Deutsche Finanzverantwortliche forcieren den digitalen Wandel in ihren Unternehmen und steigern im internationalen Vergleich deutlich die Investitionen im IT-Bereich. In diesem Jahr werden zwei Fünftel der Führungskräfte (42 Prozent) ihre Ausgaben für IT-Systeme erhöhen. Damit erreicht Deutschland europaweit einen Spitzenwert. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Umfrage von American Express und CFO Research.
Ob im Handel, Dienstleistungssektor oder in der Industrie: Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und bietet gleichzeitig großes Potenzial für Unternehmen. Finanzverant-wortliche in Deutschland haben das Ausmaß der Entwicklung erkannt und gestalten sie immer stärker mit. Auch die zentrale Rolle von Personal im Bereich IT wird für CFOs immer offen-sichtlicher. Rund jeder dritte CFO (34 Prozent) beklagt einen Fachkräftemangel im Bereich IT.
Vom Zahlenmeister zum Business-Strategen
Die Studie belegt, dass neben der täglichen Planung auch die strategische Rolle des CFOs immer wichtiger wird: Zwei Drittel (67 Prozent) der CFOs diskutieren regelmäßig mit dem CEO über unternehmerische Herausforderungen. 82 Prozent der Befragten sehen in der finanziellen Perspektive ein wichtiges Entscheidungskriterium für die strategische und operative Ausrichtung des Unternehmens. Damit sind CFOs mit dem CEO in engerem Kontakt als mit jeder anderen Managementebene. „Der CFO ist zusehends als Beratungs- und Sparringspartner gefragt, der die Geschicke seines Unternehmens maßgeblich mit-steuert“, erläutert Björn Hoffmeyer, Country Manager für Deutschland bei American Express. „Er nimmt immer häufiger an Vorstandssitzungen teil und gibt Auskunft zur Profitabilität und zu notwendigen Entscheidungen.“
CFOs erwarten weiteres Wirtschaftswachstum
Insgesamt blicken die deutschen Finanzverantwortlichen weitestgehend optimistisch in die nächsten zwölf Monate. Zwei Drittel von ihnen (67 Prozent) gehen 2015 von einem Wirtschaftswachstum aus. Auch wenn der Wert im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist (um sieben Prozentpunkte), glaubt damit immer noch ein Großteil an eine anhaltend positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Im internationalen Vergleich befinden sich deutsche Geschäftsführer mit ihrer Haltung im Mittelfeld. Das unternehmerische Wachstum wird durch die heimische und globale Wirtschaftslage und die Kapitalverfügbarkeit unterstützt. Unter-dessen rechnen 74 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen in Großbritannien mit einer anhaltend positiven Wirtschaftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten. Dagegen sind CFOs in Frankreich sehr pessimistisch. Hier rechnen weniger als ein Drittel (29 Prozent) mit Wachstum.

