Einkauf 4.0 ist mehr als Digitalisierung

Nicht nur in der industriellen Produktion ist das Zeitalter 4.0 angebrochen, auch im Einkauf stehen die Zeichen auf Vernetzung. Schon heute ist der Einkauf innerhalb des Unternehmens sowie außerhalb stärker vernetzt als die meisten anderen Funktionen. In Zukunft wird es noch vielschichtiger für den Einkauf.

„Entscheidend für den Unternehmenserfolg ist es, die Vernetzung als Chance zu begreifen. So kann die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens gesteigert werden“, weiß Dr. Alexander Batran, Leiter der Einkaufs-Practice bei h&z. „Die Digitalisierung ist hier zwar ein wesentlicher Treiber, aber sie ist nicht alles.“ Vielmehr geht es auch um die Netzwerk-Gestaltung zur intern und extern vernetzten Produktentwicklung und -optimierung sowie um Leadership-Fähigkeiten eines Einkäufers. Einkauf 4.0 ist mehr als ein Buzzword, unter dem digitale Transformationen diskutiert wird. „ Der Einkauf muss sich in mehreren Kategorien der Vernetzung gut aufstellen“, erklärt Dr. Alexander Batran.

Überblick über die vier Kategorien von Einkauf 4.0
– Network competition: Der Einkäufer übernimmt immer mehr die Funktion eines Value Chain Manager bzw. Netzwerk-Gestalters mit ganzheitlichem Blick auf die Wertschöpfungskette. So ist die Gestaltung der Lieferantenstruktur über Tier-1 hinaus beispielsweise für den gesamten Unternehmenserfolg und die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. Komplette Wertschöpfungs-ketten stehen hier im Wettbewerb.

– Network co-creation: Dabei geht es um die bewusste Einbeziehung von beispielsweise innovativen Lieferanten und die Verzahnung mit dem  Produktentwicklungsprozess, um sich im Wettbewerb zu differenzieren. Eng damit verbunden sind die Aspekte „Exklusivität“ und „Preferred Customer“-Status. Insgesamt gewinnt der Einkauf mit seiner Rolle im Produkt-entwicklungsprozess an Bedeutung. Der Einkauf wächst in Standardisierungs-Teams immer stärker mit R&D zusammen.

– Network enablers: Die technischen Möglichkeiten der Vernetzung sind besser denn je. Im Zuge der „digitalen Transformation“ entwickelt sich der Einkauf auf einer neuen S-Kurve. Technische Möglichkeiten zur Vernetzung und die vernetzte Nutzung von Daten (z. B. Big Data, Internet of Things) gehen bereits über die bisherigen Diskussionen von eCatalog, eRfx und eAuction hinaus. Neue Applikationen treiben die Entwicklung „Einkaufen“ wird zum Erlebnis und Standards und User Interfaces sowie Bedienkonzepte aus dem B2C-Umfeld erreichen den Einkauf.

– Network leadership: Einkaufsorganisationen werden zu globalen Einkaufsnetzwerken. Category Managers führen Teams über Ländergrenzen hinweg bei der Category Strategie-erstellung und -umsetzung.

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