Eine neue Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management in Kooperation mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) untersucht Logistikkennzahlen als zentrales Controlling-Instrument für die Logistik hinsichtlich ihrer Ausprägungen und Erfolgsrelevanz. Auf Basis einer großzahlig-empirischen Erhebung wurden in der Studie 431 Unternehmen – sowohl Logistikdienstleister als auch Industrie- und Handelsunternehmen – nach ihrer Nutzung von Logistikkennzahlen befragt.
„Die Untersuchung zeigt, dass die Logistikunternehmen als Logistikspezialisten hinsicht-lich des Controllings mit Kennzahlen insgesamt nicht besser aufgestellt sind als die Logistikbereiche in Industrie und Handel“, verdeutlicht Prof. Dr. Carl Marcus Wallenburg. Laut der Studie sind sie damit nicht die erwarteten Experten, die als Vorbild für die verladende Wirtschaft dienen können. Gleichzeitig präsentieren sich aber auch die Verlader nicht als Vorreiter des Logistikcontrollings. Die Studie macht deutlich, dass beide Unter-nehmensgruppen auf einem vergleichbaren Niveau liegen, das sich in einigen Bereichen bereits sehr positiv gestaltet, in anderen hingegen noch deutlichen Raum zur Verbesserung lässt.
„Die größten Defizite bestehen hinsichtlich der Berücksichtigung von unternehmens-übergreifenden Aspekten“, betont Prof. Dr. Jürgen Weber. Dies betreffe sowohl die Berücksichtigung im eigenen Kennzahlensystem als auch die Verzahnung dieser Kennzahlen mit denen der externen Partner.
„Die Ergebnisse zeigen einen konkreten Handlungsbedarf auf, auch durch den Vergleich der Unternehmen, die Best Practice darstellen, mit solchen, die noch Nachholbedarf haben“, fasst Prof. Wallenburg zusammen. „Die Studie liefert vielfältige Anstöße, die Logistik in wichtigen Bereichen noch professioneller zu steuern“ unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der BVL. Damit erfüllt die Studie die Intention der BVL, die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft aufzugreifen und direkt in die Praxis zu transferieren.
Die Studie wurde vom Kühne-Institut für Logistikmanagement unter der Leitung von Prof. Dr. Carl Marcus Wallenburg und Dipl.-Wi.-Ing. Andreas Bühler und dem Institut für Management und Controlling unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber durchgeführt. Dem Autorenteam gehört außerdem Dipl.-Kfm. Maurizio Singh an.
Die 1978 gegründete Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. ist eine gemeinnützige, neutrale und überwiegend ehrenamtliche Organisation. Als Plattform für Manager der Logistik in Industrie, Handel und Dienstleistung, für Wissenschaftler und Studierende bildet sie mit heute gut 10.000 Mitgliedern eine Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und ist Podium für den nationalen und internationalen Gedankenaustausch zwischen Führungskräften aus Logistik und Supply Chain Management. Neben großen Fachver-anstaltungen wie dem Deutschen Logistik-Kongress gehören Studien, Arbeitskreise und vielfältige Publikationen zu ihren Angeboten.
Die WHU – Otto Beisheim School of Management ist eine international ausgerichtete, privat finanzierte Wirtschaftshochschule. Sie zählt zu den renommiertesten deutschen Business Schools und genießt auch international hohes Ansehen. Die WHU ist von den renom-miertesten europäischen und amerikanischen Akkreditierungsorganisationen FIBAA, EQUIS sowie AACSB akkreditiert. Im März 2012 erhielt sie als eine der ersten Hochschulen in Deutschland die Systemakkreditierung durch die FIBAA. Mit dem WHU Campus Düsseldorf eröffnet die Hochschule im Herbst 2012 ihren zweiten Standort.
Seit ihrer Gründung ist die WHU Vorbild für zukunftsorientierte Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft. Qualität, Internationalität und Praxisbezug bilden die Leitlinien in allen Bereichen. Zur WHU zählen 50 renommierte Fakultätsmitglieder, über 1000 Studenten und mehr als 185 Partneruniversitäten sowie ein ausgezeichnetes Unternehmensnetzwerk.
Das Kühne-Institut für Logistikmanagement bündelt an der WHU die gesamten logistik-bezogenen Aktivitäten der Hochschule. Das von der schweizerischen Kühne-Stiftung geförderte Institut wird von Prof. Dr. Carl Marcus Wallenburg und Prof. Dr. Stefan Spinler geleitet und umfasst insgesamt 20 Doktoranden. Ziel des Instituts ist es, neue Einblicke für das Management logistischer Dienstleistungen zu generieren und die aktuellsten Erkenntnisse in die Praxis und Wissenschaft zu verbreiten. In diesem Zusammenhang legt das Kühne-Institut besonderen Wert auf analytische, konzeptionelle und empirische Forschung auf internationalem Niveau. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem: Logistikdienstleistungen und -dienstleister, Logistik- und Supply Chain Controlling, Kooperationsmanagement, Nachhaltigkeit im Supply Chain Management und Risikomanagement in Lieferantenketten.

