Arcandor richtet Vorstandsressort Beschaffung ein

Die Arcandor AG bündelt ihre Beschaffung in den Handelssegmenten künftig in einem neuen Vorstandsressort. Der Einkauf wird zukünftig zentral in einer Querschnittseinheit geführt und von der Sortimentsverantwortung der Markengesellschaften getrennt.

In den Handelssegmenten will der Konzern künftig die Beschaffung und die Sortiments- gestaltung trennen. Die Beschaffung wird zentral in einem neu zu schaffenden Vorstands- ressort gebündelt und fasst die bisherigen Kapazitäten der beiden Handelsgesellschaften zusammen. Die Verantwortung für die Sortimentsgestaltung verbleibt weiterhin in den Markengesellschaften, ebenso die Ergebnisverantwortung.

Ziel ist es laut Arcandor, über die Neuorganisation der Prozesse und die Bündelung der Volumina innerhalb von zwei bis drei Jahren Synergien von bis zu fünf Prozent des vollständigen Arcandor-Einkaufsvolumens zu erzielen. Das jährliche Arcandor-Einkaufs- volumen (ohne Thomas Cook) von Primondo und Karstadt liegt aktuell bei über sieben Milliarden Euro. Davon entfallen rund drei Milliarden Euro auf Waren, die nicht für den Verkauf an Kunden vorgesehen sind (zum Beispiel IT-Dienstleistung, Mieten, Logistik, Marketing, Papier- und Druckkosten).

Arcandor plant das Vorstandsressort künftig von dem neuen Generalbevollmächtigten Arnold Mattschull (57) verantworten zu lassen. Der Restrukturierungs- und Einkaufsexperte hat laut Arcandor die Takko Holding GmbH in der Zeit von 2004 bis 2008 zum Erfolg geführt.

Die Arcandor AG will ihre Handelsaktivitäten neu ordnen und sich künftig auf die profitablen Kerngeschäfte von Karstadt und Primondo konzentrieren. Das Kerngeschäft von Primondo soll in Zukunft aus dem E-Commerce- und dem Kataloggeschäft von Quelle in Deutschland und im Ausland, dem Homeshopping-Spezialisten HSE24 sowie den bestehenden Spezialversendern bestehen. Das Kerngeschäft von Karstadt soll künftig aus 81 Karstadt-Filialen sowie 27 Karstadt Sports-Filialen bestehen.  Geschäfte, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören oder sanierungsbedürftig sind, werden in einer eigenen Arcandor-Querschnittsverantwortung mit Namen ATRYS individuell weiterentwickelt, teilte Arcondor weiter mit.

Zu den nicht zum Primondo-Kerngeschäft gehörenden Einheiten zählen unter anderem der stationäre Einzelhandel von Quelle mit 115 Technikcentern und rund 1500 Quelle-Shops, Foto Quelle, Küchen Quelle, myby, der technische Kundendienst Profectis, das Logistik- lager Linz sowie die Kundenzentren.

Aus dem Karstadt Portfolio werden acht Filialen (Kiel Alter Markt, Hanau, Kaiserslautern, Hamburg-Billstedt, Bottrop, Leipzig, Ludwigsburg, München Am Dom), die Karstadt Sports Filiale in Recklinghausen sowie die Premiumhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg  und Oberpollinger in München in dem zukünftigen Vorstandsressort weiterentwickelt, so Arcandor.

Auf der Basis ihrer sehr unterschiedlichen Voraussetzungen sollen für alle ATRYS-Geschäfte die jeweils besten Optionen geprüft und innerhalb der kommenden Jahre umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem der Verkauf, strategische Partnerschaften, Management Buy-Outs, Sanierung oder auch Schließungen.

Der Touristikbereich Thomas Cook ist und bleibt Kerngeschäft von Arcandor, heißt es aus Essen.  Der Konzern will Thomas Cook bei seiner Wachstumsstrategie durch gemein- same Marketing- und Vertriebskooperationen mit den Handelsmarken und über die Nutzung von Einkaufsvorteilen weiter unterstützen.

One Comment

  1. Neu geordnet muss bei Arcandor wohl wirklich so einiges werden. Allerdings bezweifel ich, wenn man sich mal deren aktuelle Situation so anschaut, dass sie momentan auf dem richtigen Weg sind. In diese Strukturen noch Steuergelder zu blasen wäre wohl unverantwortlich und ich kann nur hoffen, dass hier mehr an einer zukunftsfähigen Neuorientierung und evtl. Zerschlagung als am Aufbringen weiterer Finanzsspritzen gearbeitet wird.

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