Das höchste Plus beim Auftragseingang seit knapp zwei Jahren hat der deutschen Wirtschaft zum Ende des vierten Quartals 2015 noch einmal einen kräftigen Schub gegeben. Das signalisiert der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Dezember des abge-laufenen Jahres mit 53,2 (November: 52,9) auf ein Viermonatshoch geklettert ist. Der wichtige Indikator für die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie spiegelt das Ergebnis der Dezember-Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes in einem Wert wider.
EMI-Teilindizes im Überblick
Industrieproduktion: Infolge des verstärkten Auftragszuwachses wurde die Produktion in Dezember noch etwas kräftiger ausgeweitet als im Vormonat. Alle drei Hauptbereiche der deutschen Industrie vermeldeten Produktionssteigerungen.
Auftragseingang: Die anziehende Binnen- und Exportnachfrage bescherte sowohl Global Playern als auch KMU im Dezember noch mehr Neu- und Folgeaufträge als in den drei Vormonaten. Bereits seit über einem Jahr weist der Teilindex ununterbrochen Zuwächse aus. Das fünfte Exportorderplus in Folge fiel im Dezember so hoch aus wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Von einer verstärkten Nachfrage aus Asien und den USA profitierten vor allem die Konsum- und Investitionsgüterhersteller, während im Vorleistungsgüterbereich minimale Einbußen zu Buche schlugen.
Beschäftigung: Die Beschäftigung legte zum 15. Mal hintereinander zu, wobei sich der Jobaufbau gegenüber November minimal verlangsamte. Im Vorleistungs- und Investitions-güterbereich kam es zu Neueinstellungen, im Konsumgüterbereich hingegen zu Entlassungen.
Einkaufs-/Verkaufspreise: Der anhaltende Preisverfall bei Energie, Rohöl und bestimmten Industrierohstoffen ließ die durchschnittlichen Einkaufspreise im Berichtsmonat zum fünften Mal hintereinander sinken. Trotz abgeschwächter Deflationsrate war der Rückgang der Einkaufspreise erneut stark.
Bei der Mehrheit der EMI-Umfrageteilnehmer blieben die Verkaufspreise im Dezember weitgehend konstant. Bei einigen Firmen wurden die Verkaufspreise infolge der ungünstigen Wechselkurse erhöht, andere gaben die rückläufigen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter.

