Der Einkaufsmanager-Index (EMI) von Markit und BME hat im Juni um 1.3 Punkte auf 40.9 zugelegt. Damit lag er so hoch wie zuletzt vor acht Monaten im Oktober 2008. Allerdings notierte der EMI damit immer noch unter der Wachstumsschwelle von 50, und das schon im elften Monat.
Das Auftragsminus fiel so niedrig aus wie zuletzt im September 2008. Die Nachfrage chinesischer Unternehmen nach deutschen Industrieprodukten zog an. Aus der Eurozone blieb die Zahl der Bestellungen hingegen weiter schwach. Insgesamt drosselten die Industrieunternehmen auch im Juni ihre Produktion. Primär Hersteller von Konsum- und Investitionsgütern waren von der Auftragsflaute betroffen.
Nach dem Deflations-Höhepunkt im Berichtsmonat März schwächte sich der Rückgang der Einkaufspreise zum dritten Mal ab. Der Juni 2009 war zudem gekennzeichnet durch eine schwache Rohstoffnachfrage sowie durch reduzierte Verkaufspreise nahezu auf Rekordniveau.
Aufgrund niedriger Produktionsanforderungen bauten die Unternehmen erneut Stellen ab, die Hochphase der Entlassungswelle scheint aber durchschritten. Der Teilindex „Beschäftigung“ stieg zum zweiten Mal in Folge an. Die Unternehmen verhinderten durch Kurzarbeit, Reduzierung von Zeitarbeitskräften und die verstärkte Nutzung von Gleitzeitguthaben zusätzliche Entlassungen.
Der „Markit/BME Einkaufsmanager-Index“ (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, Henley-on-Thames, erstellt. Der Index basiert auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager‘s Index (PMI).

