Deutschland: Commerzbank Early Bird fällt weiter

Commerzbank_Early_Bird_Okt.15Der Frühindikator der Commerzbank für die deutsche Wirtschaft ist im September erneut gefallen und liegt nun mit 0,19 Punkten deutlich niedriger als zu Jahresbeginn (0,49). Denn das weltwirtschaftliche Umfeld schwächt sich weiter ab, und der Euro legt wieder zu. Dies lässt erwarten, dass bald auch die Stimmungsindikatoren nach unten drehen werden und die Konjunktur im kommenden Jahr eher etwas an Fahrt verlieren wird.

Die Warnsignale für die deutsche Konjunktur werden stärker. Denn der Commerzbank Early Bird ist im September nach dem deutlichen Rutsch im Vormonat weiter gefallen (Grafik). Ein Grund für diesen Rückgang ist der stärkere Euro, der insbesondere gegenüber den Währungen einiger Emerging Markets deutlich zulegte. So liegt der reale Außenwert einer fiktiven DMark inzwischen nur noch etwa 2½% niedriger als vor einem Jahr. Im Frühjahr stand gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat noch ein Minus von mehr als 8% zu Buche. Gleichzeitig hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld weiter eingetrübt, insbesondere weil der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie erneut gefallen ist. Nichts geändert hat sich an der Geldpolitik, die der Konjunktur weiter Rückenwind gibt. Damit steht unser Frühindikator in einem noch deutlicheren Widerspruch zum Ifo-Geschäftsklima und den Einkaufsmanager-indizes. Denn die Stimmung bei den Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten kaum verändert und signalisiert damit noch keine schwächere Konjunktur. Eine ähnliche Divergenz gab es – wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen – in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Damals war die Aufwärtstendenz des Early Bird ein Vorbote der dann Ende des Jahres erfolgten Trendwende bei Ifo&Co. Sollte sich das weltwirtschaftliche Umfeld nicht bald erholen, dürfte auch das Ifo-Geschäftsklima bald beginnen zu fallen. Dabei hat der Ifo-Index für die Industrie die Wende nach unten wohl bereits vollzogen, und in der Vergangenheit hat er meist die Tendenz für den Gesamtindex bestimmt. Angesichts dieser Vorzeichen fühlen wir uns wohl mit unserer Prognose, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr mit 1,5% schwächer wachsen wird als in diesem Jahr und auch weniger zulegen wird als der Konsens dies derzeit erwartet.

GrafiK: Commerzbank-Frühindikator für die Konjunktur in Deutschland (Early Bird), September 2015; Quelle: Global Insight, Commerzbank Research

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