Einkaufsabteilungen sehen Handlungsbedarf

Grundsätzlich ok, aber auch nicht mehr – so bewerten Einkaufsleiter großer und mittel-ständischer Unternehmen unterschiedlicher Branchen aktuell ihre Zufriedenheit hinsichtlich der Organisation der eigenen Einkaufsprozesse. Genannte Gründe für die Zufriedenheit sind unter anderem optimierte Prozesse und Organisationsformen, aber auch eine zufrieden-stellende IT-Unterstützung. Deutlichen Optimierungsbedarf sieht ein großer Teil der Befragten dagegen in der elektronischen Anbindung der Lieferanten. Denn der bloße Automatisierungs-grad eines Prozessablaufs ist kein Indiz für eine wirksame Lieferantenanbindung. Vielmehr müssen auch signifikant viele Lieferanten hieran angebunden sein. Das scheint aber in der Praxis nicht der Fall zu sein, hat die Lünendonk®-Studie „Procurement-Check 2015“ unter anderem ermittelt.

Niedriger Automatisierungsgrad bei interner Bestellabwicklung
„Von der vollständig digitalen Wirtschaft sind wir im Einkauf noch weit entfernt“, analysiert Mario Zillmann, Leiter Professional Services und Studienautor beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk, die Situation. „Es stehen aber bei den Einkaufs-verantwortlichen viele wesentliche Verbesserungsvorhaben bereits auf der Agenda, wie beispielsweise die Zusammenarbeit und der Datenaustausch mit Lieferanten, die Stärkung des zentralen Einkaufs oder die Reduzierung der Medienbrüche.“

Es gibt also noch viel zu tun, insbesondere was die Automatisierung der Bestellabwicklung betrifft. Hier äußerten sich die befragten Einkaufsleiter über den Automatisierungsgrad der jeweiligen Abläufe eher kritisch. Vor allem die digitale Integration der Lieferanten in die allgemeinen Abwicklungsprozesse und in die Belegflüsse für Bestellbestätigungen und Rechnungen wurden häufig negativ bewertet.

Zwar ist die Integration der Lieferanten ein wesentlicher Punkt für ein effizientes E-Procurement. Das Bild – und ein durchgängiger Workflow im Einkauf – bleibt aber unvollständig, wenn nicht der Einkauf selbst auch in die anderen Funktionen und Abteilungen im eigenen Unternehmen eingebunden ist. Die Antworten in der Analyse zeigen auch einen vorrangigen Verbesserungsbedarf beim Datenaustausch innerhalb der Unternehmen sowie der Standardisierung von Anwendungen und Optimierung von Prozessen.

Zwei-Jahres-Planungen für Verbesserung der Lieferantenanbindung
Ein unstrittiges Anliegen der Studienteilnehmer für die Zukunft ist die Stärkung schwacher elektronischer Bindungen. Hinsichtlich des Automatisierungsgrads ihrer Lieferantenanbindung planen daher nahezu alle befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren intensiv beziehungsweise sehr intensiv deren Verbesserung mit den Schwerpunkten automatische Erfassung, Prüfung und Verarbeitung von Belegen. Dafür brauchen sie technische und zum Teil Beratungs- und IT-Dienstleistungen, aber auch in hohem Maße die Kooperation der Lieferanten.

Die branchenübergreifende Momentaufnahme der Situation des E-Procurements ist kostenfrei unter www.luenendonk-shop.de erhältlich.

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