Routenplan und Kriterien für eine Einkaufsallianz

Bilfinger_EinkaufsallianzenDie zunehmende Zentralisierung sowie die Bündelung der Bedarfe innerhalb einer Organi-sation führt in vielen Unternehmen früher oder später zu der Frage: Wo können weitere Synergien genutzt und Prozesse noch effizienter gestaltet werden, um zusätzliche Kosten einzusparen? Die Zusammenarbeit des Einkaufs mit der Procurement-Abteilung eines anderen Unternehmens stellt eine Möglichkeit dar, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Einkaufsallianzen ermöglichen es, Beschaffungskosten nachhaltig zu reduzieren und den Kooperationspartnern eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten zu verschaffen. Die Einkaufsexperten von Bilfinger haben nun einen Routenplan erstellt, der zusammenfasst, auf welche Kriterien Unternehmen bei der Etablierung einer Einkaufsallianz achten sollten:

1. Auf die gleiche Wellenlänge kommt es an
Marktpositionen stärken, Ressourcen bündeln und Kosten sparen: Das sind wesentliche Vorteile einer Einkaufsallianz. Voraussetzung hierfür ist, dass die Unternehmen vergleichbare Ziele verfolgen und auch einen geografisch ähnlichen Scope haben. Schließlich geht es darum, zwei oder mehr Einkaufsabteilungen zumindest taktisch zusammenzulegen. Gibt es zu viele Differenzen bei der Verhandlung von Verträgen oder liegen die Unternehmen zu weit auseinander, lassen sich keine guten Konditionen erzielen. Im schlimmsten Fall wirken sich die Unstimmigkeiten vielleicht sogar schädigend auf das Verhältnis zu den Lieferanten aus.

2. Rahmenbedingungen im Vorfeld abstimmen
Eine erfolgreiche Kooperation lebt davon, dass die Partner ein gemeinsames Ziel haben. Da eine Einkaufsallianz zusätzliche Abstimmungsprozesse erfordert, sollten die Einkaufs-abteilungen bereits im Vorfeld Rahmenbedingungen abstimmen und Best Practices austauschen. Es gilt, gleiche Standards zu identifizieren sowie gewünschte Serviceleistungen und eine klare Rollenverteilung in den Lieferantengesprächen festzulegen. Alle Beteiligten der Einkaufsallianz sollten darüber hinaus eine realistische Jahresplanung vorlegen, um von den potenziellen Lieferanten bestmögliche Angebote zu erhalten. Werden Planzahlen einer Allianz aufgrund des Ausfalls eines oder sogar mehrerer Mitglieder nämlich signifikant unterschritten, können daraus nachträgliche Preisanstiege oder sogar Regressansprüche resultieren, die alle Kooperationspartner auffangen müssen.

3. Supplier-Vorteile kommunizieren
Auf den ersten Blick scheinen Einkaufsallianzen eher negative Auswirkungen für Lieferanten zu haben, da sich Unternehmen zusammenschließen, um bessere Preise zu erhalten. Doch auch Supplier profitieren: Statt viele kleine Accounts betreuen zu müssen, wird nur ein großer Account verwaltet. Dadurch werden Prozesse entzerrt und Kapazitäten eingespart. Außerdem erhalten Lieferanten oftmals Zugang zu neuen Märkten – eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Dennoch besteht viel Aufklärungsbedarf. Um die Bereitschaft der Lieferanten zur Zusammenarbeit zu sichern, sollten die Vorteile im Vorfeld der Einkaufsallianz zusammenge-tragen und mit den Lieferanten erörtert werden.

4. Im Gespräch bleiben
Kontinuierliche Kommunikation mit allen Parteien ist die Grundlage einer gut funktionierenden Einkaufsallianz. Auch das Thema Vertraulichkeit sollte in diesen Gesprächen eine Rolle spielen. So sollte es beispielsweise selbstverständlich sein, dass keine Interna nach außen getragen werden. Persönliche Gespräche sind daher ebenso wichtig wie gegenseitiges Vertrauen. Zwar sind das Management und die Pflege einer derartigen Kooperation zeit-aufwendig und stellen für die jeweiligen Mitarbeiter eine zusätzliche Arbeitsbelastung dar. Mit der richtigen Herangehensweise, Planung sowie steter Reflektion ergeben sich aus der Allianz jedoch viele Vorteile.

Bild: Gemeinsam stark wirtschaften – so gelingt eine Firmenkooperation im Procurement, Foto: Bilfinger SE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.