„Wie wertorientiert arbeitet Ihr Einkauf?“ hieß die zentrale Fragestellung, die im Rahmen der jüngsten ConMoto Studie von Topmanagern beantwortet wurde. Spitzenreiter der 8 untersuchten Branchencluster ist die Automobilindustrie, die rote Laterne muss an die Baubranche vergeben werden.
Für Dr. Gerhard Flöck, Geschäftsführer beim Automobilzulieferer Witzenmann in Pforzheim ist eines schon seit langem klar: Der Einkauf ist ein entscheidender Erfolgsfaktor des Unternehmens. „Unsere Beschaffungsaktivitäten wertorientiert zu gestalten und zu managen, brachte äußerst positive Effekte auf die klassischen Erfolgsfaktoren Zeit, Qualität und Kosten.“
In nahezu allen Branchen machen die Material- und Sachkosten einen signifikanten Anteil am Umsatz aus. Dies ist auch bei Witzenmann mit einer Quote von über 50 Prozent der Fall. Hieraus lässt sich direkt die Wichtigkeit des Einkaufs für das Unternehmen ableiten.
Wettbewerbsfaktor Einkauf – ein Billionenhebel
Erstklassiges, wertorientiertes Einkaufsmanagement umfasst weit mehr als Waren- und Dienstleistungsbeschaffung zu möglichst niedrigen Preisen. Die Art der Zusammenarbeit mit den Lieferanten sowie den unternehmensinternen Bereichen nimmt einen maß-geblichen Stellenwert ein. Nicht nur, was die Versorgungssicherheit anbelangt, sondern auch im Hinblick auf Innovation und Produktentwicklung. Hier ist eine frühzeitige Einbe-ziehung des Einkaufs heute „state of the art“. Letztlich sind alle Aktivitäten im Kontext einer übergeordneten Einkaufsstrategie zu sehen, welche sich wiederum aus der Unter-nehmensstrategie ableitet.
Im Rahmen der ConMoto-Studie bewerteten Entscheidungsträger aus 8 Branchenclustern ihr Beschaffungsmanagement anhand von zentralen Einflussbereichen eines wert-orientierten Einkaufs. Die Gesamtnote über alle Unternehmen und Branchen hinweg lautet „befriedigend“, wobei die Spreizung im Notenspiegel erheblich ist. Einige Unternehmen sind weit abgeschlagen und haben noch sehr viel Grundsatzarbeit zu leisten, während andere bereits sehr professionell agieren. „Jedoch steckt auch in diesen Unternehmen auf verschiedenen Feldern noch erhebliches Verbesserungspotential, d. h. es können noch deutliche Ergebnis- und Liquiditätssteigerungen erzielt werden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Andreas R. Voegele, Geschäftsführender Gesellschafter und Einkaufsexperte bei ConMoto sowie langjähriges Mitglied des BME-Bundesvorstandes.
So wichtig, das Lieferantenmanagement ist, so schlecht fällt es in der Bewertung der Manager aus. Noch hinter den Einflussbereichen „Wettbewerbsintensivierung“ und „Risk Management“ rangiert es auf dem letzten Platz. Lediglich 4 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, das Innovationspotential und die Wertschöpfungsreserven ihrer Lieferanten vollständig auszuschöpfen. Im Mittelfeld rangieren Themen wie Mitarbeiter-qualifikation, Entscheidungseffizienz sowie Organisation und Beschaffungsprozess. Mit Abstand am besten wurde der Einflussbereich „Performance Management“ beurteilt.

