Chemie und Anlagenbau richten den Blick nach vorne: Das ist das Fazit der Achema 2009, die am Freitag in Frankfurt zu Ende gegangen ist. Mehr als 173.000 Besucher informierten sich bei 3.767 Ausstellern über die neuesten Produkte und Technologien aus chemischer Technik, Biotechnologie, Umweltschutz und angrenzenden Branchen.
Auf 134.000 Quadratemetern stellten Firmen, Institute und Forschungseinrichtungen ihre Neuentwicklungen aus. Vom Dichtungsring bis zum vollständigen Raffineriekonzept war alles zu finden, was Entwicklungsingenieure und Anlagenplaner brauchen. Dabei war die 29. Achema sowohl von Aussteller- als auch Besucherseite internationaler als je zuvor: 46,6 Prozent der Aussteller und 28 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland.
Aussteller und Organisatoren waren mit dem Verlauf der Veranstaltung hoch zufrieden. „Aussteller und Besucher haben Präsenz gezeigt und damit ein Signal über die Achema hinaus gesetzt: Unsere Branchen wollen anpacken und die Krise hinter sich lassen“, sagte Professor Dr. Gerhard Kreysa, Geschäftsführer der Dechema e.V. Nicht nur die Zahlen stimmten: Auch die Qualität der Gespräche und Kontakte wurde von den Ausstellern einhellig gelobt. Von Krisenstimmung war an den Ständen und in den Hallen wenig zu spüren – „es warten alle darauf, dass jemand den Startknopf drückt und es wieder losgeht“, beschrieb ein Aussteller die Grundstimmung. Erfahrungsgemäß münden etwa die Hälfte der Kontakte auf der Achema in eine weitere Zusammenarbeit, heißt es.
Wichtigstes Thema in diesem Jahr war die Prozesseffizienz, also der sparsame Einsatz von Energie und Rohstoffen. Aber auch biotechnologische Verfahren und der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bildeten einen Schwerpunkt. Viele Aussteller zeigten neue Komponenten für die Mikroverfahrenstechnik, während im Kongress die Nanotechnologie und die ionischen Flüssigkeiten breiten Raum einnahmen.
Auch der Achema-Kongress war gut besucht: Die über 900 Vorträge lockten Wissenschaftler und Entwickler in die Vortragssäle, wo sie neue Forschungsergebnisse diskutieren konnten, die in naher Zukunft in die Anwendung überführt werden. In vier Plenarvorträgen und vier Podiumsdiskussionen wurden aktuelle Themen von allgemeiner Bedeutung behandelt. Besonderes Interesse fand die Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und BASF-Vorstand Stefan Marcinowski zum Thema „Grüne Gentechnik“.
Bei den Ausstellern stellte Deutschland mit 2.010 Unternehmen das stärkste Kontingent, gefolgt von Italien (300 Aussteller), Großbritannien (202), der Schweiz (161), den USA (156) und Frankreich (124). Auf den Plätzen 7 und 8 finden sich China (117) und Indien (107). Die Zahl der chinesischen Aussteller hat sich seit 2006 verdoppelt, die der indischen stieg um 23 %. Die größte Ausstellungsgruppe war auch in diesem Jahr der Bereich Pumpen, Kompressoren und Armaturen (960 Aussteller). Es folgten die Labor- und Analysentechnik (659 Aussteller) , die thermischen (437 Aussteller) und die mechanischen (404 Aussteller) Verfahren und den Anlagenbau (343 Aussteller).
Mit dem Schließen der Hallen am Freitagabend hat für die Veranstalter der nächste Countdown begonnen: Am 1. Juni 2010 beginnt in Peking die achte AchemAsia, die wichtigste Veranstaltung der Ausrüsterbranchen für die Prozessindustrie in Asien.
Bild: Vierspur Takterkontrollwaage für Aerosoldosen (Foto: Dechema/Helmut Stettin)

