Wege zur Reorganisation der Fertigungsindustrie

PTC präsentierte bei der jährlichen Anwenderkonferenz PTC Live Global 2013 eine neue Studie von Oxford Economics zur Fertigungsindustrie. Die Studie untersucht, welche Faktoren den strategischen Wandel in der Branche beeinflussen und vorantreiben. Dafür wurden weltweit Führungskräfte befragt, wie sie ihr Unternehmen strategisch ausrichten und sich von ihren Wettbewerbern differenzieren.

Der Studie zufolge befindet sich die Fertigungsindustrie weltweit an einem Wendepunkt. Neue Marktmechanismen und der technologische Wandel stellen viele altbewährte Rezepte in der Fertigungsindustrie auf den Kopf. Daher erwarten mehr als zwei Drittel (68%) der befragten Führungskräfte aus der Branche, dass ihr Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre seine Geschäftsprozesse maßgeblich umgestalten wird.

Erfolgreiche Umwandlungsprozesse stehen auf drei Säulen

    • Neujustierung der Strategie und Planung: Die wichtigsten Entscheidungen für ein Unternehmen sind, wie es seine Produkte entwickelt und herstellt, aus welchen Quellen es seine Teile bezieht, wie gut der Service arbeitet und wie es schließlich all diese Prozesse koordiniert. Diese Kriterien sind in den meisten Branchen die wesentlichen Treiber für den Markt und wichtiger als alle operativen Maßnahmen. So ergab die Studie zum Beispiel, dass Führungskräfte in der Fertigungsindustrie einen immer höheren Wert auf die Abstimmung der Strategie und Planung zwischen den Entwicklungs- und Serviceabteilungen legen.

    • Verbesserung des Serviceangebots: Das Servicegeschäft der Fertigungsindustrie beschränkte sich bislang überwiegend auf Wartung und Reparaturen. Die Marktführer beginnen aber zunehmend, ihr Produkt- und Serviceangebot zu kombinieren und leistungsbasierte Komplettpakete anzubieten. Hier liegt nicht nur ein wichtiger Schlüssel für die Differenzierung von den Wettbewerbern, sondern auch für erhebliche Umsatzsteigerungen und die Generierung kontinuierlicher sicherer jährlicher Einnahmen. Über drei Viertel (77%) der Befragten auf der obersten Führungsebene gaben daher an, dass sie das Servicegeschäft ausbauen werden, um ihre Produkte stärker im Markt zu differenzieren.

    • Förderung von Innovationen: Der Fokus auf Innovation wird innerhalb der nächsten drei Jahre noch wichtiger werden – insbesondere aufgrund weiterer Verfeinerungen der Produktstrategien und Entwicklungsprozesse. Eine immer größere Rolle spielt hier auch das „Reverse-Innovation-Konzept“, da immer mehr Firmen ihre Produkte zunächst für Schwellenländer entwickeln und sie dann auch auf den entwickelten Märkten vertreiben.

Die Marktforscher von Oxford Economics schließen aus ihrer Umfrage, dass die genannten Umwandlungsprozesse zu erheblichen Verbesserungen der Geschäftsergebnisse führen können. Um diese Ergebnisse zu quantifizieren, enthält die Studie ein „Business-Impact-Modell“, das kalkuliert, inwieweit die einzelnen Faktoren – also Strategie und Planung, Serviceangebot und Innovation, einschließlich der Fertigung – den Umsatz und die Kosten beeinflussen. Dabei wird eine „Priorisierungskurve“ erstellt, die verfolgt, wie stark jeweils welcher der drei Umwandlungsfaktoren betont wird und anschließend die entsprechenden finanziellen Folgen einschätzt. Diesem Modell zufolge kann zum Beispiel ein Fertigungs-unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von fünf Milliarden US-Dollar und einer Gewinn-marge von 20 Prozent seinen Umsatz um bis zu 195 Millionen US-Dollar steigern und seine Kosten um bis zu 96 Millionen US-Dollar senken, wenn es seine Strategie- und Planungs-aktivitäten in hohem Maße priorisiert und steigert.

Die Studie ergab auch, dass Fertigungsunternehmen unterschiedliche Ansätze verfolgen, um ihr Geschäft zu transformieren. Dabei kommt sie unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

    • Das Konzept „Design Anywhere, Build Anywhere, Service Anywhere“ wird immer beliebter
    • Produkte werden „smarter“. Die Bedeutung sogenannter “Smart Products”, die aus mechanischen Komponenten, elektronischen Komponenten und Software bestehen, nimmt stetig zu.
    • Neue Servicegeschäftsmodelle werden erwachsen. Im Jahr 2015 werden bereits 65 Prozent der Fertigungsunternehmen auf leistungsbasierte Serviceverträge setzen. Außerdem planen auch mehr als die Hälfte der Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren Ferndiagnosesysteme zu nutzen.
    • 3D-Druck und additive Fertigung werden in drei Jahren von mehr als doppelt so viel Unternehmen genutzt werden wie heute.
    • Die Lieferkette entwickelt sich zu einem strategischen Schlüsselfaktor. Die Anzahl der Unternehmen, die planen, ihre Lieferketten zu optimieren, wächst stetig und wird in drei Jahren bereits mehr als doppelt so hoch sein wie heute.

Die detaillierten Umfrageergebnisse, aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen, Unter-nehmensgrößen und betrieblichen Funktionen, finden Sie in der Studie „Manufacturing Transformation“ unter www.ptc.com/topics/manufacturing-transformation/oxfordresearch/

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