen Handlungsspielraum verschaffen. Ein Automobilzulieferer, dessen Rohstoffkostenanteil am Einkaufsvolumen knapp 50 Prozent betrug, konnte durch die Optimierung mehrerer Stellhebel allein bei den Rohstoffkosten rund sieben Prozent sparen. Ein Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie verfügte mit 66 Prozent über einen noch höheren Anteil von Rohstoffen am gesamten Einkaufsvolumen. Rohstoffkostenmanagement erreichte hier eine Verbesserung der Einkaufspreise von vier Prozent. Auf die Gesamtkosten wirkt sich dies erheblich aus.

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