In der Oktober-Ausgabe 2014 von All about Sourcing berichtet Einkaufsleiter Uwe Herzfeld über ein mehrjähriges Change-Projekt und die daraus resultierende Neupositionierung des Einkaufs beim Netzbetreiber 50Hertz. Online verrät uns der Change-Management-Profi im Einkauf, Stephan Penning, exklusiv die fünf entscheidenden Faktoren, um ein solches Projekt erfolgreich zu meistern!
1. Reifegrad zielsicher bestimmen
Analyse des aktuellen Status-quo hinsichtlich Faktoren wie Mitarbeiterpositionen und -fähigkeiten, Prozesse, vorhandene Systemlandschaft und Positionierung der Einkaufs-abteilung im Unternehmen. Dadurch Bestimmung des aktuellen Reifegrads. Dieser besagt, welcher Grad der Veränderung notwendig ist. Eine hohe Zielgenauigkeit ist entscheidend, denn von ihr hängt ab, welche „Change-Architektur“ zur Umsetzung des Projekts zu entwickeln ist.
2. Stakeholder identifizieren und frühzeitig einbinden
Nicht nur von den Einkäufern, sondern von allen internen und externen Einzelpersonen oder Gruppen mit spezifischen Interessen hängt ab, ob das Change-Projekt die Chance hat, erfolgreich zu sein. Darum sind Bremser genauso wie Beförderer, Neutrale oder gar mögliche Verhinderer frühzeitig zu identifizieren und fallspezifisch in den Veränderungs-prozess mit einzubinden. So werden aus Betroffenen Beteiligte – welche den „Change“ erst möglich machen.
3. Zielgruppenspezifisch und transparent kommunizieren
Change-Prozesse müssen stets gut erklärt werden: Denn sie beeinflussen nachhaltig das (Arbeits-)leben aller Beteiligten. Darum ist im Vorfeld eine klare „Change Vision“ zu entwickeln und diese einfach und transparent zu kommunizieren. Gleichzeitig müssen für alle Stakeholder eigene Botschaften und Formate – vom Einzelgespräch bis zur interaktiven Großgruppenveranstaltung – entwickelt werden, um die unterschiedlichen Beteiligten dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Und gemeinsam auf den neuen Weg zu schicken.
4. Change- und Projektarchitektur stets flexibel anpassen
Auch „Change“-Projekte müssen mittel- bis langfristig geplant werden. Aber: In Abhängig-keit von Widerständen, Hemmnissen, nicht frühzeitig erkannten technischen Heraus-forderungen oder sich grundsätzlich ändernden Rahmenbedingungen sollte die Projekt-Architektur stets so flexibel angelegt sein, dass sie jederzeit angepasst werden kann – ohne die in der „Change Vision“ definierten übergeordneten Ziele aus dem Fokus zu verlieren.
5. Neue Rollenbilder nachhaltig festigen
Mit der Veränderung von Prozessen und Systemlandschaft, verändern sich auch die Rollen- und Positionsbilder der Mitarbeiter. Dies erfordert in vielen Fällen eine fachliche wie überfachliche Weiterentwicklung. Hierzu gilt es Trainings- und Entwicklungsprogramme anzubieten, die möglichst praxisnah die Mitarbeiter an ihre neuen Rollen heranführen – und diese so festigen. Dies ist Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen und langfristigen Erfolg.
Bild: Stephan Penning ist Geschäftsführender Gesellschafter von Penning Consulting. Der „erfahrene Branchenkenner“ (WirtschaftsWoche) berät Vorstände, Geschäftsführer und Top-Management in den Schwerpunkten Change Management, Diagnostik und Management Development. Foto: Penning Consulting
Das vollständige Interview mit Uwe Herzfeld lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von All about Sourcing Ausgabe 7/2014.


