Bei der Bewertung der Veränderungsfähigkeit von Unternehmen stellt die Mutaree GmbH in ihrer „Change-Fitness-Studie 2016“ einen sichtlichen Zustimmungsabbruch zwischen Unternehmensleitung und Führungskräften bzw. Mitarbeitern fest. Für die Studie wurden drei Hierarchiestufen von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen zu folgenden Parametern befragt: Identifikation von Veränderungsnotwendigkeit und Reaktionsgeschwin-digkeit, Kultur, Führung, Steuerung, Kommunikation, Beteiligung und Qualifizierung. Über alle Parameter hinweg unterscheidet sich die Sichtweise der Mitarbeiter deutlich von der Top-Management-Perspektive.
Mitarbeiter kritisieren Management
Im zweijährlichen Rhythmus werden die sieben Indikatoren von Change-Fitness über drei Hierarchiestufen abgefragt. Zentrales Ergebnis der Studie: Das Top-Management hat wenig Bezug zur Basis. Aus Mitarbeiterperspektive wird weder die Notwendigkeit für Veränderungen rechtzeitig erkannt, noch wird der Veränderungsprozess schnell genug angestoßen. Die Unternehmensleitung bewertet im Gegensatz zu Führungskräften und Mitarbeitern die Unternehmenskultur als positiv verstärkendes Element in einer Veränderung deutlich besser. Die Change-Experten folgern, dass ein sorgfältigerer Blick in die Linie dem Top-Management bei Veränderungsprozessen von Nutzen sein könnte.
Die Auswertung der Parameter Führung, Steuerung und Kommunikation im Change bestätigen diese Erkenntnis. Mitarbeiter und Führungskräfte definieren zahlreiche Handlungs-felder für den Veränderungsprozess, wie etwa zu geringe Kenntnis von Rolle und Verant-wortung des Einzelnen, eine mangelnde Ressourcenausstattung, zu wenig Commitment im mittleren Management sowie die fehlende Messung des Engagements. Aus Mitarbeitersicht sind gerade die operativen Ebenen zu wenig an einem Veränderungsprozess beteiligt, währ-end die Unternehmensleitungen hier ein gegensätzliches Bild haben. Lücken weist auch die Qualifikation für den Change auf allen Hierarchieebenen auf. Verschiedene Veränderungs-treiber wie z.B. Demographie, Digitalisierung oder Diversity fordern das Top-Management zu einem behutsameren Umgang mit den Ressourcen heraus.

