IBM hat über 1.000 mittelständische Unternehmen weltweit über die Haltung zu „Green IT“ befragt. Ergebnis: Fast zwei Drittel arbeiten daran, ihre IT nachhaltiger zu gestalten.
Die Unternehmen arbeiten verstärkt an Projekten zur Einführung von Virtualisierungs- technologien, konsolidieren Speicher- und Archivierungssysteme und reorganisieren die Serverräume beziehungsweise planen dies für das kommende Jahr. Fast zwei Drittel aller Unternehmen bestätigt, dass sie momentan oder innerhalb der nächsten zwölf Monate ihre Server mit Virtualisierungstechnologien ausstatten, ihre Speichersysteme konsolidieren und ihre Serverräume reorganisieren wollen.
Auf die Frage nach ihrer Motivation auf eine umweltfreundliche IT-Infrastruktur zu setzen, nannten knapp 60 Prozent Einsparungen beim Verbrauch von Energie und Betriebsstoffen. Mit 53 Prozent folgt auf Platz zwei ein Zugewinn an Funktionalität und Features. Etwa die Hälfte gab an, dass für sie die Kosten- und Ausgabensenkung den Ausschlag gegeben haben. Zufriedene Kunden und Vergünstigungen aus der öffentlichen Hand sind weitere, wenn auch weniger wichtige, Beweggründe.
Aktiv geworden sind mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen schon bei der Konsolidierung von Speicherkapazitäten und Druckern sowie beim Recycling von IT-Equipment. 48 Prozent der Unternehmen hat damit begonnen, den Energieverbrauch ihrer IT-Infrastruktur zu messen, um mit den so gewonnenen Ergebnissen auch sinnvoll an dessen Senkung arbeiten zu können.
Die Studie konnte laut IBM deutliche regionale Unterschiede hinsichtlich der grünen Investitionen nachweisen. In Frankreich, Kanada, den Vereinigten Staaten und Deutschland liegt der Schwerpunkt auf der Konsolidierung von Speicherkapazitäten.
Auf den ersten Blick überraschend ist die regional unterschiedliche Beliebtheit von Online-, Video- und Telefonkonferenzen, die so manche Dienstreise überflüssig machen und somit deutlich zur Senkung der Kosten und negativer Umwelteinflüsse beitragen können. In den Ländern mit den höchsten Benzinpreisen – Deutschland, Frankreich und zu einem geringeren Maß auch in Skandinavien – hat diese Art der Kommunikation jedoch noch relativ wenig Anhänger. In 50 bis 60 Prozent der nordamerikanischen, britischen, indischen und brasilianischen Unternehmen hingegen gehört sie zur Tagesordnung. Vor allem in flächenmäßig großen Ländern will ein Viertel der Unternehmen diese Konferenzmöglichkeiten weiter ausbauen.
Mit 60:40 gewichteten die Befragten den geschäftlichen Nutzen höher als einen verbesserten grünen Fußabdruck. Oder anders formuliert: Lohnt sich ein „grünes“ IT-Projekt nicht auch finanziell, bekommt es kein grünes Licht.
Die Studie zum Stellenwert ökologisch nachhaltigen Handelns im Mittelstand wurde von der Info-Tech Research Group im Auftrag der IBM durchgeführt. In zwölf Ländern – in Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Skandinavien, Großbritannien und den USA – wurden mehr als 1.000 IT Verantwortliche mittelständischer Unternehmen (100 bis 1.000 Mitarbeiter) aus verschiedenen Industrien befragt. Untersucht wurde das umweltbezogene Engagement in elf Kategorien in den vier Bereichen Virtualisierung und Konsolidierung, Energieeffizienz, Verringerung der Reisetätigkeit und Anlageabgang.

