Halbleiterlogistik par excellence

Das Halbleiterunternehmen Infineon Technologies ist der Gewinner des „Supply Chain Management Award 2012“. Der Preis prämiert alljährlich die beste Wertschöpfungskette der produzierenden Industrie. Mit dem Preis wird Infineon Technologies für eine End-to-End Supply-Chain-Lösung ausgezeichnet, mit der sich das Unternehmen strategische Vorteile in der äußerst komplexen Halbleiterlogistik erarbeitet hat.

„Die Jury zeigte sich vom ganzheitlichen Ansatz beeindruckt und lobte insbesondere die voll integrierte Planungslösung und das differenzierte Kundeninterface der Supply Chain“, fasste Jurymitglied Harald Geimer, Partner bei PwC’s PRTM Management Consulting, das Votum der Jury zusammen.
 
„Infineon kann mit dieser Lösung anderen Branchen interessante Impulse geben“, hob Laudator Otmar W. Debald, Geschäftsführer Supply Network Operations, Procter & Gamble, in seiner Lobrede hervor. Die Supply- Chain-Lösung von Infineon sei in nahezu allen Bereichen überragend, dies sei umso bemerkenswerter, da die Halbleiterproduktion am Anfang von vielen Produkten steht. Mittelbar hängen mindestens zehn Prozent der Weltwirtschaft von Halbleitern ab. Die Jury habe insbesondere der ganzheitliche Ansatz beeindruckt. So pflege das Unternehmen mit Sitz in Neubiberg bei München auch den intensiven Austausch mit Instituten und Universitäten, um die neuesten Trends im Supply Chain Management frühzeitig aufgreifen und in die eigene Unternehmensarchitektur integrieren zu können.

Dr. Kurt Gruber, Corporate Vice President Corporate Supply Chain bei Infineon Technologies, betonte: „Wir sind stolz darauf, dass wir die Jury mit unserer ganzheitlichen Supply-Chain-Lösung überzeugen konnten. Infineon steuert die Supply Chain aus weltweit verteilten eigenen Produktionsstätten und denen von Subkontraktoren wie eine globale Fabrik. Damit sind wir trotz hoher Komplexität schnell und flexibel und können unsere Kunden zuverlässig beliefern.“ 
 
Vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden 
Mit der ausgezeichneten End-to-End Supply-Chain-Lösung konnte sich Infineon Technologies einen strategischen Vorteil in der komplexen globalen Halbleiterlogistik erarbeiten. Besonders beispielhaft sind die voll integrierte Planung und das differenzierte Kundeninterface der Lieferkette.
 
Voll integrierte Planung bedeutet, dass Infineon alle Wertschöpfungspartner einbezieht – vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden. Die Planung findet auf mehreren Hierarchien statt und berücksichtigt die unterschiedlichen Anforderungen an eine operative und strategische Planung. Das erlaubt, schnell und flexibel auf Störungen in der Lieferkette zu reagieren. So konnte der Halbleiterspezialist zum Beispiel bei der Umweltkatastrophe 2011 in Japan, von der auch Zulieferer des Unternehmens betroffen waren, unmittelbar die Aus-wirkungen auf einzelne Kundenaufträge feststellen, dem Kunden Lösungen vorschlagen und schnell umsetzen.
 
Differenziertes Kundeninterface der Supply Chain bedeutet, dass es definierte Kundenver-antwortliche gibt, die die gesamte Supply Chain für die Produkte dieser Kunden überblicken und differenzierte Lösungen anbieten. So kann Infineon selbst in Zeiten, in denen die Nach-frage deutlich größer als das Angebot ist, in mehr als 95 Prozent der Fälle zum zugesagten Zeitpunkt liefern.
 
Halbleiterproduktion und -logistik sind komplex
Die Halbleiterlogistik ist sehr komplex im Vergleich zu anderen Branchen: Halbleiterhersteller, die bei vielen Produkten am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, sind von Verände-rungen in der Kundennachfrage besonders betroffen. Von Wertschöpfungsstufe zu Wert-schöpfungsstufe erhöhen sich die Ausschläge in der Nachfrage. Dieser sogenannte „Bullwhip-Effekt“ stellt eine große Herausforderung für die Branche dar. Auf Nachfrageüberhänge kann sich die Lieferkette mit Halbleitern nur begrenzt durch den Aufbau von Beständen vorbereiten, da ein Spannungsverhältnis zwischen langen Vorlaufzeiten (Lead Times) und kurzen Produktlebenszyklen besteht. Die Halbleiterproduktion ist besonders effizient. Da die Durchlaufzeit jedoch sehr lang ist, können die Hersteller auf  Nachfrageschwankungen kaum mit kurzfristigen Kapazitätsanpassungen reagieren. Kapazitätsanpassungen sind aufgrund höchster Anforderungen, wie zum Beispiel der Reinraum-Technologie, besonders kapital- und zeitintensiv.

Mit der Übertragung der effizienten Halbleiter-Produktionsphilosophien auf die Lieferkette erzielt Infineon Technologies Spitzenwerte in puncto Flexibilität und Lieferzuverlässigkeit. Damit ist das Unternehmen impulsgebend für Lieferketten, die Halbleiter beinhalten, wie auch für andere Branchen.
 
Der „Supply Chain Management Award“ prämiert seit 2006 alljährlich die beste Wertschöpfungskette von Unternehmen aus der produzierenden Industrie. Er wird von der Unternehmensberatung PwC’s PRTM Management Consulting und dem Fachmagazin LOGISTIK HEUTE in Kooperation mit dem Institute for Supply Chain Management (ISCM) und dem House of Logistics & Mobility (HOLM) e.V. vergeben. Ausgezeichnet werden innovative Lösungen im Supply Chain Management, die dazu beigetragen haben, die Wettbewerbsfähigkeit wesentlich zu verbessern und wegweisend für andere Unternehmen sind. Die bisherigen Preisträger: Siemens Geschäftsbereich Electronic Assembly Systems (2006), Siemens Gerätewerk Erlangen (2007), der internationale Papier- und Verpackungskonzern Mondi (2008), Henkel Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel (2009), BMW Motorrad (2010) und BASF (2011).

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