Mit welchem System arbeiten Palettenlager bei mittleren bis hohen Umschlagsleistungen besonders wirtschaftlich? Diese Frage, die sich viele Planer und Einkäufer im Bereich der Intralogistik stellen, beantwortet eine neue Vergleichsstudie, die Interroll kürzlich im Rahmen seiner Industrial Fact Sheets veröffentlicht hat. Danach können moderne Fliess-lagersysteme – abhängig von Lagergröße und Umschlagsgeschwindigkeit – die Monats-kosten pro Palettenstellplatz um bis zu 28 Prozent gegenüber manuellen Radio-Shuttle-Konzepten senken. Gleichzeitig lässt sich die Lagerkapazität um bis 50 Prozent steigern – was den Einsatz von Fliesslagersystemen auch bei Modernisierungsprojekten in den meisten Fällen zur ersten Wahl macht.
Die Ergebnisse beruhen auf ganzheitlichen Berechnungen des Beratungsunternehmens Intralenco mit Sitz in Wiehl/Deutschland, die das Unternehmen im Auftrag von Interroll durchgeführt hat. Um die Betriebskosten der verschiedenen Lagersysteme zu vergleichen, wurden von Intralenco umfassende Kalkulationen durchgeführt, die die Anschaffungs-kosten für Hardware, die Montage, die Flächennutzung, die Energiekosten, den Personal-einsatz und die Abschreibung berücksichtigen. Betrachtet wurden vor allem Fliesslager und Radio-Shuttle-Lager mit unterschiedlichen Größen (1000/3000/5000 Stellplätze) und Umschlagsleistungen (12/24/36/48 x pro Jahr).
Die Ergebnisse zeigen, dass der Kostenvorteil von Fliesslagern gegenüber Radio-Shuttle-Lösungen mit der Höhe der Umschlaggeschwindigkeit und der Anzahl der benötigten Palettenstellplätze deutlich steigt. Zu den Hauptgründen gehören der niedrigere Personal-aufwand und die geringere Zahl der benötigten Flurförderfahrzeuge. Zudem kann eine wachsende Artikelvielfalt ein kompliziertes, zeit- und damit kostenintensives Umsetzen der Shuttle in andere Lagerkanäle erfordern.
Bertrand Reymond, Geschäftsführer des globalen Interroll Kompetenzzentrums in La Roche sur Yon (Frankreich): „Leistung und Zuverlässigkeit bei möglichst niedrigen Betriebskosten sind der Schlüssel für erfolgreiche Materialflusslösungen. Dies beweisen unsere Fliesslager, die weltweit bei Kunden wie Procter & Gamble, Coca Cola, Red Bull und Coop im Einsatz sind. Durch die Einsparungen im laufenden Betrieb amortisieren sich die Anfangsinvestitionen für Fliesslagersysteme meist nach weniger als zwei Jahren.“
Dass bei einer wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung nicht nur die Anfangsinvestitionen, sondern vor allem die laufenden Betriebskosten eine entscheidende Rolle spielen, zeigen auch wissenschaftliche Studien. So hat eine Untersuchung der Leibniz Universität Hannover/Deutschland unter Mitwirkung der Southeast University Nanjing/China aus dem Jahr 2012 gezeigt, dass Fliesslager die Gesamtbetriebskosten bei der internen Logistik senken.
„Fliesslager bieten in Produktion, Handel und Dienstleistung eine beherrschbare und leistungsstarke Logistiklösung. Wo Schnelldreher in begrenzter Artikelzahl vorliegen und ressourcenschonende Logistik als strategisches Ziel vorgegeben ist, sind Fliesslager als kompakte, energie-effiziente Technik kaum zu verdrängen“, so Prof. Dr.-Ing. Lothar Schulze, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover/Deutschland.
Moderne Fliesslagerlösungen funktionieren nach dem Prinzip der schiefen Ebene. Die einzelnen Palettenkanäle sind leicht geneigt angeordnet. Zu lagernde Ladeeinheiten werden auf hintereinander montierten Rollen abgestellt. Sie bewegen sich durch die Schwerkraft selbsttätig in die gewünschte Richtung. Ein Anheben und Umsetzen der Paletten über mobile Shuttles, die durch Elektromotoren angetrieben werden, ist daher überflüssig. In Fliesslagersystemen kommen dagegen Förderrollen zum Einsatz, die sich durch hohe Lebensdauer und Betriebssicherheit auszeichnen. Neben der hohen Verfüg-barkeit und den günstigen Betriebskosten bieten Fliesslager den Anwendern eine Reihe von weiteren Vorteilen. So lassen sie sich zum Beispiel einfach und flexibel für die integrierte Kommissionierung, für die Tourenbereitstellung und für den Einsatz unterschiedlicher Palettengrößen verwenden. Für alle Interessenten steht die Studie zum Download bereit: www.interroll.com .

