Finanzierung von Innovationen aus Eigenmitteln

Mittelständische Unternehmen haben im vergangenen Jahr – anders als die Großunter- nehmen – ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Die Bruttoanlage- investitionen sind im Mittelstand um nominal 12,3 Prozent gestiegen, während Großunter- nehmen nominal sogar 6,1 Prozent weniger investiert haben als im Jahr zuvor.

Stark investiert haben die regional verankerten, am Binnenmarkt orientierten Unternehmen. Diese haben ihre Investitionen zwischen 2007 und 2008 um nominal 8 Milliarden Euro (14,2%) gesteigert. Die Investitionen überwiegend exportierender Mittelständler sind hingegen nahezu stagniert.

Im Unterschied zu den Investitionen zeigten sich bei den Innovationsaktivitäten deutliche Wirkungen der heraufziehenden Finanz- und Wirtschaftskrise. Entsprechend ist der Anteil der Unternehmen, die in den zurückliegenden drei Jahren Innovationen eingeführt haben, zwischen 2006 und 2008 von 43 auf 36 Prozent gesunken. Dies sind die Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels 2009 der KfW Bankengruppe.

„Der Mittelstand ist mehr denn je eine tragende Säule für die Wirtschaftskraft der Bundes- republik Deutschland. Mit ihren Investitionen und Innovationen leisten die mittelständischen Unternehmen einen unverzichtbaren Beitrag zur Überwindung der Krise. Für die KfW bleibt die Stärkung des Mittelstandes eine zentrale Aufgabe“, sagte Dr. Ulrich Schröder,  Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

Die Investitionsausgaben des Mittelstandes betrugen im vergangenen Jahr 165 Milliarden Euro. Auf mittelständische Unternehmen entfallen 55 Prozent der gesamten Unterneh- mensinvestitionen und 35 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttoanlageinvestitionen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte im Jahr 2008 deutliche Auswirkungen auf die Finanzierungssituation der KMU (kleine und mittlere Unternehmen). So greifen die mittelständischen Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Investitionen verstärkt auf Eigenmittel anstelle von Bankkrediten zurück.

Ein möglicher Grund hierfür könnte laut KfW der schwieriger gewordene Kreditzugang sein. Konnten 2007 nur geschätzte sechs Prozent des benötigten Kreditbedarfs aufgrund eines fehlenden Angebots der Bank nicht realisiert werden, waren es 2008 16 Prozent. Bei sehr kleinen Unternehmen (weniger als 10 Beschäftigte) ist dieser Anteil sogar von 10 auf 26 Prozent  gestiegen. „Die Entwicklung der Finanzierungssituation ist auch deshalb bedenklich, da Finanzierungsprobleme zunehmend die Investitionstätigkeit eingeschränkt haben. Diejenigen Unternehmen, die im Jahr 2008 eine Kreditablehnung durch die Bank erfahren haben, konnten nur noch 36 Prozent ihrer geplanten Investitionen realisieren. (2007 waren es noch 43 Prozent). Auch hier sind vor allem kleine Unternehmen betroffen, denen es offenbar in geringerem Umfang gelingt, alternative Finanzierungsquellen zu erschließen“, so die Kfw.

Eine Entspannung der Finanzierungssituation im Mittelstand für das Jahr ist derzeit nach Einschätzung der KfW im Jahre 2010 nicht zu erwarten. Für eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft und insbesondere für mehr Wachstum sei aber das Investitions- volumen und die Innovationsfähigkeit der mittelständischen Unternehmen und damit die Bereitstellung ausreichender und adäquater Finanzierungen unerlässlich. Durch ihre Beteiligung am Maßnahmenpaket der Bundesregierung und insbesondere durch das KfW-Sonderprogramm, will die KfW hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels stehen in der Langfassung auf den Internetseiten der KfW zum Herunterladen im pdf-Format bereit: Ergebnisbericht 2009

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