SICIS feiert 5000 überwachte Container

Ein Projekt zur Verbesserung der Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit von inter-nationalen intermodalen door-to-door Supply Chains hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im Mai 2011 hat das SICIS-System das Ziel erreicht, 5000 Container auf ihrem Weg von China nach Europa zu überwachen. Dieser Erfolg spiegelt die gute Zusammen-arbeit des INTEGRITY-Konsortiums wider, welches aus Verladern, Logistik-Dienstleistern, Terminalbetreibern, Zollbehörden, Softwareentwicklern und Forschungsinstituten besteht. Das Projekt wird durch das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), Bremen/ Bremerhaven koordiniert. SICIS (Shared Intermodal Container Information System) wurde im Rahmen des INTEG-RITY-Projektes (www.integrity-supplychain.eu) entwickelt und wird von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm gefördert. Kein anderes Forschungsprojekt hat bisher eine so große Anzahl von Containern einbeziehen können.

Das Ziel des SICIS-Systems ist es, die Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit von internationalen intermodalen door-to-door Supply Chains zu verbessern. Um dies zu er-reichen, werden alle relevanten Informationen von verschiedenen Datenquellen durch SICIS gesammelt und aufbereitet. Hier spielen der Ausgangspunkt der Reise, wo der Container gepackt und verschlossen wird, die Betriebssysteme der beteiligten Container-Terminals, Schiffsverfolgung über deren AIS (Automatic Identification System) Transponder, und, als Option, der Einsatz von CSDs (Container Security Devices) eine Rolle. SICIS konsolidiert alle diese Daten und bietet autorisierten Transportbeteiligten Zugriff auf für sie relevante Informationen, wobei dem Datenschutz durch ein ausgeklügeltes System von Zugriffsrechten Rechnung getragen wird.

Robin Smith vom englischen Logistik-Dienstleister BAP Logistics, einer der Projektpartner, betont, dass SICIS ein einzigartiges Werkzeug für die proaktive Überwachung von Con-tainertransporten darstellt. Es bietet erstmals einen vollständigen Überblick über den kompletten Transport eines Containers.

Die besten Ergebnisse werden erreicht, wenn die Container mit CSDs ausgerüstet sind, da diese die Position des Containers ständig per GPS ermitteln und über Funk an SICIS mel-den. Zusätzlich geben die CSDs Alarm, wenn der Container unerlaubt geöffnet wird und verbessern so die Containersicherheit in hohem Maße. Während der letzten Demonstra-tionsphase wurden CSDs des chinesischen Herstellers CIMC eingesetzt. Die Seereise der Container wird durch Schiffsverfolgung per AIS-Transponder überwacht, deren Signale durch Satelliten und terrestrische Empfangsstationen aufgenommen und an SICIS weitergeleitet werden. Durch diese Maßnahmen ist die Position jedes einzelnen Con-tainers jederzeit bekannt. Da allerdings nicht damit zu rechnen ist, dass in naher Zukunft alle Container weltweit mit CSDs ausgerüstet werden, ist SICIS nicht von ihrem Einsatz abhängig. Schon die Informationen der restlichen Datenquellen reicht aus, um die Trans-parenz der Containertransporte signifikant zu verbessern. SICIS optimiert aber nicht nur die logistischen Prozesse, sondern stellt eine Win-Win-Situation für die Transportindustrie und Zollbehörden her. Letztere benötigen verlässliche Informationen über die transportierte Ladung für ihre Risikoanalyse. Die Datenlage ist heutzutage häufig allerdings mangelhaft, so dass relevante Informationen nicht zur Verfügung stehen. SICIS ermöglicht den Zugriff auf Daten der Absender und Empfänger der Waren, so dass diese Situation deutlich optimiert wird.

Foto: Containerstack, Bild: Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik

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